Facebook Pixel
Freizeit > Hobbys

Sicherheit auf dem Fahrrad

Möchten Sie Ihr Kind auf dem Velo oder im Anhänger mitnehmen? Oder soll Ihr Nachwuchs schon das erste eigene Velo bekommen? Wie Sie Ihre Kinder beim Velofahren am besten schützen, erfahren Sie hier.

Kinder mit Velohelm auf dem Fahrrrad

Der Helm bietet bei Stürzen oder Unfällen lebenswichtigen Schutz für den Kopf. Foto: bfu.ch

Velofahren hält fit und spart gerade im Stadtverkehr viel Zeit. Mit einem Fahrrad stehen Sie nicht im Stau und müssen keinen Parkplatz suchen. Ebenfalls beliebt sind die Drahtesel bei Eltern und Kindern für einen Ausflug am Wochenende.

Damit Familien mit Kleinkindern nicht auf die Vorteile und das Vergnügen des Velofahrens verzichten müssen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Nachwuchs mit dem Rad zu transportieren. Doch nicht alle Transportmöglichkeiten sind gleich sicher.

Egal, ob als Mitfahrer oder selbst auf dem Rad, Kinder sind im Strassenverkehr besonders gefährdet. Sie sind kleiner und werden deshalb häufiger von Autofahrern übersehen. Ausserdem können Sie nicht so schnell und gezielt Gefahrensituationen überblicken wie Erwachsene. Deshalb sollten Sie beim Kauf von Veloanhängern oder -sitzen genauso wie bei Kindervelos speziell auf die Sicherheit achten. Zudem sollten Sie die Transportmittel regelmässig vor Fahrtantritt einem Sicherheits-Check unterziehen. Ebenso wichtig wie die richtige Sicherheitsausrüstung ist das korrekte Verhalten auf den Strassen und Radwegen, damit Sie und Ihr Nachwuchs sicher ans Ziel gelangen.

Der Veloanhänger ist die sicherste Art ein Kind zu transportieren.

Mit einem Veloanhänger können Sie Ihr Kind am sichersten transportieren.

Die sicherste Art, ein Kind mit dem elterlichen Fahrrad zu transportieren, ist ein Veloanhänger, wie Tests beweisen. Ein Anhänger bietet im Vergleich zu einem auf dem Gepäckträger befestigten Kindersitz besseren Schutz bei einem Aufprall. Auch stürzt der Anhänger in den meisten Fällen nicht mit um, wenn das Velo auf die Seite fällt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Anhänger das Lenkverhalten nicht so sehr beeinflusst wie ein Kindersitz. Deshalb empfiehlt die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) den Veloanhänger als Transportart für Kleinkinder.

Damit ein Kind sicher im Anhänger transportiert werden kann, muss das ziehende Velo stabil und auf Sicherheit geprüft sein. Probleme kann es bei einfachen Rädern geben, die über einen nicht ausreichend stabilen Rahmen verfügen. Vor dem Fahren mit Anhänger sollten Sie insbesondere Sicherheitsmerkmale wie Bremsen und Reifen kontrollieren. Diese werden beim plötzlichen Anhalten durch das zusätzliche Gewicht stärker als sonst beansprucht. Sie sollten sich zudem vor dem Beginn jeder Fahrt versichern, dass der Anhänger fest am Velo angekuppelt ist.

Beim Fahren müssen Sie bedenken, dass Sie zu den Seiten hin mehr Platz benötigen. Halten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand von ungefähr einem Meter auf jeder Seite. Dies gilt insbesondere, wenn sie an parkierenden Autos vorbeiradeln. Beachten Sie, dass sich Ihr Bremsweg durch den Veloanhänger um einiges verlängert. Ausserdem können die Bremsen auf anspruchsvollen Strecken schneller heiss laufen. Halten Sie in diesem Fall öfter mal an, bis sie sich wieder abgekühlt haben. Fahren Sie ausserdem besonders vorsichtig und vorausschauend. Das ist der beste Schutz für Sie selbst und Ihr Kind. Zusätzlich kann ein an das Rad angebrachter Rückspiegel von Vorteil sein. Damit können Sie den Passagier im Anhänger einfacher im Auge behalten.

Wichtig beim Kauf eines Veloanhängers:

  • Einfach zu bedienende, stabile Kupplung mit einem zusätzlichen Sicherungsseil zwischen Velo und Anhänger
  • Stabiler Anhänger mit Überrollbügel zum Schutz bei Überschlag
  • leuchtende Farbe des Anhängers für bessere Aufmerksamkeit im Strassenverkehr
  • Rücklicht am Anhänger für Nachtfahrten
  • Gurte, die von Kindern nicht geöffnet werden können
  • Gute Luftzufuhr im Anhänger, sowie Schutz vor Regen, Insekten, Sonne und Wind
  • Grosse Spurbreite, sowie niedriger Schwerpunkt für maximale Kippsicherheit

Quelle: www.verkehrsclub.ch

Kinder brauchen für das Velofahren eine gute Sicherheitsausrüstung, da sie besonders im Strassenverkehr gefährdet sind.

Kinder sollten frühzeitig lernen, wie sie sich im Strassenverkehr verhalten müssen.

Ab dem schulpflichtigen Alter dürfen Kinder auf der Strasse mit dem Velo fahren. Jedoch haben sie zu dieser Zeit noch einige Defizite, wenn es um den Strassenverkehr geht. So sind bei einem Erstklässler nur ungefähr 70 Prozent des Blickfelds entwickelt. Durch diese eingeschränkte Sicht bekommt er nicht immer alle herannahenden Gefahren rechtzeitig mit. Zudem können Kinder erst ab etwa zehn Jahren Geschwindigkeiten weitgehend abschätzen, wie der Verkehrs-Club Schweiz in der Broschüre «Wenn Kinder Räder bekommen» beschreibt. Das birgt weiteres Gefahrenpotential. Auch Geräusche, besonders, wenn sie von hinten oder der Seite kommen, können sie noch nicht immer richtig deuten. Sie können zudem noch nicht die Perspektive eines anderen, zum Beispiel des Autofahrers, einnehmen.

Erst ab ungefähr acht Jahren sind sie überhaupt in der Lage Gefahrensituationen vorausschauend einzuschätzen und auf ungewohnte Situationen zu reagieren, wie zum Beispiel ein ungesicherter Fussgängerüberweg an einer Baustelle. Daher sollten Kinder in den ersten zwei Schuljahren noch nicht alleine mit dem Rad zur Schule fahren. Die Verkehrserziehung in der Schule konzentriert sich in der Zeit hauptsächlich auf den Fussweg. Deshalb ist zu Fuss gehen die beste und sicherste Lösung für die Primarschüler. Für den heimischen Garten oder Familienausflüge können Sie aber schon in den ersten Schuljahren ein Velo für den Nachwuchs anschaffen.

Beim Fahrradkauf beachten

Wenn Ihr Kind ein eigenes Velo bekommen soll, müssen Sie beim Kauf darauf achten, dass es die richtige Grösse hat. Kaufen Sie nie ein Rad, das zu gross für das Kind ist, weil sie befürchten, dass Ihr Sprössling schnell aus dem passenden «herauswächst». Ein nicht auf die Körpergrösse angepasstes Velo ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Das Kind kommt nicht richtig an die Pedale heran und kann dadurch das Gleichgewicht verlieren. Das kann besonders in Gefahrensituationen schnell zu einem Unfall führen. Ausserdem erschwert ein zu grosses Velo nicht nur das Ab- und Aufsteigen, sondern auch das Erlernen des korrekten Radfahrens. Zusätzlich zur Passgenauigkeit des Rades ist es wichtig, dass das Velo über hohe Stabilität und einen guten Sicherheitsstandard verfügt.

Das richtige Verhalten üben

Kinder lernen durch Nachahmung. Seien Sie deshalb ein Vorbild und tragen Sie stets einen Helm. Auch wenn Sie sich immer an die Verkehrsregeln halten, wird dies Ihr Kind schnell lernen. Vorsicht bei Ausnahmen, denn Ihr Kind merkt es sich, auch wenn Sie nur einmal den Helm für eine kurze Strecke weglassen oder sich rücksichtslos im Strassenverkehr verhalten.

Fahren Sie die ersten Male zusammen mit Ihrem Kind Velo. Ein Familienausflug auf nicht oder nur sehr selten befahrenen Wegen ist die beste Übungsmöglichkeit für junge Velofahrer. Dadurch haben Sie das Kind immer im Blick, müssen nur wenige Risikofaktoren überblicken und können im Notfall eingreifen. Erst ab der Mittelstufe und nach einem bestandenen Velokurs sollten Kinder alleine auf den Strassenverkehr losgelassen werden. Einen solchen Kurs können Kinder oft im Rahmen der Schule absolvieren, aber auch bei privaten Organisationen wie «Pro Velo». Vor bestandenem Kurs ist es für Eltern schwierig festzustellen, ob die Kinder schon bereit sind, alleine mit der Situation im Strassenverkehr klarzukommen.

Checkliste für ein sicheres Velo

Stabiler Rahmen
Voneinander unabhängige, intakte Vorder- und Rückbremse
Reflektoren für vorne und hinten, sowie für die Speichen
Halogenscheinwerfer für die Vorder- und Rückseite
Eine laute Klingel

Lassen Sie regelmässige Sicherheits-Checks von einem Experten durchführen. Dadurch minimieren Sie die Gefahr von Unfällen aufgrund von Materialschwäche, Abnutzung, sowie fehlender oder falsch angebrachter Sicherheitselemente.

Zusätzlich zum Velo

Ein passender Helm
Reflektoren für die Kleidung für bessere Sichtbarkeit

Vergessen Sie zudem nicht, eine gültige Velovignette an dem Rad anzubringen. Denn auch für Kindervelos ist diese Haftpflichtversicherung obligatorisch.

Der Helm muss passen, damit das Kind richtig vor Kopfverletzungen geschützt ist.

Der Helm muss passen, damit er beim Sturz nicht verrutschen kann.

Der Helm

Ob Erwachsene oder Kinder, jeder sollte auf dem Velo immer einen Helm tragen. Ein Sturz kann sonst schnell gefährlich werden. Der Helm schützt den Kopf davor. Wichtig ist, dass der Velohelm passt. Gerade bei Kindern, die noch im Wachstum sind, neigen Eltern oft dazu, Kleidungsstücke etwas grösser zu kaufen, weil die Kleinen da noch «reinwachsen». Beim Velohelm ist davon dringend abzuraten. Der Helm muss sitzen, sonst ist kein ausreichender Schutz für den Kopf gewährleistet, weil die Kinder ihn beim Stürzen verlieren können oder er verrutschen kann. Ebenso ungeeignet sind zu kleine Velohelme.

Ein passender Velohelm darf nicht auf dem Kopf hin- und herwackeln. Der Kinnriemen muss so festgezogen werden können, dass der Helm fest sitzt und nicht nach vorne oder hinten über den Kopf gezogen werden kann.

Das richtige Verhalten im Strassenverkehr

Als Velofahrer gehören Sie aufgrund der fehlenden Knautschzone beim Fahrrad zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Deshalb sollten Sie nicht nur stets die Verkehrsregeln beachten, sondern zudem vorsichtig fahren.

Besonders für Kinder, aber auch in regelmässigen Abständen für Erwachsene, bietet sich ein Sicherheitstraining für den Strassenverkehr an. Solche Kurse werden unter anderem von dem Verein «Pro Velo Schweiz» angeboten.

Die Diebstahlsicherung

Ein gutes Velo muss richtig gegen Diebstahl geschützt werden. Beim Sicherheitsschloss sollten Sie nicht sparen. Lassen Sie sich im Geschäft beraten und achten Sie darauf, dass das Schloss über ausreichend Stabilität verfügt, damit es auch einem Diebstahlversuch mit Hilfsmitteln wie einem Seitenschneider widerstehen kann.

Zusätzlich zu einem guten Sicherheitsschloss bietet sich für regelmässige Velofahrer eine Versicherung an. Diese ersetzt Ihnen das Rad in Schadensfällen wie Unfällen oder Diebstahl.