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Wenn sich Geschwister ständig streiten, Kinder die Schule schwänzen oder der Umgang in der Familie durch Agressivität und Misstrauen geprägt ist, wissen Eltern oft nicht mehr weiter. Wie die Erziehungsberatung Eltern unterstützen kann, berichten Renato Meier, Leiter der Erziehungsberatung in Basel, und seine Mitarbeiterin, Heike Albertsen, im Interview.
Bei Streit und Problemen in der Familie kann eine Erziehungsberatung kompetent helfen. Foto: © David Davis - Fotolia.com
Mit welchen Problemen sind Sie in der Erziehungsberatung besonders häufig konfrontiert?
Renato Meier: Eltern wenden sich an uns, wenn Sie mit ihren Kindern nicht mehr klar kommen. Typische Probleme sind zum Beispiel ständiger Streit zwischen den Geschwistern, schlechte Noten in der Schule oder Aggressivität im Umgang miteinander. Oft beklagen sich Eltern darüber, dass Kinder und Jugendliche Regeln und Abmachungen nicht einhalten.
Heike Albertsen: Auch die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche mit Geld umgehen, ist immer wieder Thema in unserer Erziehungsberatung. Viele Jugendliche überschulden sich durch Ratenkäufe und Kleinkredite. Bei uns, in der Familien-, Paar- und Erziehungsberatung in Basel, arbeiten neben Psychogen auch Sozialarbeiter, die auf Themen wie Finanzen und Verschuldung spezialisiert sind.
Wie entsteht der Kontakt zwischen Eltern und der Erziehungsberatung?
Renato Meier: Eltern melden sich telefonisch, wenn sie Unterstützung wünschen. Das Sekretariat nimmt dann ihre Daten und die Problemstellung auf. Später ruft eine Beraterin die Eltern zurück. Manchmal lassen sich in diesem ersten Telefongespräch schon Fragen klären. Wichtig ist beim Erstkontakt, eine Beziehung zu den neuen Klienten zu schaffen. Wir vereinbaren dann einen Termin für ein erstes Gespräch in der Erziehungsberatung.
Sie laden die ganze Familie zur Erziehungsberatung ein?
Heike Albertsen: In der Regel, ja. So können alle Betroffenen dazu beitragen, das Problem aus ihren Perspektiven zu beleuchten und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Wie lange müssen Familien auf einen Termin bei der Erziehungsberatung warten?
Heike Albertsen: In der Regel zwei bis sechs Wochen. Dringende Fälle, bei denen zum Beispiel kleinere Kinder betroffen sind oder es um Schulverweigerer geht, werden vorgezogen. Ist Gewalt im Spiel, muss sofort gehandelt werden.
Wie kann Erziehungsberatung betroffenen Familien helfen, Konflikte zu lösen?
Renato Meier: Es ist nicht so, dass wir Erziehungsberater Patentrezepte parat haben. Nicht wir, sondern die Familienmitglieder sind die Experten für ihr Familienproblem. Sie haben zusammen schon viele Hürden genommen. Und auch jetzt kann jeder dazu beitragen, den aktuellen Konflikt zu klären. Das bedeutet aber nicht, dass wir unsere fachliche Meinung nicht mitteilen. Manchmal ist eine direktive Aussage angebracht. Auch in der Beratung ist die Beziehung zwischen Beraterin und Familie sehr wichtig.
Haben Sie ein Beispiel für einen typischen Konflikt als Fall für eine Erziehungsberatung?
Heike Albertsen: Oft kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, wenn die Jugendlichen nicht zu bestimmten Zeiten nach Hause kommen. In einem konkreten Fall bedeutete das: Während die Eltern versuchten, die Tochter, immer mehr einzuschränken, kam die Tochter immer öfter später nach Hause. Sie rebellierte. Misstrauen und gegenseitige Vorwürfe waren die Folge.
Gegenseitige Vorwürfe sind nicht gerade produktiv…
Renato Meier: Hinter Vorwürfen stecken oft viele Enttäuschungen - und oft auch versteckte Wünsche. So versuchen wir, Vorwürfe in Wünsche umzuwandeln, was oft zu erstaunlichen Erlösungen führt. Im konkreten Beispiel kommen Eltern und Tochter zu klaren Vereinbarungen. Hält sich die Tochter daran, sind die Eltern in der Regel bereit, die Zeiten des Ausgangs auch mal zu verlängern. Ein vertrauensbildender Prozess ist entstanden.
Wie viel Zeit steht bei einem Beratungstermin zur Verfügung?
Renato Meier: In der Regel arbeiten wir etwa eine Stunde. Bei Erstgesprächen und grösseren Familien kann die Beratung auch mal länger dauern.
Wie viele Sitzungen sind in der Regel notwendig, um ein Problem zu lösen?
Heike Albertsen: Manchmal haben Eltern schon in der ersten Stunde ein wichtiges Aha-Erlebnis. Aber in der Regel kommt die Familie öfter. Sinnvoll ist es ohnehin zu überprüfen, ob sich ein vereinbarter Lösungsweg als umsetzbar erwiesen hat oder nicht. Oft treten im Laufe der Sitzungen auch neue Fragen auf, die es zu klären gilt. Grundsätzlich bestimmen wir die Anzahl der Beratungen immer in Kooperation mit den Familien.
Hat die Zahl der ratsuchenden Familien in den vergangenen Jahren zugenommen?
Renato Meier: Ja, wir haben mehr Anmeldungen. Das liegt sicher daran, dass das Leben in unserer Gesellschaft viele Anforderungen an Kinder und Eltern stellt. Facebook, Internet, Geld, Einsamkeit, Konkurrenz, Schule – diese Stichworte fallen mir spontan ein. Ein weiterer Grund für steigende Beratungszahlen liegt sicher auch darin, dass die Hemmschwelle, sich Unterstützung zu holen, niedriger geworden ist. Vielleicht hat da die Super Nanny ihren positiven Beitrag geleistet.
Als Erziehungsberater erleben Sie in ihrem Berufsalltag viel Verzweiflung. Wie tanken Sie auf?
Renato Meier: Meinen Berufsalltag kann ich am Abend gut ablegen. Wenn man zu viele Probleme mit nach Hause nimmt, sollte man darüber sprechen. Wichtig ist es deshalb, eine gute Teamkultur zu pflegen, in der sich alle Mitarbeiter austauschen können. Heldentum ist hier nicht angesagt. Etwas gemeinsam zu tragen und zu teilen, hilft schwierige Situationen zu meistern. Wir haben feste Zeiten, in denen wir komplexe Fälle besprechen.
Heike Albertsen: Als Erziehungsberater haben wir auch viele Erfolgserlebnisse. Sicher, nicht für jedes grosse Problem gibt es eine Lösung, aber oft lässt sich die Lebenssituation der Betroffenen immerhin ein wenig verbessern. Das gibt auch uns Kraft.
Zur Person:
Renato Meier, dipl. in Sozialen Arbeiten FH, leitet die Familien-, Paar- und Erziehungsberatung in Basel. Die Beratungsstelle wird vom Kanton Basel-Stadt subventioniert und von einem Verein getragen. 2007 feierte sie ihr 75-jähriges Bestehen. Weitere Informationen finden Sie unter www.fabe.ch
Heike Albertsen ist Fachpsychologin für Psychotherapie FSP und ist als Erziehungsberaterin in der Familien-, Paar- und Erziehungsberatung in Basel tätig. Vereint unter einem Dach arbeiten die beiden Berufsgruppen Sozialarbeit und Psychologie eng zusammen, um schnell und unkompliziert ratsuchenden Familien Unterstützung anzubieten.
Haben Sie Erfahrungen gemacht mit Erziehungsberatung? Schreiben Sie einen Kommentar zum Artikel.
Weiterführende Links:
- Die Erziehungs-, Paar- und Familienberatung Basel stellt sich vor: www.fabe.ch
- Hier können Sie ausrechnen, wieviel Sie für eine Erziehungsberatung zahlen müssen: www.upload.sitesystem.ch
Interview: Sigrid Schulze / Januar 2012
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"Wenn ich mit deinen Kräften & Talenten BESSER umgehe als du, mögen sie mich und folgen mir lieber als dir." Das ist ein Kernsatz der neuen Ich-kann-Schule. Die Misserfolgspädagogik der Du-musst-Schule verleitet uns, DRUCK zu machen. Druck komprimiert aber das Problem und staut es zurück; das ist das exakte Gegenteil von LÖSUNG. In der Ich-kann-Schulegilt das SOG-Prinzip. Sog löst. Sog macht wachsen. Sog richtet auf. Mit Sog lassen sich die Kräfte punktgenau lenken. Mühelos. Vorwürfe, Angriffe,.... das alles geht den Misserfolgsweg des Drucks. Achtung, Anerkennung, Interesse, Bestätigung, Bestärkung,.... das alles nutzt SOG-Wirkung auf die entscheidenden FEINEN Kräfte des Geistes und der Seele. Damit kann die 7jährige Sabrina mehr Macht über die Kräfte ihrer sie ungerecht behandelnden Lehrerin bekommen als diese selbst. Wir haben diese Ich-kann-Geschichte ganz konkret ausprobiert. Sabrina hat ihre Lehrer binnen weniger Tage vollkommen verändert, nur durch ein neues DENKEN. In gut 2 Stunden hatte das Kind alles gelernt, was für diesen Erfolgnotwendig ist. Ich grüße freundlich. Franz Josef Neffe
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