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Wie können Eltern reagieren, wenn sie ihren 15-jährigen Sohn beim Kiffen erwischen? René Kostka, Projektleiter bei der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich, gibt wertvolle Tipps im Umgang mit Cannabiskonsum. «Eine vertrauensvolle Beziehung ist das A und O», betont der Suchtexperte im Interview.
«Hilfe mein Sohn kifft!» Was können Eltern tun? Foto: Bananastock, Thinkstock
Wann haben Sie das letzte Mal eine Zigarette geraucht?
Ich habe in meiner Schulzeit geraucht, habe aber endgültig vor mehr als 10 Jahren damit aufgehört.
Wieso haben Sie angefangen zu rauchen?
Ich wollte wahrscheinlich erwachsener sein. Im Nachhinein denke ich, dass mich die Vorbilder aus dem Showbusiness auch beeinflusst haben.
Aus welchem Grund haben Sie das Rauchen vor zehn Jahren aufgegeben?
In erster Linie dank den Gesprächen mit meinen Söhnen. Als in der Pubertät das Thema Rauchen angesprochen wurde, haben sie deutlich gesagt, dass ich ein schlechtes Vorbild für sie sei.
Wie haben Sie das Thema Rauchen mit Ihren Söhnen besprochen?
Zunächst hatten wir eine Abmachung, dass sie vor ihrem 16. Lebensjahr weder Legales noch Illegales rauchen sollten. Als mein Sohn mit 15 eine Wasserpfeife mit seinen Freunden rauchen wollte, haben wir ein langes Gespräch geführt und unsere Regeln neu abgesprochen.
«Hilfe mein Sohn kifft!» Viele Eltern haben Angst vor dieser Situation. Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn ihre Kinder kiffen?
Szenario 1: Die Mutter erwischt den Sohn wie er im Garten mit ein paar Freunden einen Joint raucht. Diese Situation wiederholt sich ein paar Mal. Der Junge reagiert mit Verharmlosungen wie: «Alle meine Freunde machen das, es ist nur am Wochenende.» Wie soll die Mutter damit umgehen?
Das wichtigste und schwierigste: Ruhe bewahren. Vertrauen ist die Basis für alles, was nachher kommt. Viele Eltern haben die Tendenz, sofort ein Referat zu halten im Sinne von «du zerstörst deine Gehirnzellen, du wirst nur noch schlechte Noten schreiben, irgendwann wirst du mit der Polizei Probleme haben.» Gerade dann ist es wichtig, auch Fragen zu stellen
Was würden Sie denn in so einer Situation fragen?
Nach der Haltung zum Konsum, wie häufig und in welchem Umfeld geraucht wird. Was dem Kind am Kiffen gefällt. Braucht er es zum Beispiel wenn er eine schlechte Note geschrieben hat, um sich abzulenken? Eltern sollten Probierkonsum aber auch nicht mit Abhängigkeit gleichsetzen. Es geht darum zuzuhören, das Kind zu verstehen. Oft stecken hinter dem Cannabis Konsum auch ganz andere Themen.
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