Chaos im Kinderzimmer: So klappt das Aufräumen

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Das Kinderzimmer gleicht einem Schlachtfeld? Davon können die meisten Eltern ein Lied singen. Unsere Autorin konnte dies nicht länger mit ansehen und nahm sich vor: Das Kinderzimmer muss ordentlicher werden. Ob dies gelungen ist und wie Sie Ordnung in das Kinderzimmer bringen, lesen Sie hier.

In einem Kinderzimmer kann bei vielen Spielsachen schnell das Chaos ausbrechen.

Um Ordnung im Kinderzimmer herzustellen, sollten Spielsachen, die das Kind nicht mehr mag, entsorgt werden.

Eigentlich wollte ich nur das Fenster im Zimmer meiner Tochter lüften. Auf dem Weg dorthin stieg ich über ein Trampolin, umschiffte ein Puppenhaus, schob mit dem Fuss einen Stapel Kinderbücher zur Seite und stolperte schliesslich über einen bunten Hüpfball. Auch das Öffnen des Fensters war nicht so einfach. Stifte, Pixibücher und diverse kleine Kuscheltiere stapelten sich auf der Fensterbank. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon den Entschluss gefasst: In dieses Kinderzimmer muss Ordnung einkehren. Schliesslich konnte ich ja schlecht von meiner fünfjährigen Tochter verlangen Ordnung in das Chaos zu bringen, wenn ich selbst davor kapitulierte.

Ich hörte mich im Freundeskreis um, wie andere Mütter Herrscher über das Durcheinander werden. Oft hörte ich die Antwort: «Ganz einfach, ich selbst räume es jeden Abend auf. So habe ich keine Streitereien mit den Kindern und habe es so, wie ich es möchte.» Diese Lösung finde ich wenig hilfreich, denn ich bin der Meinung, wer Puzzleteile auf den Fussboden werfen kann, kann diese auch wieder aufräumen. Und schliesslich möchte ich meinem Kind auch Ordnung beibringen und nicht in zehn Jahren noch Bravohefte und Lippenstifte in ihr Regal räumen.

Ich betrieb Grundlagenforschung und lernte im Ratgeber «Simplify your Life», dass wer ein überschaubares und strukturiertes Leben haben möchte, sich erstmals auf das Wesentliche beschränken muss.

In den nächsten Tagen beobachtete ich das Spielverhalten meiner Tochter. Mit welchen Gegenständen beschäftigt sie sich? Was liegt nur unbeachtet in der Gegend herum? Nach dem Kindergarten wollte ich mit ihr aussortieren, ganz wie es im Ratgeber empfohlen wird. Diesen Versuch musste ich abbrechen – ALLES ist lebenswichtig, sie kann auf nichts verzichten. Den angenagten Schokoosterhasen will sie mir zum Geburtstag schenken, das zerknitterte Bild will sie in einen Rahmen packen und dann aufhängen und mit der Babyrassel soll mal ihr eigenes Kind spielen.

Man kann es mir vorwerfen, vielleicht ist es nicht ganz richtig über ihre Besitztümer zu entscheiden. In diesem Fall erscheint es mir als absolut richtig, ihre nächste Abwesenheit produktiv zu nützen.

Aber nach welchen Kriterien dezimiert man Spielsachen? Ich entsorgte als Erstes alles Schadhafte: unvollständige Puzzles, angenagte Bilderbücher, trockene Filzstifte. Und nahm mir vor, ein Viertel der Spielsachen auszusortieren: Bücher, die niemand gerne liest, Spiele, die niemand gerne spielt, Sachen aus Plastik, die billig hergestellt sind und mit denen man nichts anfangen kann. Tatsächlich hat meine Tochter bis heute nicht bemerkt, dass das billige Kegelset, die Gummientenfamilie und die Kiste mit den Überraschungseierfiguren in der schwarzen Tonne verschwunden sind.

Bislang waren alle Spielsachen kunterbunt in Regalen untergebracht. Dieses chaotische Arrangement gefällt mir nicht mehr. Wir fahren in das schwedische Möbelhaus und decken uns mit Boxen, Kisten und Schächtelchen ein. Ihre Haarbandsammlung findet in einem hübschen Körbchen Platz, die Lieblingskuscheltiere in einer XXL-Wanne, den Hüpfball, über den ich gestolpert bin, hänge ich in Kinderhöhe an einen Wandhaken. Ein Wunder ist geschehen: Der Boden des Kinderzimmers ist sichtbar.

Um keine falschen Hoffnungen zu wecken - nach einem langen Spielenachmittag sieht das Kinderzimmer erneut aus, wie nach einer Invasion eines 40-köpfigen Kindergartens. Der grosse Vorteil ist aber, dass dieses Chaos innerhalb von fünf Minuten von einer Fünfjährigen allein behoben werden kann: alle Kuscheltiere in die Wanne, die Spiele in die Truhe, den Hüpfball an die Wand.

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