Kinderzeichnungen erzählen Geschichten

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Auf einem Stapel liegen bereits mehrere Bilder. Kinder malen, zeichnen und kritzeln immer wieder mit Energie, Hingabe und Ausdauer. Doch was genau sie zu Papier bringen, bleibt meistens ihr Geheimnis. Kinderzeichnungen können aber auch einiges aussagen.

Kinder teilen sich mit Kinderzeichnungen mit

Mit Kinderzeichnungen können Kinder Erlebtes verarbeiten. Foto: PeJo29, iStock, Thinkstock

Wenn Eltern auf Kinderzeichnungen schauen, sehen sie Bilder. Die Kinder dagegen sehen die Geschichten, die ihre Zeichnungen symbolisieren und verbergen. Sie bringen das, was sie interessiert und beschäftigt, zu Papier und drücken sich auf diese Weise in ihren Bildern aus. «Das Malen bietet den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zur Entspannung und unterstützt sie in schwierigen Lebenssituationen», erklärt Malbegleiterin Jacquelin Heim aus Solothurn. «Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Konzentration werden beim Malen gestärkt. Erlebtes kann nachempfunden, gesehen, verstanden und verarbeitet werden, damit Neues in geschütztem Rahmen seinen Weg bahnen kann.»

Zurückhaltung tut bei Kinderzeichnungen gut

«Du kannst das hier noch ausmalen!», «Willst du hier nicht noch was dazu malen? Die Ecke ist so leer!», «Komm, ich zeig dir mal, wie du ein Pferd besser zeichnen kannst!» Mit solchen Äusserungen sollten sich Erwachsene zurückhalten. Denn diese Vorschläge haben das Ziel, Kinderzeichnungen in dekorative Bilder zu verwandeln. Doch würde das Kind sein Bild verändern, würde es automatisch auch das verändern, was es ausdrücken will. «Wenn Erwachsene sich zu sehr einmischen, verlieren viele Jungen und Mädchen die Lust am Malen – und damit ein wichtiges Ausdrucksmittel», warnt Dr. Armin Krenz, Wissenschaftsdozent mit Zulassung zur heilkundlich, psychologisch-therapeutischen Tätigkeit und Mitinhaber des «Instituts für angewandte Psychologie und Pädagogik» in Kiel. Letztendlich gilt: Ein Bild ist dann gut, wenn das Kind zufrieden mit ihm ist.

«Wie findest du das?»

Kaum hat Mama den Kindergarten betreten, hält Ella ihr schon ihr Bild entgegen. «Wie findest du das?» fragt sie erwartungsvoll. Damit meint Ella nicht, ob Mama findet, dass sie gut gemalt hat. Vor allem ist sie neugierig, was ihre Mutter zu der Geschichte sagt, die sie zum Ausdruck gebracht hat. Diese allerdings erschliesst sich Eltern selten auf den ersten Blick. Ratlos nachzufragen «Was ist das denn?» kann Enttäuschung hervorrufen. «Das siehst du doch!», ist oft die wütende Antwort. Hilfreich ist es, erst mal sachlich zu bleiben und zurück zu melden, was man sieht: «Du hast eine Blume gemalt – und ein Haus – und ich sehe viele Punkte …» Was die Punkte zu bedeuten haben, sprudelt aus Ella jetzt heraus. Ein interessantes Gespräch über das Bild beginnt …

Vorsicht beim Interpretieren von Kinderzeichnungen!

Das Kind benutzt nur dunkle Farben – ist es etwa traurig? Warum nur hat es den Figuren keine Hände gemalt – fühlt es sich handlungsunfähig? Wieso malt es immer das Gleiche – welches Ereignis versucht es denn da zu verarbeiten? Erwachsene versuchen, aus Kinderzeichnungen auf die psychische Situation ihres Kindes zu schliessen, doch Experten mahnen zur Vorsicht bei Interpretationen. «Zwar entsteht nichts zufällig, ohne Anlass und ohne Grund», sagt Armin Krenz. «Doch wirklich deuten können nur Fachleute Kinderzeichnungen.»

Was Kinder zum Malen brauchen

Der Handel bietet viele Spezialstifte. Doch um sich beim Malen und Zeichnen gut ausdrücken zu können, benötigen Kinder nur wenige Materialien:

  • Weisses Papier in verschiedenen Grössen
  • Buntstifte, Wachsmalstifte und Wasserfarbe
  • Qualitativ hochwertige Filzstifte, die kräftige Farben ermöglichen

Kinderzeichnungen aufheben

Kinderzeichnungen zeigen, was Kinder beeindruckt und beschäftigt. Wenn Eltern die Bilder ihrer Kinder aufheben, werden sie zu wertvollen Erinnerungen. Doch schon die Auswahl fällt schwer. Welche Kinderzeichnung ist nur eine Routine-Arbeit, welche ist ein grosses Werk? Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, die meisten Bilder zu archivieren, denn in grossen Din-A-3 Sammelmappen, nach Jahreszahl geordnet, nehmen sie nicht viel Platz weg. Noch grössere Formate lassen sich um eine lange Papprolle wickeln und mit einem Gummiband befestigen. Mit Hilfe des Datums, auf der Rückseite mit Bleistift notiert, kann das Bild später zeitlich zugeordnet werden. Auch der Anlass, aus dem das Bild gemalt wurde, lässt sich auf der Rückseite aufschreiben. Manche Bilder sind sperrig, weil sie auf Basteleien geklebt oder gemalt wurden. In diesem Fall kann es hilfreich sein, sie abzufotografieren und digital in einem speziellen «Kunst»-Ordner aufzubewahren.

Autor: Sigrid Schulze im Juni 2016

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