Plötzlicher Kindstod: Wenn das Baby stirbt

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Der plötzliche Tod eines Babys ist ein dramatisches Ereignis. Die Eltern werden vollkommen überrascht, die Diagnose «plötzlicher Kindstod» gibt ihnen keine Antwort auf die Frage nach einer Ursache, die immer im Dunkeln bleiben wird. Die Probleme nach dem Schock sind vielschichtig. Und die Trauerarbeit ist essentiell für die ganze Familie.

Mit dem plötzlichen Kindstod umgehen: Das ist für Eltern auch nach vielen Jahren nicht einfach.

Wenn das Bettchen plötzlich leer bleibt - plötzlicher Kindstod trifft Familien absolut unerwartet. Seine Ursachen sind immer noch weitgehend unbekannt, die Eltern tragen keine Schuld. Foto: iStock, Thinkstock

Plötzlicher Kindstod ist keine Krankheit. Als SIDS oder Sudden Infant Death Syndrom wird der unerwartete Tod eines Säuglings seit 1953 in der Fachsprache auf Englisch bezeichnet. Bis heute allerdings rätselt die medizinische Fachwelt über die möglichen Ursachen - keine Theorie konnte sich bisher durchsetzen.

Trotz der gesunkenen Gesamtsterblichkeit gilt SIDS heute immer noch als die häufigste Todesursache zwischen dem 14. Lebenstag und dem Ende des ersten Lebensjahres. Das Häufigkeitsmaximum liegt zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat, 80 Prozent der Fälle ereignen sich vor dem sechsten Lebensmonat. Männliche Babys sind etwas häufiger betroffen als weibliche. Häufiger passiert es in den Wintermonaten (Überheizung).

Was man heute weiss

In der Schweiz sterben jährlich 20 Babys, durchschnittlich ca. ein Baby von 5000 am plötzlichen Kindstod. Das Risiko ist also sehr klein. Vor zehn Jahren wurde SIDS noch doppelt so häufig diagnostiziert. Die Präventionskampagnen, die seit den 90er Jahren Verhaltestipps verbreiten, hatten Erfolg.

Die Ursachen von SIDS sind allerdings noch nicht ausreichend erforscht - verschiedene Theorien stehen in Konkurrenz. Deshalb gibt es noch kein Rezept und keine Impfung dagegen. Auch gegenüber den vielschichtigen Folgen, die der Verlust eines Babys für die Mutter, den Vater, die Geschwister haben kann, ist man heute oft ratlos.

Empirische Studien stellten die folgenden Gefährdungsfaktoren fest:

  • Schlaf in Bauch- und Seitenlage
  • Rauchen während und nach der Schwangerschaft
  • Immunschwäche (Stillen ist besser für Immunabwehr
  • Wärmestress (Schlafumgebung wärmer als 19 Grad)
  • Stress, Alleinlassen des Babys, wenig Körperkontakt
  • Frühgeborene vor der 33. Woche
  • Mutter unter 21 Jahre alt
  • Gendefekte in Verbindung mit Viren
  • Bakterien (unter Verdacht stehen Honig oder die Matratze)
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