Schwereloser Sport: Wassergymnastik in der Schwangerschaft

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Sport tut gut, auch wenn man schwanger ist. Wenn der Bauch allerdings immer dicker wird, kann es schwerfallen, sich zu motivieren. Wassergymnastik in der Schwangerschaft ist deshalb die ideale Sportart, denn im Wasser kann frau sich wieder leicht und schwerelos fühlen.

Bei Wassergymnastik in der Schwangerschaft kann man sich schwerelos fühlen.

Wassergymnastik in der Schwangerschaft kann entspannend sein und Spass machen. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Wenn Sie sich in den letzten Wochen Ihrer Schwangerschaft befinden, haben Sie wahrscheinlich schon fast vergessen, wie es sich ohne einen dicken Bauch anfühlt, der ständig im Weg zu sein scheint. Oder wie es ist, wenn man nicht ständig Massen von Gewicht mit sich herumschleppt oder aller fünf Minuten aus der Puste kommt. Wissen Sie noch, wie es war, als Sie noch beweglich waren? Es gibt einen Ort, der Ihrer Erinnerung auf die Sprünge helfen kann: das Wasser.

Im Wasser können Sie sich wieder so leicht fühlen, wie vor dem Wachsen des Schwangerschaftsbauches. Deshalb ist Schwimmen der Sport, der in der Schwangerschaft sehr oft empfohlen wird. Wer es etwas strukturierter und geselliger mag, kann es mit einem Kurs in Wassergymnastik versuchen. Auch wenn Sie Nichtschwimmerin sind und die Schwerelosigkeit im Wasser geniessen wollen, kann ein Kurs für Sie ideal sein, da die Übungen im brusttiefen Wasser stattfinden.

Nicht nur Ihnen kann Wassergymnastik gut tun, auch Ihr Baby wird sich über das sanfte Schaukeln freuen und an Ihrem Wohlbefinden teilhaben. Zudem ist Ihr Ungeborenes gegen laute Geräusche und Erschütterungen im Wasser doppelt geschützt.

Wassergymnastik in der Schwangerschaft

Jeder Kurs in Wassergymnastik ist natürlich etwas anders strukturiert. Manche Kurse werden für Paare angeboten, andere nur für die schwangere Frau. Manche Kurse benutzen Hilfsmittel wie Wasserbälle, Frisbeescheiben oder Schaumstoffnudeln. In manchen Kursen werden die Frauen mit Popmusik zum Sport motiviert, in anderen ertönt klassische Musik in den Entspannungsphasen.

Verbindend ist jedoch, dass die Gymnastik im Feuchten den Schwangeren gut tut. Der Druck, der sonst auf den Muskeln und Gelenken lastet, lässt nach und erlaubt es dem schwangeren Körper, sich zu entspannen und zu lockern. Verkrampfungen in Schulter und Nacken lassen sich zumindest für die Dauer des Kurses nicht spüren. Durch diese Entlastung, aber auch durch die Bewegung im Wasser, kann typischen Schwangerschaftsbeschwerden vorgebeugt werden. Der Wasserdruck auf der Haut unterstützt die Durchblutung des Gewebes und kann so beispielsweise Wassereinlagerungen oder Krampfadern vorbeugen. Gleichzeitig sorgt der Wasserdruck dafür, dass Sie sich bei den Bewegungsübungen der Gymnastik mehr anstrengen müssen und verbessert dadurch Ihre Fitness und Kondition. Die sportliche Aktivität regt zudem den Kreislauf an.

Auch Rückenschmerzen, von denen in der Spätschwangerschaft viele Frauen betroffen sind, können durch die Entlastung der Wirbelsäule besser werden. Durch bestimmte Übungen werden zudem die Rücken-, Bauch- und Beckenbodenmuskeln gekräftigt und gedehnt.

Wassergymnastik für die Geburt

Wassergymnastik hält jedoch nicht nur in der Schwangerschaft fit, sondern dient auch direkt zur Vorbereitung auf die Geburt. Hierbei sind insbesondere bestimmte Atemübungen von Bedeutung, die auch bei der Geburt angewendet werden können. Zudem wird die Atemmuskulatur durch den Wasserdruck gestärkt.

In einer brasilianischen Studie um Dr. Erica Baciuk von der University of Campinas konnte sogar nachgewiesen werden, dass Frauen, die einen Kurs in Wassergymnastik in der Schwangerschaft besucht hatten, in der Geburt weniger Schmerzmittel verwendeten. Es wurde vermutet, dass sich die Kursteilnehmerinnen in einer besseren physischen und psychischen Verfassung befanden.

Risiken von Wassergymnastik

In einer normalen Schwangerschaft ist Wassergymnastik problemlos möglich. Falls Sie jedoch in der Frühschwangerschaft Blutungen oder wehenartige Krämpfe hatten, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Wassergymnastik für Sie das Richtige ist.

Meist beginnen Kurse um die 16. Schwangerschaftswoche herum, aber natürlich kann es auch eher oder später losgehen. Empfohlen wird oft, in den letzten vier Wochen auf Schwimmbadbesuche zu verzichten. Viele Frauen finden es aber in den letzten Schwangerschaftswochen ganz besonders angenehm, der Schwere des nun sehr dicken Bauches für eine Weile zu entkommen. Wenn Sie dazu gehören, sollten Sie sich mit Ihrem Frauenarzt besprechen. Er kann zum Beispiel feststellen, ob der Muttermund noch ganz geschlossen ist, sodass kein Wasser und keine Keime eindringen können. 

Um einen guten Kurs für Wassergymnastik zu finden, können diese Fragen hilfreich sein:

  • Wer unterrichtet den Kurs? Ist es eine Hebamme oder jemand, der sich auf Schwangerschaft spezialisiert hat?
  • Wie viele Teilnehmer gibt es maximal? Die Gruppe sollte nicht zu gross sein, sodass der Kursleiter genügend Zeit hat, sich um jede Schwangere zu kümmern. Bis zu 14 Leute ist ideal.
  • Wie warm ist das Wasser? Um 30°C oder sogar noch etwas wärmer sollten es schon sein, schliesslich wollen Sie sich nicht bei den langsameren Entspannungsübungen verkühlen.
  • Wie ist der Ablauf einer Kursstunde? Phasen der Entspannung sollten sich mit Phasen der Belastung abwechseln.

Autor: Julia Wohlgemuth

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