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Ernährung in der Schwangerschaft: Tipps von der Expertin

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«Du musst nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Kopfe essen, damit dich nicht die Naschhaftigkeit des Mundes zugrunde richtet.» Was Friedrich Nietzsche bereits im 19. Jahrhundert empfahl, gilt heute genauso. Besonders für Schwangere. Denn die Ernährung in der Schwangerschaft hat Einfluss auf das Baby.

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Gesunde Ernährung ist in der Schwangerschaft wichtig.

Beeren enthalten viele Vitamine, die für eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft wichtig sind. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Wussten Sie, dass es bei Säuglingen von Frauen mit starkem Übergewicht häufiger zu angeborenen Fehlbildungen kommt? Wussten Sie, dass Frauen mit Kinderwunsch das Vitamin Folsäure bereits ein bis zwei Monate vor der Schwangerschaft einnehmen sollten, um das Risiko des offenen Rückens beim Kind um 75 Prozent zu reduzieren? Wussten Sie, dass Omega-3-Fettsäuren, die in Fisch vorkommen, die Sehschärfe des Kindes beeinflussen?

Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ernährung vor und während der Schwangerschaft einen entscheidenden Einfluss auf das Neugeborene hat. An der Fachtagung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE im September dieses Jahres erklärte Professor Irene Hösli, Abteilungsleiterin Geburtshilfe und Schwangerschaftsmedizin am Universitätsspital Basel, auf was es dabei ankommt.

Die Lebensmittelpyramide der SGE

So sieht die Schweizer Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE aus. Sie können diese auch als Merkblatt unter www.sge-ssn.ch downloaden. Bild: SGE

Grundsätzlich können sich Schwangere an die Empfehlungen der SGE halten. Die Lebensmittelpyramide der SGE bietet dabei eine gute Orientierung. Daneben sollten Schwangere einige Grundregeln beachten:

  • Verzichten Sie auf Alkohol und Rauchen.
  • Trinken Sie nicht mehr als 3 Tassen Kaffee pro Tag.
  • Verzichten Sie wegen der Gefahr von Listeriose und Toxoplasmose auf Rohmilchprodukte, Weich- und Halbhartkäse aus roher und pasteurisierter Milch sowie rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, Geflügel, Fisch und Charcuterieprodukte.
  • Trinken Sie 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Am besten sind Wasser oder ungesüsste Früchte- oder Kräutertess.
  • Halten Sie sich an die Hygiene Standards. Waschen Sie Ihre Hände vor dem Essen. Waschen Sie Gemüse und Obst gründlich.
  • Bewegen Sie sich ausreichend. Mindestens 5 x 30 Minuten pro Woche zügig gehen oder eine entsprechende Sportart, besser 7 x 30 Minuten pro Woche.

Irene Hösli ging es bei der Ernährung in der Schwangerschaft aber vor allem um diese Themen: Übergewicht in der Schwangerschaft; Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente in der Schwangerschaft und die Rolle von Omega-3-Fettsäuren. Wir stellen die wichtigsten Punkte kurz vor.

Übergewicht in der Schwangerschaft

Immer mehr Frauen leiden an Übergewicht und Fettleibigkeit. In den vergangenen zehn bis 15 Jahren sei der Anteil an Frauen mit einem Body-Mass-Index von über 30 in der Schweiz auf neun Prozent angestiegen, so Hösli. Ein BMI von über 30, ab dem man von Adipositas oder Fettleibigkeit spricht, kann negative Folgen auf die Schwangerschaft haben. Die Frauen leiden beispielsweise häufiger an Schwangerschaftsdiabetes. Das Risiko einen Kaiserschnitt durchführen zu müssen ist höher. Die Gefahr von Fehlbildungen beim Kind ist grösser. Zudem haben übergewichtige Frauen häufiger Probleme beim Stillen.

Deshalb findet es Irene Hösli wichtig, dass übergewichtige Frauen mit Kinderwunsch beraten werden. Den Spruch «Essen für zwei» können Schwangere aus ihrem Kopf streichen. Frauen mit einem BMI zwischen 25 und 30 sollten wissen, dass sie während der Schwangerschaft nur rund sieben bis elf Kilogramm Gewicht zulegen dürfen. Bei Frauen, die einen BMI von über 30 haben, sollten es sogar nur fünf bis neun Kilogramm sein, wohingegen normalgewichtige rund elf bis 15 Kilo zulegen dürfen.

«Es geht nicht um eine Diät, wo man hungert, sondern zu lernen, was eine ausgewogene Ernährung bedeutet», erklärte Hösli. Frauen mit hohem Übergewicht empfiehlt sie, sich von einem Ernährungsberater über gesunde Ernährung und von einer Hebammedie über die optimale Gewichtszunahme in der Schwangerschaft beraten zu lassen. Für alle anderen ist der Frauenarzt der erste Ansprechpartner.



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