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Wo bringen Mütter am besten ihr Baby zur Welt? Für die meisten Mütter ist die Antwort klar: Sie wollen im Spital entbinden. Doch eine Entbindung im Spital hat nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile.
Für die meisten Frauen ist das Spital der sicherste Ort um ihr Baby zur Welt zu bringen. Foto: ©iStockphoto.com/Yarinca
Den meisten Müttern scheint das Spital der sicherste Ort zu sein, um ihr Baby zur Welt zu bringen. Zwar haben verschiedene aktuelle internationale Studien gezeigt, dass Hausgeburten und Geburten in einem Geburtshaus ebenso sicher sind wie Geburten im Spital. Doch immerhin müssen zwölf Prozent der Frauen, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, als Notfall ins Spital gebracht werden, ergab die Nationalfondstudie «Hausgeburt versus Spitalgeburt».
Wer sich von vornherein für die Entbindung im Spital entscheidet, geht also auf Nummer sicher. Der entscheidende Vorteil für die Entbindung im Spital: Dort sind immer Ärzte in der Nähe - Operationssäle mit lebensrettender Krankenhaustechnik ebenfalls.
Während Hebammen nach der Hausgeburt zwei Mal täglich zu den Müttern nach Hause kommen, haben Mütter im Spital jederzeit Ansprechpartner, wenn sie Hilfe beim Stillen brauchen.
«Auch nach der Entbindung ist im Spital Tag und Nacht ein Arzt schnellstmöglich verfügbar», informiert der Verein «Forum Geburt», der das Selbstvertrauen der Frauen und ihre Entscheidungsfähigkeit zu Themen rund um die Geburt stärken will.
Für ärztliche Untersuchungen wie für den Guthrie-Test, mit dem nach den wichtigsten Stoffwechselkrankheiten gesucht wird, müssen Mütter nicht extra mit dem Säugling das Haus verlassen. Meist wird er im Spital noch vor der Entlassung vorgenommen.
Mütter, die auch ältere Kinder haben, finden im Spital möglicherweise mehr Ruhe als zu Hause. Im Spital können sie sich ganz auf das Neugeborene konzentrieren und sich erholen, ohne sich Gedanken über die Zubereitung von Mahlzeiten oder andere Hausarbeiten machen zu müssen. Der stationäre Aufenthalt dauert vier bis fünf Tage. Nach Kaiserschnitten bleiben Mütter sogar rund sieben Tage.
Für die Sicherheit und Bequemlichkeit im Spital müssen Mütter auch Nachteile hinnehmen: Wer sich für das Spital entscheidet, verzichtet auf das Erlebnis, die Geburt als einen natürlichen Vorgang in vertrauter Umgebung zu erfahren. Die Möglichkeiten, die Geburt ganz nach persönlichen Vorstellungen zu gestalten, sind im Spital weitaus geringer. Darüber hinaus ist die Atmosphäre im Spital anonymer als zu Hause. Dort hat man Menschen um sich, die fremd sind. «Je nach Dienstplan und Dienstzeiten kümmern sich wechselnde Personen um die werdende Mutter», erklärt der Schweizerische Hebammenverband.
Gerade weil das Spital wenig Privatsphäre bietet, sollte sich die werdende Mutter ein Spital aussuchen, in dem sie sich möglichst wohl fühlt. Die meisten Spitäler bieten regelmässig entsprechende Informationsveranstaltungen an. «Wichtig ist, dass die Geburtsbegleiterinnen die Überzeugungen, Hoffnungen und Erwartungen der Eltern hinsichtlich der Geburt teilen und sie in ihren Entscheidungen unterstützen», darauf weist das «Forum Geburt» hin. «Sinnvoll ist, darauf zu achten, welche Geburtsphilosophie das Spitalteam hat.»
Bleibt die Mutter nach der Entbindung im Spital, ergibt sich für den Partner ein Nachteil: Er hat in diesen Tagen in der Regel weniger Kontakt zum Neugeborenen, als er zu Hause haben könnte. Das «Forum Geburt» weist allerdings darauf hin, dass viele Spitäler inzwischen für einen Hotellerie-Aufschlag ein Familienwochenbett anbieten.
Wer das Gefühl der Sicherheit im Spital geniessen will, aber sich gleichzeitig danach sehnt, möglichst schnell wieder zurück in die vertraute Umgebung zu kommen, kann die ambulante Entbindung wählen. Das bedeutet: Die Mutter wird mit ihrem Baby vier bis sechs Stunden nach der Geburt im Spital nach Hause entlassen. Wird eine ambulante Entbindung gewünscht, ist es sinnvoll, das Spital schon bei der Anmeldung darüber zu informieren.
Für die frühe Entlassung gibt es zwei Voraussetzungen: Zum einen müssen Mutter und Baby wohl auf sein. Zum anderen müssen die Eltern sich eine freipraktizierende Hebamme besorgt haben, die bis zu zehn Tage nach der Geburt die Familie betreut. Während der ersten fünf Tage sind jeweils zwei Hausbesuche pro Tag möglich.
Die Hebamme kontrolliert die gesundheitliche Verfassung von Mutter und Kind, indem sie zum Beispiel Blut abnimmt und Herzschläge überprüft. Darüber hinaus hilft sie beim Stillen und bei der Säuglingspflege. Auch Themen wie Rückbildungsturnen, Fragen zum Elternsein und zur Familienplanung können mit ihr besprochen werden. «Wer früh nach Hause will, sollte sich auch Hilfe für den Haushalt organisieren», darauf weist das «Forum Geburt» hin.
Text: Sigrid Schulze

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