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kann mich einer verstehen?

  1. Hallo Dingus,

    ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen, auch das schlechte Gewissen, was einen plagt, wenn man nicht sofort "angemessen" reagiert. Ich hatte einen Abbruch in der 13. Woche, in der Zeit der Diagnose bis zur ersten Ausschabung haben mein Mann und ich versucht, uns ganz sachlich mit dem Thema zu beschäftigen, so à la: der Befund war eindeutig, wir haben keine Wahl, da müssen wir jetzt durch und danach machen wir weiter. Direkt nach der Ausschabung ging es mir immer noch gut, bis etwa zum 3. Tag. Unter dem berüchtigten Hormonabfall bin ich dann leider etwas zerbröselt und bin vor Emotionen nahezu zerflossen. Auch nicht schön und gar nicht typisch. Nach der zweiten Ausschabung dann das Gleiche nochmal. Ich glaube, jeder geht auf seine (hormonüberlagerte) Art mit so einem schlimmen Ereignis um, auch wenn man es schafft, sachlich zu bleiben, bedeutet es nicht, dass einen so ein Ereignis kalt lässt. Was mir geholfen hat war, mich nicht zurückzuziehen, live oder über den Blog.
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für evtl. einen weiteren Versuch!!

    LG,
    Kefas

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  2. Hallo Dingus,

    Ich habe am 8.10. erfahren, dass das Herz nicht mehr schlägt da war ich bei 9+0. Eine Woche später hatte ich eine Ausschabung. bis dahin war es eine sehr harte Zeit da mein Mann auf eine Dienstreise nach Indien musste, was sich nicht verschieben lies.
    den Eingriff habe ich ganz gut überstanden. Ich war sehr gefasst mir ging es erstaunlich gut. das Wochenende drauf habe ich mal einen Heulkrampf gekriegt, aber es war nicht einmal trauriges heulen, sondern irgendwie mehr organisch, heulen ohne wirklich an Gefühle gekoppelt zu sein, mehr wie eine Körperfunktion.

    es war unsere erste IUI die gleich positiv war.
    Inzwischen geht es mir ganz gut, ich kann lachen, ich kann mich ärgern, Spaß haben und alles völlig unabhängig von der FG.
    Ich schmiede Pläne wann und wie wir weitermachen und habe gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, denn ich müsste doch mehr trauern.
    Aber wenn ich ehrlich bin trauere ich nicht um ein Kind, sondern um eine Zukunftsplanungsvision um eine verlorene Chance.

    Es gibt immer nochmal Gelegenheiten die traurig sind, ich mag z.B., keine Schwangerschaftsmeldungen, aber mein Leben ist relativ normal und nicht von Trauer geprägt.

    LG,
    bfayer

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