Facebook Pixel
Baby > Entwicklung

Schlafregression: Wenn das Baby einfach nicht mehr schlafen will

Wenn Babys tagsüber plötzlich kaum mehr schlafen wollen und nachts immer wieder aufwachen, spricht man von Schlafregression. Schlafregression tritt meist in Phasen auf, in denen Babys einen Wachstums- und Entwicklungsschub haben – typischerweise um den 4., 8., 12. und 18. Lebensmonat. Das Hirn arbeitet dann auf Hochtouren: Die Kleinen lernen viel und haben viel zu verarbeiten. Dies wirkt sich auf den Schlaf aus. Schlafregression tritt zum Glück phasenweise auf. Nach zwei bis sechs Wochen pendelt sich der Schlafrhythmus meist wieder ein. 

Alles nur nicht schlafen: Um den 4., 8., 12. und 18. Monat haben viele Kinder phasenweise Mühe, zur Ruhe zu kommen. Bild: GettyImages, SolStock

Schlafregression: Das Wichtigste in Kürze

  • Babys verarbeiten im Schlaf Informationen und Erlebnisse und speichern diese im Langzeitgedächtnis ab. In Zeiten von Wachstumsschüben und Entwicklungssprüngen läuft das Hirn darum auf Hochtouren und Kinder kommen nur schwer zur Ruhe. Was Sie über Schlafregression wissen müssen. 
  • Schlafregression tritt darum meist um den 4., 8., 12. und 18. Monat auf. In diese Abschnitte fallen die grossen Meilensteine der Babyentwicklung. Mehr zu den einzelnen Phasen.
  • Die Phasen dauern etwa zwei bis sechs Wochen an. Als Eltern können Sie Ihr Kind in dieser Zeit unterstützen. 
  • Auch wenn Ihr Kind meint, es brauche kein Schläfchen, sollten Sie trotzdem tagsüber Ruhezeiten einplanen und einlegen. Versuchen Sie Ihr Kind beim Entspannen zu unterstützen, damit es abends nicht zu überreizt ist. Tipps für Eltern gibt es hier.

Seit einer Woche will der bald acht Monate alte Maximilian einfach kein Schläfchen mehr machen tagsüber und kommt abends nur schlecht zur Ruhe. Auch wenn er offensichtlich müde ist, schreit er wie am Spiess sobald man ihn hinlegen will, tobt im Bettchen herum und will spielen. Ein klarer Fall: Maximilian befindet sich mitten in einer Phase der Schlafregression. Für die Eltern, für die der tägliche «Kampf» um den Schlaf aufreibend und anstrengend ist, bedeutet das: Es wird bald wieder einfacher. Wenn Sie in derselben Situation sind, erklären wir Ihnen hier, was es bedeutet, wenn Ihr Kind um den 4., 8. oder 18. Lebensmonat plötzlich weniger schläft.

Schlafregression: Defintion & Erklärung

Schlafregression ist eine Phase, die etwa im 4., im 8., im 12. und im 18. Lebensmonat des Babys auftritt. Das Baby oder Kleinkind schläft auf einmal schlechter – auch wenn es davor durchgeschlafen hat und ein guter Schläfer war. Das Baby hat in dieser Phase grosse Mühe, zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen. 

Wie lange dauert Schlafregression?

Schlafregression tritt zu Zeiten auf, in denen das Baby grosse Entwicklungsschritte macht und dabei oft einen Wachstumsschub hat. Das bedeutet: Schlafregression tritt phasenweise auf, nach etwa zwei bis sechs Wochen pendelt sich der Schlafrhythmus wieder ein. 

Warum Ihr Baby nicht schlafen will, obwohl es müde ist

Wie auch wir Erwachsenen verarbeiten Babys im Schlaf Informationen und Erlebnisse und speichern diese im Gedächtnis ab. In Zeiten von Wachstumsschüben und Entwicklungssprüngen erleben und lernen die Kleinen so vieles – und all diese neuen Eindrücke muss das Hirn verarbeiten und läuft darum auf Hochtouren. Entspannen und zur Ruhe zu kommen, wird zur Herausforderung. Und auch der Schlaf selbst wird unruhiger: Die Kleinen bewegen sich mehr und werden öfters wach. Vielleicht haben Sie sogar schon beobachtet, dass Ihr Baby schlafend neu gelernte Bewegungen wiederholt? 

So äussert sich Schlafregression

Ihr Baby geht gerade durch einen Entwicklungsschub und schläft schlechter? Dass Ihr Baby gerade eine Phase der Schlafregression durchmachen könnte, erkennen Sie auch an folgenden Anzeichen:

1 Quengeln, toben und weinen: Babys sind in Schlafregressionsphasen öfters quengelig und nur schwer zu beruhigen. 

2 Nächtliches Aufwachen: Durchschlafen? Das war einmal! Ihr Baby hat durchgeschlafen und wacht nun in der Nacht wieder auf. 

3 Mini-Schläfchen: Normalerweise hat Ihr Baby nach dem Mittagessen über eine Stunde geschlafen und nun macht es nur noch 30-minütige Nickerchen? In Phasen der Schlafregression fallen die Schläfchen um einiges kürzer aus. 

4 Veränderter Appetit: Wer viel lernt und viel wächst, hat Hunger. Babys haben in dieser Phase oft mehr Appetit.

Wann leidet ein Baby an Schlafregression?

Schlafregressionen treten meist zu Zeiten auf, in denen Babys einen Entwicklungsschub machen – das ist oft um den 4., 8., 12. und 18. Monat der Fall. In diese Lebensmonate fallen die grossen Meilensteine der Babyentwicklung: Die Kleinen lernen das Drehen, Krabbeln, Gehen, Sprechen und mehr. Das Gehirn der Kinder ist stark mit der Verarbeitung von Neuem beschäftigt, dass die Kleinen nur schwer zur Ruhe kommen. 

Mehr zur Schlafregression im 4. Monat

Im vierten Monat machen die meisten Babys einen Wachstumsschub durch. Ausserdem lernen die Kleinen jetzt das Greifen und die orale Phase beginnt. Es gibt sogar Kinder, die sich bereits zu drehen beginnen. Die Kleinen haben also viel zu verarbeiten. Kinder, die jetzt schon fünf Stunden oder mehr am Stück durgechschlafen haben, können nun plötzlich wieder aufwachen in der Nacht. Veränderungen macht das Baby aber nicht nur tagsüber durch: Auch die Schlafphasen und Tiefschlafphasen werden nun immer länger. Für die Kleinen kann dies ungewohnt sein, sodass sie beim Übergang von einer Phase zur nächsten Schlafphase aufwachen.

Mehr zur Schlafregression im 8. Monat

Im Alter von sieben bis neun Monaten geht im Bereich der Grobmotorik viel: Die Kleinen lernen, sich fortzubewegen, sie krabbeln, robben,  ziehen sich auf. Auch lernen sie Objekte und Menschen voneinander zu unterscheiden und Reihenfolgen in Abläufen zu erkennen. Das Baby entdeckt also immer mehr die Welt um sich herum – und will dies so ausgiebig wie möglich tun und alles Neue üben. Die Schläfchen am Tag fallen nun oft kürzer aus und die Nächte werden unruhig. Ein weiterer Faktor für unruhige Nächte kann auch das Zahnen sein.

Mehr zur Schlafregression im 12. Monat

Um den ersten Geburtstag machen viele Kinder die ersten Schritte. Auch das Zahnen sorgt weiterhin dafür, dass viele Babys nicht gut schlafen. Es kann sein, dass das Kind eine Weile lang tagsüber nur noch ein Schläfchen macht. Dies ist aber nur eine Phase und Ausdruck der Schlafregression: Bis etwa zum 15. Monat brauchen Kinder mehr Ruhe als nur einen Mittagsschlaf.

Was Sie tun können bei Schlafregression

Schlafregressions-Phasen sind anstrengend - nicht nur fürs Baby, sondern auch für die Eltern. Denn, auch wenn Ihr Kind glaubt, es müsse nicht schlafen und brauche keine Pause – die braucht es doch. Und wir alle wissen, wie es ist ein übermüdetes, überreiztes Baby im Haus zu haben...

So helfen Sie Ihrem Baby bei Schlafregression: 5 Tipps für Eltern 

1 Schlafenszeiten einhalten: Achten Sie darum darauf, dass es auch in Phasen der Schlafregression tagsüber regelmässige Schlaf- oder zumindest Ruhepausen gibt. Ansonsten stauen sich alle Reize bis am Abend auf und das nächtliche einschlafen wird noch schwieriger. Regelmässigkeit und Rituale helfen. Legen Sie Ihr Kind in diesen Pausen am besten ins Bett im Kinderzimmer. So verbindet es den Ort mit Schlafen und Ruhe. Sie können auch das Zimmer abdunkeln - dies fördert die Produktion des Schlafhormons Melatonin.

2 Entspannung bieten: Verbingen Sie viel Zeit an der frischen Luft – auch das hilft dem Baby gegen Stress. Gewisse Kinder entspannen sich gut bei einem warmen Bad. Finden Sie heraus, wobei Ihr Kind entspannt.

3 Sicherheit: Viele Babys brauchen jetzt mehr Nähe und Zuneigung - geben Sie Ihrem Kind, was es braucht. Auch gemeinsame Rituale vermitteln Sicherheit.

4 Hunger stillen: Wachstums- und Entwicklungsschübe machen hungrig. Füttern oder stillen Sie Ihr Baby einfach etwas mehr. Der gewohnte Rhythmus wird sich wieder einpendeln, wenn die Phase durch ist. 

5 Hilfsmittel nutzen: Vielleicht reagiert Ihr Kind besonders gut auf White Nose, ein anderes braucht zum Einschlafen das Kuscheltier oder das Nuschi. Nutzen Sie solche Einschlafhilfen. Vor allem bei kleineren Kindern kann die Trage der Retter in der Not sein: Viele Kinder beruhigen sich in der Babytrage und schlafen so ein.