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Kiwu mit 46 j

  1. Hallo.

    Bin 46 Jahre alt und glücklich verheiratet.Freue mich dieses Forum gefunden zu haben.
    Wir haben 15 Jahre gehofft,dass unser Kinderwunsch in Erfüllung geht.
    Für mich waren es schlimme Jahre.Wie so viele andere frage ich mich,warum? Einen medizinischen Grund gibt es nicht.
    Mir bleibt nichts anderes übrig,als es zu akzeptieren.

    Ich freue mich auf den Austausch mit Frauen, die auch Abschied nehmen müssen.

    Liebe Grüße,
    Shelliwelli

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  2. Liebe ShelliWelli,

    wir teilen unser Schicksal, auch wenn ich "erst" 33 bin und "erst" 4 Jahre auf ein Kind warte. 4 Inseminationen hatten keinen Erfolg und in das Gebiet der künstlichen Befruchtung möchte ich mich nicht begeben. Der Gedanke, ein Kind, das gezwungenermaßen auf die Welt kommen muss, gefällt mir nicht. Was denkst du zu diesem Thema? Hast du dich auch mit dem Thema Adoption beschäftigt? Wenn ja, habt ihr vergeblich einen Antrag gestellt?
    Wenn nein, warum kam Adoption nicht in Frage? 
    Ich freu mich, von dir zu hören.
    LG,
    Comptone

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  3. Hallo Comptone,

    Durch IVF gezeugte Kinder kommen nicht gezwungenermaßen auf die Welt, auch bei IVF oder ICSI kommt es nicht immer zu einer Schwangerschaft, also es wird eine Auswahl getroffen,.
    Wenn du gegen IVF bist, musst Du auch gegen Kaiserschnitte sein, denn diese Kinder werden ja auch in die Welt "gezwungen.
    So groß kann Dein leidensdruck nicht sei wenn Du gegen IVF bist.
    Wir sind auch betroffen, versuchen zu akzeptieren und haben uns bewusst gegen weitere Maßnahmen entschieden (auch wegen der Genetik), ... mit mehr oder weniger großem Leidensdruck hat das nichts zu tun, ... Sprüche wie "... so groß kann Dein leidensdruck nicht sein, wenn Du gegen IVF bist ..." finde ich - gelinde gesagt - anmaßend !!!!!

    Jeder muss das für sich selber entscheiden!
    LG,
    bfayer

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  4. Hallo ShelliWelli,

    auch ich denke, das der Weg, den man geht, absolut nichts mit der Größe des Leidensdrucks zu tun hat.....denn dann dürften wir gar keinen Leidensdruck in den 6 Jahren, die wir uns eine ganz normale Schwangerschaft sehnlichst gewünscht haben, gehabt haben, denn wir haben uns komplett gegen die Medizin entschieden und haben sogar noch nicht mal nach der Ursache suchen lassen.....ja, für uns war eine Adoption immer schon im Kopf, aber wir haben trotzdem erst die Trauer verarbeiten müssen, dass wir halt "nicht-einfach-so" ein Kind bekommen.

    Und auch mein Leidensdruck war zeitweise so groß, dass ich die Straßenseite gewechselt habe, wenn mir eine Schwangere entgegen kam.....
    „Jeder muss das für sich selber entscheiden ob eine IVF in der Ch oder gleich Leihmutterschaft in der Ukraine!“ – genau.

    Gruß,
    Retfalvi

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  5. Hallo Comptone.

    Erstmal vielen Dank für Deine Antwort.
    Wir haben 5 Inseminationen gemacht und 1 IVF.Dann habe ich mich gegen die Medizinische Hilfe entschieden,weil ich die enorme Belastung nicht so gut verkraftet habe. Eine Adoption kam nicht in Frage da mein Mann nicht dazu bereit war.
    Ich habe mich dann einer Selbsthilfegruppe angeschlossen und da gute Freundinnen gefunden.Eine Freundin aus der Gruppe ist nach mehreren IVF Veruschen die fehl geschlagen sind mit 40 Jahren schwanger geworden.Es gibt immer wieder kleine Wunder.
    Mein Leidensweg war und ist manchmal noch sehr massiv.
    Aber ich habe gelernt es zu akzeptieren.Natürlich gibt es immer wieder Rückschläge.Ich habe einen wunderbaren Mann und wir genießen unser Leben.Denn man hat nur dies eine Leben.
    Wünsche Dir ein ruhiges und schönes Weihnachtsfest.
    Liebe Grüße,
    Shelliwelli

    editiert am 31.12.20 um 07:07

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  6. Hallo an alle !

    Ich habe von unserer Kinderlosigkeit mit 36 Jahren knapp 14 Tage vor meiner Hochzeit erfahren. Das Ganze ist jetzt 1 1/2 Jahre her. Das war nicht einfach. Es liegt an meinem Mann. Mittlerweile habe ich hier die Geschichte einer Frau gelesen, die zwar vermutet es könne Probleme geben, deren Freund sich aber bewusst erst nach der Hochzeit medizinisch kontrollieren lies. Ich denke DAS ist auch nicht einfach. Und diese Geschichte hat mir geholfen, meine Situation etwas anders zu betrachten, denn es war und ist sicherlich nicht einfach ungewollt kinderlos zu sein, aber so wie die Dinge sich in unserem Fall verhielten gibt es auch einiges "Positive" zu vermelden : wir haben trotzdem geheiratet und ich habe gewusst wie die Dinge stehen. Seitdem lese ich hier mit.

    LG,
    MarieCh

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  7. Hallo ShelliWelli
    Ich hab mich therapeutisch begleiten lassen und kann dies nur empfehlen. Frau (und auch Mann) ist am Thema "Kind" (geboren und ungeboren) sehr verletzlich, selbst Mütter neigen hinsichtlich ihrer Kinder zu Empfindsamkeiten. Ich denke also - im Jahre 2015 - das Thema "ungewollt Kinderlos" braucht sehr wohl "Raum", ... aber dieser Raum braucht schon irgendwie auch einen ("begrenzten";) Rahmen. Deshalb glaube ich, der distanzierte und fachlich kompetente Umgang mit diesem sehr emotionsbeladenem Thema ist dringend erforderlich. Und es gibt sicherlich überall einige gute Therapeuten. Ich hatte übrigens keinen uneingeschränkt prima Start mit meinem Therapeuten, ... bin trotzdem sehr zufrieden, mit Therapeuten muss man schließlich nicht besonders "kuschelig" sein. Auch das musste ich aber erstmal kapieren und dazu brauchte ich zunächst einfach etwas Distanz zu "meinem" Thema und meiner "Betroffenheit". Leider scheint das Thema im therapeutischen Alltag allerdings nicht sehr präsent zu sein. Dabei gibt es soooooo viele Betroffene.

    LG,
    Calaferte
     

    editiert am 31.12.20 um 08:08

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  8. Hallo Shelliwelli
    Mir ist aber auch aufgefallen, dass unser Thema hier im Forum AKZEPTANZ ist. Leider kommt das nicht immer so ganz raus. Mit einer bestimmten Anzahl von IVF oder IXCI-Versuchen, dem Ausmaß von Leidensdruck (ganz klar und leider sehr wohl vorhanden !!!) oder der bewussten Entscheidung (aus welchen Gründen auch immer) GEGEN irgendwelche Maßnahmen hat das NICHTS zu tun. Selbst Adoptionswillige sollten doch - denke ich - zunächst ihre ungewollte Kinderlosigkeit AKZEPTIEREN bevors weitergeht. Wobei ich "akzeptieren" meine, nicht "hinnehmen", also aktiv Möglichkeiten be- und ergreifen die sich aufgrund der Kinderlosigkeit (aber nicht nur aufgrund der Kinderlosigkeit) bieten und schlußendlich Trauer & Tränen akzeptieren und zulassen, ohne schlechtes Gewissen und dabei zu wissen ... schlechte Phasen kommen, ..., aber sie gehen auch wieder vorbei. Ich habe auch schlechte Phasen, manchmal echt schlechte Phasen, aber ... ich habe auch echt gute Phasen ... ähnlich, wie die Mütter um mich rum. Diese Erkenntnis hilft mir weiter und ich kann meine Kräfte auch besser einteilen, zielorientiert, für andere Ziele.

    LG,
    Panicaut
     

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  9. Hi ShelliWelli
    Ich bin nicht mehr im ständigen Kampf mit mir, meinem Schicksal, meiner Umwelt und auch meinem Partner. Und meine guten Phasen haben nichts mit einem Leben auf der Überholspur, Gucci, Prada oder Urlaub in XXL zu tun. Eher mit einer gewissen Besinnung und dem Wunsch mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten aktiv zu gestalten. Eigentlich ein ganz normaler Wunsch ! Dass es dabei hinsichtlich der "Möglichkeiten" NICHT gerecht zugeht wissen wir doch alle längst. Ich denke man sollte auch akzeptieren (selber, aber auch Partner und Umwelt), dass aus einem ungewollt Kinderlosen, NIE ein gewollt Kinderloser wird. Ich achte deswegen mehr auf mich und erspar mir deswegen in diesem Jahr die weihnachtliche TOTALE. Weihnachten feiere ich "gemäßigt". Dabei bin ich ehrlich und stoße auf viel Verständnis und ... ich freu mich drauf ! Außerdem werden meine schlechten Phasen irgendwie doch weniger, ich denke noch oft über meine Situation nach, aber es zieht mich nicht mehr völlig hinab.

    LG,
    HakOtoko

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  10. Hallo ShelliWelli!

    Ich hoffe Du hast Dir das mit dem Leidensdruck nicht so doll zu Herzen genommen, wie gesagt .... ich finde es anmaßend bis grob fahrlässig. Aber solche Sprüche begegnen mir auch, wenn man "nichts" tut. Grundsätzlich jedoch gehört solch ein Statement nicht hier hin, erst recht nicht unter "Betroffenen", die um die Tragik und den Schmerz der ungewollten Kinderlosigkeit wissen. Mir begegnet viel Verständnis, von Eltern sicherlich oft nur "theoretisches" Verständnis, allerdings ist mein Verständnis der Elternschaft auch nur sehr "theoretisch". Verstehen braucht oft eigenes Erfahren und dazu braucht man auch Zeit. Reden hilft, es birgt die Chance sich zu erklären und Missverständnisse zu vermeiden, dennoch läuft immer mal was schief. Also, wir sollten hier eher "konstruktiv" miteinander umgehen.

    Außerdem muss man(n) und frau sich im Klaren sein, dass die Diagnose und der Umgang damit einen ziemlich umwerfen kann. Bei mir war das so. Ich hab das völlig unterschätzt, weil ich auch tatsächlich zu jedem Zeitpunkt gedacht habe, die Dinge würden sich mit etwas mehr Geduld von alleine erledigen.

    LG,
    Fefe
     

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