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mein ungewöhnliches Verhalten?

  1. Hallo ihr Lieben,

    ich habe letzte Woche Mittwoch erfahren, dass das Herzchen von unserem Baby nicht mehr schlägt. Und ich bin relativ cool geblieben und habe die Ärztin getröstet, die total geknickt war mir diese Diagnose mitteilen zu müssen. Zwei Tage später bin ich relativ gut gelaunt zur Ausschabung, habe mit den Ärzten und Schwestern geplaudert als wäre nix. Die waren sicher irritiert über mein für die Situation eher ungewöhnliches Verhalten.

    Versteht mich nicht falsch, ich bedauere es sehr, dass wir im Herbst nicht wie gehofft ein zweites Baby bekommen. Wir hätten es uns so sehr gewünscht und so viel Geld in unsren Versuch investiert. Trotzdem habe ich noch keine richtige Trauer empfunden. Eher Erleichterung, dass wir nicht mehr mit der Ungewißheit leben müssen ob die Schwangerschaft nun hält oder nicht oder ein behindertes Kind hervorbringt.
    Kann das irgendwie jemand verstehen? Oder bin ich total abgestumpft? Vielleicht ist es auch eine Schutzreaktion. Ich weiß nicht, wie oft mir dieses Schicksal noch blüht. Wir wünschen uns noch ein zweites Kind und werden es natürlich weiter versuchen.

    Einen Platz in meinem Herzen hat unser Baby auf jeden Fall bekommen, wie alle anderen Sternchen auch.

    Viele Grüße,
    Marbeuf

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  2. Liebe Marbeuf,

    ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch ich habe bei 9+5 schon einmal erfahren, dass das Herz meines Sternchens aufgehört hat zu schlagen. Auch ich war relativ gefasst und musste nicht sehr weinen. Ich konnte sehr sachlich bleiben und war nicht zu emotional. Am Tag der Ausschabung war ich etwas aus der Bahn, bin aber schon zwei Tage später wieder zur Arbeit gegangen und konnte mit der Situation gut umgehen. Von großer Trauer kann ich nicht sprechen, auch wenn das sicher nicht bei vielen Damen auf Verständnis stößt. Es war unglaublich schade und auch dieses Sternchen hat Platz in meinem Herzen.
    Es ist allerdings kein Vergleich zur stillen Geburt meiner Mädels, die ich unter heftigen Wehen auf die Welt bringen musste in ihren sicheren Tod. Der Schmerz ist unglaublich, die Lücke nicht mehr zu schließen.
    Ich kann Dich verstehen.
    Sind wir deshalb herzlos? Ich glaube nicht- vielleicht einfach gnadenlose Realistinnen.

    Liebe Grüße von MajoniMoni

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  3. Hallo MajoniMoni,
    schön, dass du mich verstehen kannst. Ich dachte schon, ich bin irgendwie total Gefühlskalt geworden, obwohl mein Umfeld mich sicher eher als herzlichen Menschen bezeichnen würde. Das mit deinen beiden Mädchen tut mir sehr leid. Das ist in der Tat eine Nr. härter. Die FG in der 17. SSW war für mich auch ungleich schlimmer, obwohl unser Mädchen damals schon 1-2 Wochen tot gewesen sein muss, musste ich sie auch unter künstlichen Wehen zur Welt bringen. Dafür hat sie eine Sonderstellung unter meinen Sternchen.
    Ich wünsche dir alles Gute.
    LG,
    Marbeuf

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  4. Liebe Marbeuf,

    vielleicht kommt es auch darauf an, was man schon alles erlebt hat und wie lange man zwischen erster Vermutung und Diagnose MA plus AS in der Luft hing.

    Manche schreiben, dass sie nicht wissen, wie sie den berechneten ET ihres Sternchens überstehen sollen. Das ist auch okay so. Aber ich habe an den Tagen nicht Besonderes gemacht oder irgendwie speziell an das Baby gedacht. Das wird leider von vielen als nicht so okay bzw. Verdrängung angesehen.

    Jeder trauert anders. Nach der ersten MA im April letzten Jahres in der 10. SSW war ich schon traurig, aber auch sehr erleichtert. Ich war nach zwei Tagen wieder arbeiten. (Die Diagnose schwebte 3,5 Wochen über uns, aber der HCG stieg kontinuierlich.)

    LG,
    Douzehiversdesolitude

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  5. Hallo Marbeuf
    Nach der zweiten MA im August in der 7. SSW war ich eigentlich erstmals nur wütend auf die Ärzte im KH, in dem ich eine Woche wegen Blutungen lag. Dieses: "Sie sind ja noch jung" "Probieren Sie es noch einmal, wenn es wieder schief geht, werden Untersuchungen gemacht" usw. ließ mich den Schmerz kaum spüren. Ich war fassungslos und wollte es nie wieder versuchen. Glücklicherweise waren Sommerferien und ich musste erst eine Woche später wieder arbeiten.

    Die SSen sind mir nicht egal und ich denke auch mit Wehmut daran zurück, aber ich habe sicherlich nicht so getrauert, wie es viele hier tun. Ich finde es okay, wenn man trauert und sich an die Erinnerungen klammert, aber ich bin wohl zu sehr Naturwissenschaftlerin. Meine Sternchen wurden leider nicht richtig versorgt und konnten nicht wachsen. Daran trägt niemand schuld. Jetzt weiß ich, wie ich das verhindern kann und in dieser Schwangerschaft klappt es.

    LG,
    Kefas

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  6. Hallo Marbeuf!
    Ich renne trotzdem panisch fast jede Woche zur FÄ- bei jeder Kleinigkeit. Und bevor ich es spürte, fragte ich sie immer, ob es noch lebt. Vielleicht ist das meine Art, damit umzugehen.

    Dein Sternchen weiß, dass es in deinem Herzen ist- egal ob Du weinst oder nicht. Jeder Mensch trauert anders.

    Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, weiterhin mutig zu sein und es wieder zu probieren. Hoffentlich geht der Wunsch nach einem Geschwisterkind in Erfüllung!

    LG,
    Pandeamon

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  7. Hallo!

    Ich hab auch nicht wahnsinnig getrauert ... die ersten 3 Tage nach der Ausschabung habe ich viel geweint, aber danach eigentlich nicht mehr so. Trotzdem denke ich täglich daran, aber halt "anders". Ich weiß auch nicht, bei uns laufen momentan ziemlich viele Dinge ordentlich schief (beziehungstechnisch passt alles, es sind andere Dinge), da kommt einfach vieles zusammen und man hat nicht so die Zeit/Kraft sich großartig darüber Gedanken zu machen. Trotz allem bin ich ein hoffnungsvoller Optimist! Die einen trauern mehr, die anderen weniger, das heißt aber nicht, dass unsere Sternchen uns weniger wichtig sind. Es hat und wir immer seinen Platz in unseren Herzen haben.

    Besonders wenn man schon ein Kind hat, hat man einfach nicht so viel Zeit darüber nachzudenken. Ist doch so, oder? Oder geht es nur mir so damit?


    Liebe Grüße,
    bfayer

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  8. Liebe Marbeuf,
    ich habe einfach Glück im Unglück gehabt und bei der humangenetischen Untersuchung vernutete die Humangenetikerin aufgrund des Stammbaumes eine Blutgerinnungsstörung, obwohl sowas bei niemandem aus meiner Familie bekannt war. Diese Untersuchung durfte ich glücklicherweise nach der zweiten Fehlgeburt machen, obwohl man üblicherweise bis zur dritten FG wartet. Das sah meine FÄ aber anders.

    Es wurde eine Faktor V Mutation festgestellt und ich habe dann in jedem Zyklus ab Eisprung (und nicht erst ab positivem Test, wie es manche empfehlen) Heparin gespritzt und Utrogest genommen, weil meine zweite Hälfte verkürzt war. Außerdem werden seit positivem Test alle zwei Wochen meine SD Werte bestimmt, weil ich nach jeder FG sehr hoch waren (im Vergleich zu meinen sonstigen SD Werten).

    LG,
    Fefe

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  9. Hallo Marbeuf!

    Bei mir hat es halt super geholfen und man sah schon 3+6 eine Fruchthöhle. Ich renne aber alle zwei Wochen zum Endo und alle 6 Wochen zum Gerinnungsspezialisten, um die Schwangerschaft zu halten.

    Von der gesetzlichen KK werden die Kosten für die Untersuchung übernommen. Von der Privaten nur, wenn man Glück hat und dazu schreibt, warum es notwendig war.

    Tut mir leid, dass ich es nicht gleich deutlich geschrieben habe. Ein Zaubermittel kenne ich natürlich nicht, aber für mich ist das Heparin irgendwie ein Zaubermittel, weil es mir hilft.
    LG,
    HakOtoko

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  10. Hallo HakOtoko,

    die zu kurze Zyklushälfte hat aber nix mit dem Heparin, der Blutgerinnungsstörung und der Unterversorgung des Embryos zu tun. Ich habe nur eben 3 Baustellen...

    Hallo Marbeuf,

    ich drücke Dir ganz fest die Daumen! Vielleicht ist ja auch dieses Mal etwas ganz "Normales" passiert und es liegt einfach an einer fehlerhaften Einnistung oder einem Chromosomenfehler. Dann hättest Du mehr Mut und mehr Vertrauen in Deinen Körper und darin, dass es mit den Medis einfach gut läuft.


    LG,
    Jikia

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