Bei Volljährigkeit, an wen wird der Unterhalt bezahlt?

  1. Gemäss Unterhaltsvertrag bezahle ich für meine Tochter CHF 1000.-  Es steht im Unterhaltsvertrag, dass ich den Unterhalt zur Volljährigkeit an die Mutter bezahlen muss (vorbehalten bleibt Art. 277 Abs. 2 ZGB). Die Tochter wurde 18 Jahre alt und ist noch in Ausbildung. Ich habe mir ihr einen neuen Unterhaltsvertrag vereinbart und ihr das Geld direkt überwiesen. Die Mutter stellt sich auf den Standpunkt, dass ich ihr (der Mutter), solange die Tochter bei ihr wohne, den Unterhalt schulde.

    Wie wird dieser Paragraf 277 ausgelegt, gilt der bisherige Vertrag noch und an wen geht die Bezahlung? Ich bin sehr froh um eine Klarstellung.

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  2. Die Abänderung eines Unterhaltsvertrages dürfen Sie nicht selbständig vornehmen, da dieser seinerzeit aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse beider Elternteile beschlossen wurde. Wenn Ihre Tochter während der Ausbildung vollumfänglich von der Mutter unterstützt wird (Wohnen, Krankenkasse, Lebensunterhalt), geht es in den meisten Fällen so, dass die Alimente der Einfachheit halber weiterhin an die Mütter gehen.
    Falls Sie jedoch aus Ihren persönlichen Gründen eine neue Regelung möchten, orientieren Sie sich beim zuständigen Juristen der KESB, der Sie über das Vorgehen beraten kann (haben Erfahrungswerte). Bereiten Sie sich für dieses Gespräch vor und halten Sie die Fakten bereit, die Sie zu diesem Schritt bewegen. Sie haben sich ja von der Kindsmutter scheiden lassen und sie war Ihre Vertragspartnerin, nicht die Tochter!
    Alles Gute!
    Boé Nagel

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  3. Hallo

    Meine Tochter ist jetzt ja volljährig und braucht für die Unterhaltszahlungen keinen gesetzlichen Vertreter mehr. Zudem ist forderungsberechtigt nach Vertrag allein meine Tochter. Die Zahlung muss nur bis zur Volljährigkeit an den gesetzlichen Vertreter erfolgen. Die Zahlung nach Volljährigkeit ist weiterhin geschuldet, wenn die Ausbildung bis dann noch nicht abgeschlossen ist. Eine gesetzliche Vertretung ist dafür aber nicht mehr notwendig. Die Vereinbarung muss nicht gekündigt werden, somit kann ich die Zahlungen direkt an Die Tochter leisten. Wenn die Mutter auch etwas davon erhalten will, muss sie dies mit ihrer erwachsenen Tochter direkt klären. Meine Exfreundin ist für die Unterhaltszahlungen mir gegenüber nicht mehr forderungsberechtigt.

    So verstehe ich den Vertrag. (Ergänzung ich war nicht mit der Mutter meiner Tochter verheiratet.)

    Können Sie mir sagen wie sie auf ihre Darlegung des Vertrages kommen?

    Herzlichen Dank

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  4. Ich komme auf die Idee, solange Sie den Vertrag nicht amtlich zu Gunsten Ihrer nun volljährigen Tochter abändern, hat die Kindsmutter einen Rechtstitel und kann Sie betreiben. Erkundigen Sie sich dort, wo der Vertrag seinerzeit geschlossen wurde (wahrscheinlich Bezirksgericht)  um die Rechtslage! Ich bin keine Juristin, sorry! Alles Gute!
    Boé Nagel

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