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  1. Guten Tag,

    ich bin seit 2004 getrennt jedoch erst seit 2010 geschieden. Ich bekomme Alimente für meine Kinder ( 16,5 und 14) aber nicht für mich. Im Moment bin ich voll dabei eine Lehrstelle für den Sohn zu suche. Da es schwieriger als erwartet ist möchte ich ihn für eine 10. Schuljahr anmelden. Nun hat mir meinem Ex gestern gesagt dass er waren diese Zeit keine Alimente bezahlen müsste da es keine Ausbildung ist. Für die Ausbildung würde er aber wieder bezahlen.
    Ich bin schon eher knapp dran mit 1300.- Alimente pro Monat und verdiene selber nur 2600.-netto plus ab und zu etwas mehr wenn ich als Serviceaushilfe arbeiten gehen kann (nicht regelmässig) und weiss nicht wie ich dann auskommen soll.
    Und als zweite Frage: ich hatte seit 3 Jahren immer wieder höhere Kosten für die Zahnspange und in unser Scheidungsurteil steht nichts von den Zusatzkosten. Mein Ex war von Anfang an dagegen dass es drin steht. Sollte er sich trotzdem daran beteiligen?
    Ich habe etwas bammel wieder etwas im Gange zu stellen da ich endlich Ruhe von dem ganze Scheidungstheater habe seit 2 Jahren aber auch nur deshalb weil ich auf einiges verzichtet habe

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  2. Hallo Frau Nagel

    Ich bin 20 Jahre alt, musste meine Ausbildung vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen abbrechen, war nun ein Jahr in Behandlung und starte im Sommer erneut eine Lehre im Büro. Meine Eltern sind seit 7 Jahren geschieden und ich lebe seither bei meiner Mutter. Jetzt möchte ich, da es in letzter Zeit immer wieder zu heftigen Streitereien zwischen uns gekommen ist ausziehen. Mit dem Auszug würde zudem mein Arbeitsweg halbiert. Ist meine Mutter nach meinem Auszug dazu verpflichtet, mir Unterhalt zu bezahlen? Falls ja, um welchen Betrag würde es sich dabei handelt? Den selben wie mir mein Vater bereits jetzt bezahlt?

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  3. Liebe Globalrain

    Ihre Frage ist nicht einfach zu beantworten. Sie schreiben, dass Sie vor zwei Jahren Ihre Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen abbrechen mussten. Es stellt sich die Frage, ob nebst der obligatorischen Krankenversicherung auch die Sozialversicherung IV angemeldet wurde. Wenn ja, wäre jetzt auch die IV zur Übernahme zu einem Teil der Ausbildungskosten verpflichtet. Klären Sie das ab.
    Ihr geplanter Auszug - weg von Ihrer Mutter - scheint emotionale Gründe zu haben. Das Scheidungsurteil Ihrer Eltern ist aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Verhältnissen zustande gekommen (Wohnungsgrösse, Verbleib der Tochter usw.). Nun können Sie, als auch volljährige aber noch in Ausbildung befindliche, Tochter, nicht einfach die damalige Berrechnung
    gegenüber Ihrer Mutter übernehmen und die gleiche Alimentenhöhe von Ihrer Mutter verlangen.
    Wenn Sie sich mit Ihrer Mutter nicht einvernehmlich einigen können, Sie aber meinen, einen weiteren Verbleib sei nicht mehr zumutbar, würde ich Ihnen das Aufsuchen der Jugendberatung Ihres Wohnortes enpfehlen, die Ihnen bei der Lösung Ihres Problems behilflich sein kann. Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Gesundheit und Ihre Ausbildung.
    Boé Nagel

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  4. Liebe Franzie
    Ihr Exmann muss für das 10. Schuljahr Ihres Sohnes, das ja zur Vorbereitung für die Lehre/Ausbildung gilt, die Alimente weiterbezahlen. Falls er sich weigert, wenden Sie sich bitte
    an die Alimenteninkassostelle Ihres Wohnortes und halten Sie für diesen Besuch Ihr Scheidungsurteil und Ihr Budget bereit.
    Zusatzkosten Zahnspange: Im Scheidungsurteil sind die Alimentenkosten aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse Ihres Ehemannes und Ihnen berechnet worden. Erkundigen Sie sich bei der Sozialhilfestelle Ihres Wohnortes. Die Sozialhilfestelle wird abklären, ob die Uebernahme der hohen Kosten durch Ihren Ex-Ehemann zumindestens teilweise übernommen werden muss oder ob Sie für diese Extrakosten Sozialhilfe erhalten. Auch hier ist es ratsam, wenn Sie Ihr Scheidungsurteil und Ihr Budget (das ja nicht ausgeglichen ist weil Sie auf Abruf arbeiten) bereit. Budgetformulare erhalten Sie auf www.budgetberatung.ch (weisen Sie Ihr unregelmässiges Einkommen durch Ihre Abrechnungsbelege aus).
    Ich wünsche Ihnen alles Gute!
    Boé Nagel

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  5. Liebe Frau Nagel

    Ich habe einen Sohn im Kindergartenalter, vom Kindsvater lebe ich seit vier Jahren getrennt. Für den Unterhalt unseres Sohns besteht ein gültiger Unterhaltsvertrag. Vor anderthalb Jahren hat der KV seine Arbeitsstelle gekündigt und sich an einer Fachhochschule für ein Studium immatrikuliert. Seither erzielt er kein Einkommen mehr und reduzierte den Unterhaltsbeitrag eigenmächtig auf 300 Franken im Monat. Der Unterhaltsvertrag wurde jedoch nie abgeändert.

    Weil mein eigenes Einkommen sehr tief ist, erhalten mein Sohn und ich zur Deckung unseres Existenzminimums Sozialhilfe (unsere Bedarfsrechnung berücksichtigt nicht die vertragliche, sondern die tatsächliche Alimentenzahlung von 300 Franken im Monat). Weil ich es nicht gutheisse, dass die Gemeinde das Studium des KV auf diese Weise subventioniert, habe ich mich vor zwei Monaten endlich dazu durchgerungen, Alimentenhilfe zu beantragen. Dies allerdings nicht rückwirkend für die letzten anderthalb Jahre, sondern erst ab Antragstellung. Auf dem Sozialamt unterschrieb ich zudem eine Abtretenserklärung, damit die Behörde mit meiner Vollmacht die vertraglich geschuldete Alimentenzahlung einfordern kann.

    Nun möchte der Kindsvater den Unterhaltsvertrag abändern lassen und dafür geltend machen, dass er während des Studiums gar kein Einkommen erzielt. Habe ich wegen der Abtretenserklärung nun keine Vollmacht mehr bei dahingehenden Verhandlungen? Ich mache mir riesige Sorgen, dass der KV seine Interessen durchsetzen kann. Liegt es im Bereich des Möglichen, dass unter diesen Vorzeichen eine Abänderung des Unterhaltsvertrags im Sinne des KV von der die Vormundschaftsbehörde genehmigt wird?

    Freundliche Grüsse, Garuda

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  6. Liebe Garuda

    Ich nehme an, dass der Unterhaltsvertrag bei der Vormundschaftsbehörde (Heute Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB) gemacht wurde. An diese Stelle müsste der Kindesvater gelangen, um diesen abzuändern. Da aber indexierte Alimentenvereinbarungen zum Kindesrecht gehören, wird die Behörde nicht auf die momentanen Bedürfnisse des Kindsvaters eingehen und eine allfällige Abänderungsklage abweisen.

    Zum Unterhaltsvertrag: der Kindsvater darf unter keinen Umständen eigenmächtig die Alimente reduzieren. Der Unterhaltsvertrag wäre für Sie ein Rechtstitel für die Betreibung an den Kindsvater. Da sie diesen nun an die Sozialhilfestelle abgetreten haben, wird diese dies stellvertretend für Sie tun.
    Da Sie Sozialhilfe beziehen, werden die Alimente wahrscheinlich mit der Alimentenstelle in voller Höhe verrechnet, damit Ihr Existenzminimum gewährleistet ist. Fragen Sie bitte bei der Sozialhilfestelle nochmals nach, wenn Sie verunsichert sind. Dort kann Ihnen genau erklärt werden, welche der beiden Stellen, das Inkasso gegenüber dem Kindsvater macht. Alles Gute für Sie und Ihr Kind!
    Boé Nagel

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  7. Unsere Userin schrieb am 5.4.13 Folgendes:

    Der Vater meines Kindes will die Unterhaltszahlung kürzen mit der Begründung, dass er nun weniger verdiene. Natürlich lasse ich das rechtlich zuerst prüfen. Ich weiss aber, dass er einige Jahre einen guten Verdienst hatte und habe nie mehr verlangt. Kann man das auch rückwirkend noch machen lassen? Welchen Zeitrahmen wird bei einer neuen Berechnung angeschaut? Merci die Antwort

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  8. Liebe Uschi

    ch nehme an, dass seinerzeit ein Unterhaltsvertrag mit dem Kindsvater erstellt wurde. Dieser gilt so lange, bis der KV eine Abänderungsklage bei der zuständigen Stelle (wo der Unterhaltsvertrag erstellt wurde) einreicht und erneut seine wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegt und erklärt. Den vermuteten hohen Verdienst über einige Jahre, ist eine Mutmassung und kann vermutlich nicht rückwirkend geltend gemacht werden. Ich empfehle Ihnen, sollte es zur Abänderungsklage kommen, auch Ihre eigenen wirtschaftlichen Verhätnisse (aktuelle Steuererklärung) bereitzuhalten. Kinderalimente werden in der Regel nicht einfach leichtfertig gekürzt. Alles Gute!

    Boé Nagel

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  9. Guten Tag
    Meine Frage zu höhe der Alimente, mein Mann hat aus einer früheren Beziehung ein Kind das heute 15 J ist. Wir sind seit 2004 verheiratet und haben seit 2006 eine gemeinsame Tochter. Nun habe ich gelesen, wenn der Zahlende ( Vater) heiratet und ein weiteres Kind bekommt dass die Alimente herabgesetzt werden können. Kann das so sein ? Da ich seit einem Jahr nicht mehr arbeite , hat sich unser Einkommen somit auch reduziert und die Alimente belasten unsere Ausgaben.
    Danke für ihre Antwort.

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  10. Liebe Frau Nagel
    Herzlichen Dank für Ihre beruhigende Antwort. Sozialhilfe und Alimente werden miteinander verrechnet - es gibt nur eine Auszahlung womit wir aufs Existenzminimum kommen. Auf den Abrechnungen für die Sozialhilfe wird die bevorschusste Alimente aber nicht explizit ausgewiesen. Ich werde diesbezüglich noch einmal nachhaken.

    Lieber Gruss
    Garuda

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