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urteil nachträglich anfechten

  1. hallo
    ich habe vor 10 jahren bei der Scheidung ein Scheidungsurteil unterschreiben. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch genügend eigene finanzielle Mittel zur Verfügung hatte, wollte ich meinen ex mann nicht noch "plagen" und habe auf meine Alimente verzichtet. Für unsere Tochter haben wir ein gemeinsames Sorgerecht vereinbart und das sie bei mir lebt. auch für sie habe ich mich mit einem Betrag von 300.- pro Monat einverstanden erklärt. 2 Jahre später habe ich mein gesamtes Vermögen verloren.  Ich hatte von diesem Zeitpunkt an immer vom Minimum gelebt.Mein ex mann, hat sein Einkommen verfünffacht.
    vor 5 Jahren habe ich dann meinen Mann gebeten mir wenigstens 800.- pro Monat für unsere Tochter zu bezahlen. was er auch getan hat.
    Mein ex mann hat die letzten 10 Jahre (gemeinsames Sorgerecht /pflicht) nicht einen tag auf unsere tochter aufgepasst. er hat wieder 2 kinder und einen neue Familien und lebt extrem wohlhabend. wenn meine tochter ihn um 80.- bittet bekommt sie gar nichts. Ich habe die ganze zeit unsere tochter betreut, für uns gesorgt und dann auch noch viel mehr bezahlt als er. ich möchte gerne das Urteil anfechten um ev. auch noch rückwirkend das g eld das meiner tochter eingentlich zustehen würde einzufordern. habe ich damit vor gericht eine Chance? meine tochter wird jetzt 18 und ist noch 1 jahre in Ausbildung.
    mfg

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  2. Hallo marie

    Leider kann ich dir nur dringend empfehlen, eine Anfechtung des Urteils zu vergessen!
    So wie du schreibst, hat er sich ja daran gehalten und dir freiweillig noch mehr Kinderalimente bezahlt.

    Auch wenn es stossend für dich ist, dass er jetzt viel mehr verdient als damals: du warst damit einverstanden. Das gilt.
    Eine Abänderung Scheidungsurteils hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn der Alimentenbezahler ohne eigenes Verschulden langfristig viel WENIGER einnimmt als bei der Berechnung der Alimente.

    Aber du kannst stolz auf dich sein, das geschafft zu haben.
    Was zusätzlich zwischen deinem Kind und seinem Vater gelten soll, ist eine Sache zwischen denen beiden.

    editiert am 09.07.15 um 15:03

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  3. Guten Tag Marie

    Wir haben Ihre an unsere Expertin Boé Nagel weitergeleitet und folgende Antwort erhalten:

    Ihr Scheidungsurteil können Sie nach 10 Jahren nicht mehr anfechten, ja Sie können froh sein, dass er für die Tochter Fr. 800.- monatlich bezahlt. Er hat also freiwillig die Alimente seinem neuen Einkommen angeglichen. Möglicherweise hat Ihr Ex-Patner auch nichts mit Ihrem Vermögensverlust zu tun. Warum er sein Besuchrecht nicht nutzt oder ausgeübt hat geht nicht aus Ihrem Schreiben hervor. Eine plötzliche Beziehung Ihrer Tochter mit ihrem Vater aufzubauen, nur damit sie von ihm Geld fordern kann,  scheint mir auch unklar. Hingegen scheint mir die rechtliche Situation klar zu sein.
    Alles Gute!
    Boé Nagel

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