Pucken: Hilfreich oder überflüssig?

Das Pucken ist in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen. Manche Eltern schwören darauf, ihr Baby eng zu wickeln, um es zum Schlafen zu bringen. Experten warnen jedoch auch vor den Gefahren, die das Pucken mit sich bringt. Die richtige Lösung kann nur jede Familie für sich selbst finden.

Das Pucken beruhigt manche Babys.

Manche gepuckten Babys schlafen besser. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Eine neue Erfindung ist das Pucken durchaus nicht. Schon in der griechischen und römischen Antike wurden Neugeborene für die ersten Lebensmonate eng gewickelt. In den letzten Jahren erlebte das Wickeln von Säuglingen in unserem westlichen Kulturkreis eine Art Renaissance. Beim sogenannten Pucken werden aber nur einige Elemente der traditionellen Wickeltechniken übernommen.

Was ist pucken?

Wenn Ihr Baby auf die Welt kommt, sind ihm seine Gliedmassen zunächst unvertraut. Es hat noch keine Kontrolle über Arme und Beine und dies kann ihm Angst einjagen. Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie Ihr Baby aus dem Schlaf geschreckt ist, weil es mit Armen oder Beinen um sich geschlagen hat. Beim Pucken werden Ihrem Baby die Arme und Beine mit einem Tuch oder Pucksack eng an den Körper gebunden, so dass es beim Schlafen keine Zuckungen erschrecken.

Ausserdem soll diese Technik Ihr Baby an die Enge im Mutterleib erinnern und somit eine geborgene und vertraute Umgebung schaffen. Eltern, die das Pucken für sich entdeckt haben, berichten oft, dass ihr Baby besser und länger schläft und zufriedener ist.

Anleitung zum Pucken

Wenn Sie das Pucken selbst ausprobieren möchten, benötigen Sie dazu ein Pucktuch. Das kann entweder eine Babydecke sein, ein extra fürs Pucken hergestelltes Tuch oder beispielsweise auch eine Stoffwindel, wenn es im Sommer wärmer ist. Schliesslich soll es für Ihr Baby im eingepuckten Zustand nicht zu heiss sein.

Legen Sie Ihr Pucktuch vor sich ausgebreitet hin und falten Sie die obere Ecke nach innen. Legen Sie dann Ihr Baby mit dem Rücken auf das Tuch, so dass der Kopf oberhalb der gefalteten Ecke liegt. Falten Sie jetzt die rechte Seite des Tuches über den Körper Ihres Babys, so dass der Arm fest an den Körper gebunden wird. Stecken Sie das Ende auf die linke Seite hinter dem Rücken des Babys.

Nun werden die Beine eingepuckt. Nehmen Sie dazu den unteren Zipfel des Tuches, führen sie Ihn über den Körper Ihres Babys und stecken Sie ihn unter dem Kinn fest. Zum Abschluss ziehen Sie nun die linke Seite des Tuches schräg über das Babys, so dass auch noch der linke Arm fest am Körper anliegt. Stecken Sie nun das Ende hinter dem Rücken auf der rechten Seite.

Zur besseren Veranschaulichung können Sie in diesem Video sehen, wie ein Baby gepuckt wird.

Quelle: Johanna190412 auf YouTube

Viele Hebammen haben heute Erfahrungen mit dem Pucken und können Ihnen ebenfalls zeigen, wie es geht.

Wenn Sie am Pucken interessiert sind, Ihnen das Binden mit einem Tuch aber nicht gut gelingt, können Sie auch über die Anschaffung eines Pucksackes nachdenken. Ein Pucksack ist einem Babyschlafsack nicht unähnlich, nur dass hier Arme und Beine eng am Körper anliegen. Die Handhabung ist denkbar einfach: Das Baby wird in den Pucksack gelegt und der Pucksack wird geschlossen. Manche Modelle enthalten Klettverschluss oder Schlaufen, sodass der Pucksack individuell an Ihr Baby angepasst werden kann.

Nachteile des Puckens

Doch Pucken ist nicht unumstritten. Der nordrheinische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland beispielsweise warnt vor den Gefahren des Puckens. So seien viele Babys zu eng gewickelt und könnten dadurch nicht mehr tief Luft holen, um zu schreien. Zudem besteht die Gefahr, dass bei zu engem Pucken Nerven abgeklemmt werden.

Dadurch, dass kleine Babys ihre Körpertemperatur noch nicht gut selbst regeln können, kann es des Weiteren dazu kommen, dass ein Neugeborenes an warmen Tagen leicht überhitzt sein kann, wenn das Pucktuch zu dick ist. Auch für die Entwicklung der Hüfte ist das enge Wickeln nicht gut und kann eine Hüftdysplasie fördern. Wenn es bei Ihrem Baby in dieser Richtung bereits ein erhöhtes Risiko gibt, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme sprechen, bevor Sie Ihren Säugling pucken.

Kritiker des Puckens führen zudem gern an, dass die Enge des Puckens keineswegs an die Enge im Mutterleib erinnert. Schliesslich lag das Baby im Mutterleib in Embryonalstellung und hatte durchaus etwas Bewegungsfreiheit – wenn in den letzten Schwangerschaftswochen auch nicht mehr sehr viel.

Trotz der beschriebenen Nachteile gibt es viele Familien, die gute Erfahrungen mit dem Pucken gemacht haben. Ob Pucken Ihnen und Ihrem Baby gut tut, können Sie nur selbst herausfinden. Manche Babys scheinen das Pucken tatsächlich zu lieben, während andere sich vom ersten Tag an gegen das enge Wickeln wehren.

Alternativen zum Pucken

Wenn das Pucken nichts für Sie ist und Sie stattdessen andere Möglichkeiten suchen, wie Sie Ihr Baby beruhigen und zum Einschlafen bringen können, dann versuchen Sie es doch damit:

  • Tragetuch: Auch hier befindet sich Ihr Baby in einem engen Raum, aber im Gegensatz zum Pucken besteht im Tragetuch auch noch Körperkontakt, der viele Babys schnell beruhigt.
  • Babyhängematte: Das Baby liegt ebenfalls in einem relativ engen Raum und wird sanft in den Schlaf geschaukelt. Ein weiterer Vorteil der Babyhängematte: der runde Rücken, den das Baby automatisch in der Hängematte macht, ist für Neugeborene sehr gesund.
  • Babywiege: Auch hier wird das Baby in den Schlaf geschaukelt, wie es das bereits aus dem Mutterleib gewöhnt ist.
HiPP

HiPP widmet sich seit über 60 Jahren aus tiefster Überzeugung und mit größter Sorgfalt der Herstellung von Premium-Babynahrung in bester Bio-Qualität. HiPP unterstützt Sie und Ihr Baby von Anfang an. mehr »

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter