Facebook Pixel

So lernen Kinder Skifahren

Skiferien gehören bei den meisten Schweizer Familien zum Winter dazu. Dabei werden schon die Jüngsten von Anfang an auf die Skis gestellt. Macht das Sinn? Und braucht es die Skischule? Wir zeigen, welchem Alter und mit wie Kinder am besten Ski- und Snowboardfahren lernen.

Familienleben Logo

Erstmal Pflug: Den Klassiker beim Skifahren lernen können Kinder auch prima zuhause und auf kleinen Hügeln üben. Bild: iStock

Früh übt sich. Auch wenn Skifahren und Snowboarden kein ganz ungefährlicher Sport ist, sollten die Kinder möglichst früh ihre ersten Erfahrungen im Skigebiet machen. Je früher sie mit dem Skifahren anfangen, umso leichter wird ihnen das Erlernen dieser Wintersportarten fallen.

Mit anderen Sportarten aufs Skifahren vorbereiten

Einen Vorteil beim Skifahren ist für die Kinder, wenn sie zuvor bereits andere Sportarten ausgeübt haben, für die eine gewisse Balance und die Anwendung komplizierter Bewegungsabläufe nötig ist. So empfiehlt es sich zum Beispiel, dass sie vorab bereits an Turn- oder Tanzgruppen teilgenommen haben, Eislaufen waren oder Velo und Laufrad fahren, um sich so ein wenig auf den Schneesport vorbereiten.

Aber ab wann kann ein Kind Skifahren lernen? Ohne entsprechende Vorkenntnisse können grundsätzlich schon Kinder ab 3 Jahren unter Anleitung den ersten Versuch auf Skiern starten. Mit dem Snowboard sollte man länger warten, da die Muskulatur kleiner Kinder hierfür noch nicht geeignet ist. Ein Einstieg wird im Normalfall erst ab 6 bis 7 Jahren empfohlen.

Ab in die Skischule? Pro und Contra

Wenn sich die Eltern entschieden haben, ihr Kind auf die Piste zu lassen, sollte geklärt werden, wie die Kleinen Snowboarden oder Skifahren lernen. Sollen die Eltern es ihnen selbst beibringen oder sie besser in die Skischule für Anfänger schicken? An dieser Frage scheiden sich die Geister.

Mit den Eltern Fahren lernen

Einige Eltern sind fest davon überzeugt, dass Mutter und Vater die besten Lehrmeister im Schnee sind. Sie könnten sehr viel individueller auf die Kinder eingehen als ein Skilehrer, der im Skigebiet eine ganze Gruppe kleiner Kinder zu betreuen hat. Auch das Familienerlebnis beim gemeinsamen Wintersport ist sicher ein klares Argument für den Selbstunterricht. Wenn zudem die Eltern über ausreichend Erfahrung, Nerven und pädagogisches Geschick verfügen, ist dieser Weg sicher eine Option.

In der Gruppe Fahren lernen

Andere Eltern wiederrum schwören auf die Skischule. Das macht oft mehr Spass und Kinder lernen das Skifahren auch besser von Aussenstehenden. Hier konzentrieren sie sich oft mehr, die Übungen richtig zu machen und geben seltener auf, wenn es nicht gleich klappt. Zudem kennen sich Skilehrer oft besser mit der korrekten Technik aus und achten genauer auf die Ausübung der Bewegungsabläufe auf den Skis. Denn selbst Skifahren zu können bedeutet nicht automatisch, dass man es auch jemand anderem beibringen kann. Das wird oft unterschätzt.

Ein weiterer, wichtiger Pluspunkt für die Skischule ist, dass die Kleinen dort nie alleine unter Erwachsenen Fahren lernen müssen. Zwar hat ein Skilehrer immer eine Gruppe Kinder und kann daher nicht seine ganze Aufmerksamkeit auf nur ein Kind richten. Trotzdem ist es für die Skischüler ein Vorteil, den Wintersport zusammen mit anderen Kindern zu lernen statt alleine unter Anleitung der Eltern. In der Gruppe können sie sich gegenseitig etwas abschauen, sich gegenseitig motivieren und Tipps geben. Dass viele Bewegungsabläufe mit gemeinsamen Spielen eingeübt werden, erleichtert den Kindern das Lernen ausserdem und sorgt auch noch für Spass vor dem Fahren.

Wie und was die beste Methode für den Nachwuchs ist, Skifahren oder Snowboarden zu lernen, hängt aber zuerst einmal von dem Kind ab. Grundsätzlich gilt: Eltern sollten die kleinen Skischüler nicht in eine Schule zwingen, wenn sie sich dagegen wehren. Und auch das Gegenteil ist wahr. Kinder, die lieber mit anderen Kindern zusammen Skifahren lernen wollen, sollten auch die Skischule besuchen dürfen und nicht zum Einzeltraining mit dem Vater oder der Mutter gezwungen werden. Sonst wird die erste Erfahrung mit Skifahren zum Negativerlebnis.

Skis & Co.: Die richtige Ausrüstung fürs Skifahren

Im Prinzip benutzen Kinder beim Skifahren die gleiche Ausrüstung wie Erwachsene. Die Grösse der Ausrüstung muss jedoch auf das Kind abgestimmt werden. So ist ein perfekt sitzender Skihelm für die Piste sehr wichtig. Hinzu kommen warme Handschuhe für den kalten Schnee, ein Rückenprotektor und um ganz sicher zu gehen eine Leuchtweste, damit andere Skifahrer auf den kleinen Anfägner aufpassen.

Entscheiden sich Eltern dazu, ihrem Kind selber das Skifahren beizubringen, empfiehlt sich die Anschaffung eines Kindergurtes. Mit diesem verlieren Sie Ihren Anfänger nie aus den Augen und können ihn besser auf der Piste steuern.

Tipp: Um das Fahren für das Kind noch ein wenig einfacher zu machen, sollten Sie einen sogenannten «Pflug» an die Skispitzen der Skis anbringen. Damit fährt das Kind automatisch in der richtigen Position und kann nur durch die Gewichtsverlagerung mit der Hüfte die ersten Kurven machen.

Die passende Ausrüstung für die ersten Stunden im Skigebiet finden Sie zudem in diesem Artikel

Sicherheit geht immer vor – vor allem auf der Piste

Ganz egal, wie Kinder die Schneesportart erlernen: Um später auf der Piste mithalten zu können, sollten sie die Technik so weit beherrschen, dass sie sich und andere nicht gefährden. Zwar sollten Kinder auch immer eine Ausrüstung mit Protektoren tragen, die sie bei einem Sturz oder Zusammenstoss schützen. Die beste Vorbeugung ist dennoch immer, so sicher und aufmerksam auf den Skis unterwegs zu sein, dass Skiunfälle möglichst vermieden werden. Wenn die Kleinen dann auch noch richtig viel Spass am Wintersport haben, dauert es bestimmt nicht mehr lange, bis sie die Pisten noch besser als Mutter und Vater runterflitzen.