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Warum Sport wichtig für Kinder ist

Für den menschlichen Körper ist stetes Sitzen nicht gesund. Kindern sollte man das dauernde Stillsitzen am besten erst gar nicht angewöhnen. Leider gehören Fitness, Sport und Bewegung für viel zu viele Kinder in der Schweiz nicht zum Alltag. Wir zeigen Ihnen, wie sich das ganz einfach ändern lässt. 

Kinder brauchen Sport und Bewegung.

Ruhig sitzen? Nein danke! Kinder haben oft einen natürlichen Bewegungsdrang und viel Spass dabei. Bild: mirodrag ignatovic, Getty Images

Bewegung ist ein Fremdwort: Wir leben in einer modernen Welt, in der das Laufen eher zur Nebensache gehört. Unser Alltag ist so eingerichtet, dass wir uns kaum mehr bewegen müssen. Die Alltagswege legt das Auto zurück, der Zug, der Lift. Die 650 menschlichen Muskeln, die in der Vergangenheit wichtig waren, um zu jagen und zu sammeln, zu kämpfen und zu fliehen, haben heute Pause. 

Kinder gehören in Sachen körperlicher Bewegung eigentlich zu den Vorbildern der Menschheit. Kinder sind von Natur aus äusserst motiviert, sich zu bewegen. Eine Befragung der Pädagogischen Hochschule Zürich bezüglich Bewegung und Sport bei Kindern und Jugendlichen ergab jedoch, dass es Kindern heutzutage weitesgehend an Zeit und Angeboten fehlen würde, um sich sportlich zu betätigen. Dies zeigen auch verschiedene Studien. So hat eine Studie der WHO aus dem Jahr 2017 ergeben, dass lediglich 33% aller 11- bis 15-jährigen Jugendlichen die Vorgabe von 60 Minuten Sport am Tag einhalten. 

Bewegung gehört zum Körper – auch für Kinder

Dass Bewegung ursprünglich zu unserem Körper gehört, zeigen uns vor allem die Kinder. Ihnen ist oft ein natürlicher Bewegungsdrang angeboren. Gut tut, wer ihn dem Kind nicht aberzieht, sondern es schafft, ihn in gesunde Bahnen zu lenken und das Kind zum Sport zu motivieren. Mit der Mitgliedschaft in einem Sportverein, mit Spielen im Freien, mit Ausflügen. Wer zulässt, dass sich das Kind dauernd von den Fernseher setzt oder an das Computerspiel, begünstigt vielfältige Erkrankungen, die aufgrund von Bewegungsarmut entstehen können. Dass heute jedes fünfte Kind übergewichtig ist, liegt nicht nur an der Ernährung, sondern vor allem auch am Bewegungsmangel.

Doch wie viel körperliche Bewegung brauchen Kinder? Und in welcher Sportart bewegen sie sich am gesündesten? Die «aid-Bewegungspyramide für Kinder» beantwortet diese Frage: So bilden einfache und alltägliche Tätigkeiten wie Zimmer aufräumen, Freude treffen oder beim Abwasch helfen, die Grundlage. Diesen Tätigkeiten sollten Kinder rund 30 bis 60 Minuten täglich nachgehen. Leichte Sportarten wie Fahrradfahren oder Skateboarden sollten rund 4x15 Minuten des Tages einnehmen. Zwischen diesen Aktivitäten sind Pausen wichtig. Zusätzlich sind 30 Minuten Training pro Tag, bei dem Kinder ins Schwitzen kommen, empfehlenswert. 

Fitness und Co.: Diese Sportarten eignen sich für Kinder

Kinder brauchen nicht viel, um sich zu bewegen. Das Zauberwort: Natur! Draussen lässt sich ein wunderbares Angebot an spielerischen Sportmöglichkeiten finden. Ob im Frühling die schönsten Blumen pflücken gehen oder im Herbst durch die Hecken und Büsche verstecken Spielen: Zeit in der Natur zu verbringen ist das beste Training für Kinder und Kleinkinder. 

Auch eine Mitgliedschaft in einem Sportverein kann Ihrem Kind guttun. Einmal in der Woche ins «Training» zu gehen oder ein wenig Sport in der Turnhalle zu machen tut jedem gut erhöht das Wohlbefinden. In Sportvereinen lernen Kinder zudem viele gleichaltrige kennen. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein. 

Absehen sollten Kinder vom Besuch von Fitnesscentern und gezieltem Krafttraining. Solche Sportarten sind für Kleinkinder und Kinder nicht gesund und sollten frühstens von Jugendlichen ausgeführt werden, weil ihre Knochen und Gelenke bereits ausgewachsen sind. 

Sport und Fitness: Eltern sollten Vorbilder sein

Über 22'500 Sportvereine haben in der Schweiz über 1.5 Millionen Mitglieder. Erstaunlich, dass sich dennoch die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer trotzdem zu wenig bewegen. Möchten Eltern, dass sich Kinder genügend oft und intensiv sportlich betätigen, ist es wichtig, auch selber ein Vorbild zu sein. Denn vor allem für Kleinkinder sind die Eltern grosse Vorbilder. Wenn Mami und Papi Sport cool finden und ihre Passion auch teilen, wird sich ihr Kind auch schnell an den verschiedenen Sportarten beteiligen. 

Bei der Bewegung ist nicht der gute Vorsatz entscheidend, sondern das, was man effektiv getan hat. Die Dauer ist dabei kein verlässliches Kriterium. Dann schon eher die Intensität. Nur dann, wenn die Muskulatur ins Spiel kommt, der Kreislauf sich beschleunigt, Puls und Atem steigen, hat Bewegung auch die gewünschte positive Wirkung. Eine Wirkung, die oft mehr Gutes tun kann als jede Pille. 

Faustregeln für Fitness und Training

  • Niemand muss zum Spitzensportler werden, um gesünder zu leben. Für Erwachsene reichen 30 Minuten Bewegung pro Tag zu Einheiten ab 10 Minuten.
  • Wer sich täglich bewegt, senkt nicht nur das Risiko für diverse Krankheiten, sondern bremst auch den biologischen Alterungsprozess.
  • Forscher gehen heute davon aus, dass sich mit regelmässiger Bewegung die Lebenserwartung um bis zu zehn Jahre verlängern lässt.
  • Die positiven Effekte der regelmässigen Bewegung setzen ein, sobald man damit anfängt. Es spielt keine Rolle, wie alt man ist.