So finden Sie die richtige Sportart für Ihr Kind

Geräteturnen, Fussball, Rudern oder Tanzen, die Auswahl an Sportarten für Kinder ist riesig. Da können Eltern schon mal den Überblick verlieren. Wir haben hilfreiche Seiten zusammengestellt und bei Experten nachgefragt, wie Sie die beste Sportart für Ihr Kind finden.

Sportarten für Kinder: Wie Eltern fündig werden

Sport hilft den Kindern ihre körperliche Koordination zu erlernen. (Bild: istock/Thinkstock)

Der Sohn spielt, seit er klein ist, leidenschaftlich Volleyball. Der Vater denkt, dass die Tochter ebenfalls Talent für diese Sportart hätte. Die Mutter ist da anderer Meinung und glaubt, dass Schwimmen am besten für ihr Kind passt.

Bei rund 70 Sportarten in Vereinen kann die Entscheidung für die richtige Sportart für das eigene Kind schwerfallen. Eine Orientierungshilfe bietet das Bundesamt für Sport (Baspo): Mit Hilfe des Sportartenkompass können Eltern gemeinsam mit ihrem Kind Fragen zu sportlichen Interessen und körperlichen Fähigkeiten ihres Kindes beantworten. «Dieser Kompass eignet sich sehr gut für Eltern, die noch unerfahren mit Sportarten sind und nicht wissen, welche die geeigneten für ihr Kind sind», sagt Patricia Steinmann, Verantwortliche für J+S Kindersport beim Baspo. Die Ergebnisse liefern Vorschläge, die Eltern bei der weiteren Suche helfen.

Um sich genauer über die Sportarten zu informieren, stellt das Sportförderungsprogramm Jugend und Sport (J+S) des Bundes Erklärungsvideos zur Verfügung. Dort findet man ausführliche Beschreibungen zu einer Vielzahl von Sportarten und Kinder teilen in den Videos ihre Erfahrungen mit.

Hat man eine Sportart gefunden die das Kind interessiert, empfiehlt Steinmann, sich auf die Suche nach einem passenden Verein in der Nähe zu machen. Meist haben Gemeinden eine Liste der Vereine. «Wenn das nicht hilft, kann man auch bei einer kantonalen J+S-Stelle nachfragen», sagt sie.

Tipp: Treten Sie in Kontakt mit Sportvereinen vor Ort

Nicht nur das Baspo bietet Informationen zu Sportarten, auch die Sportvereine, die sich gleichzeitig um neue Mitglieder bemühen. Einige stellen sich dafür an Infotagen vor. An diesen Anlässen bekommen Interessierte einen Einblick in verschiedene Sportrichtungen. In der Region Bern präsentieren die Vereine beispielsweise fünfmal pro Jahr klassische Sportarten wie Fussball oder Unihockey sowie spezielle Sportarten wie Capoeira oder Schwingen. Auch in Luzern kann man jährlich am «Tag der Luzerner Sportvereine» mit Organisatoren in Kontakt treten.

Polysportive Angebote nutzen um die richtige Sportart herauszufinden

Eine weitere Möglichkeit, Sportarten kennen zu lernen, sind polysportive Angebote wie die sogenannten «offenen Turnhallen». Damit sich Kinder auch neben dem obligatorischen Schulsport austoben können, gibt es lokale Turnhallen, die jeden Sonntagnachmittag ihre Türen öffnen, sogenannte Open Sundays. Da erwartet Kinder zwischen 7 und 12 Jahren ein Parcours und Sportgeräte, an denen sie frei spielen können. Auf der Plattform Ideésport stellen die Organisatoren das Angebot vor. Dort finden Eltern eine Liste mit Standorten, die solche Kinderprojekte anbieten. Das Angebot der Open Sundays ist kostenlos. Ein bekannter Ort mit einem ähnlichen Angebot ist auch die Turnfabrik in Frauenfeld. Diese Stiftung bietet offene Turnhallen bereits für Kleinkinder ab eineinhalb Jahren an. In diesen fliz-kidz Kursen können die Kleinen mit Begleitperson bereits ab 7 Franken teilnehmen. Auch an anderen Orten der Schweiz gibt es ähnliche Angebote, so etwa in Wil (SG), im St. Galler Rheintal oder auch in Schaffhausen.

Daneben gibt es auch den polysportiv ausgerichteten Veranstalter Sportopus in Bern. Die Kindersportschule hat sich auf Kurse für sportbegeisterte und für übergewichtige Kinder zwischen 5 und 12 Jahren spezialisiert. Während den Kursen führen die Leitpersonen Feedbackgespräche über die Entwicklung des Kindes durch und unterstützen sie bei der Ernährungsberatung.

Der grösste polysportive Verband in der Schweiz schlechthin ist der Schweizerische Turnverband (STV). Er bietet Kurse für jedes Alter an: Die Kleinen zwischen 3 bis 5 Jahren beginnen in Begleitung der Eltern mit dem Muki-Turnen. Im Finder kann man die Postleitzahl eingeben und es werden Vereine aufgelistet, bei denen man Muki-Turnen belegen kann. Kosten: 5 Franken pro Lektion und Paar. «Selbst grosse Sportler wie Schwingerkönig Matthias Glarner haben mit Muki-Turnen angefangen. Diese Erfahrung hilft ihm jetzt bei der körperlichen Koordination», erklärt Olivier Bur, Ausbildungschef beim STV. Kinder zwischen 5 und 7 Jahren gehen in das Kinderturnen (Kitu). Später kommen sie mit 7 bis 16 Jahren in die Jugi.

Verschiedene Sportarten sind für Kinder von Vorteil

Kinder betätigen sich üblicherweise schon ab 3 Jahren in mehreren Sportarten. J+S wie auch der STV unterstützen den frühen polysportiven Einstieg für Kinder. «Sie sollen zuerst die Grundtätigkeiten wie rollen, werfen, fangen oder drehen, spielerisch kennenlernen», sagt Bur. Das helfe ihnen, sich im Alltag besser zu bewegen. Zudem lernen sie den sozialen Umgang mit anderen, was ihnen im späteren Leben zu Gute komme.

Dass Kinder vermehrt polysportiv unterwegs sind, zeigt auch eine Studie aus dem Jahr 2014 vom Observatorium Sport und Bewegung Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Baspo. Sie haben das Sport-Verhalten und -Interesse bei Kindern und Jugendlichen analysiert. Sie haben herausgefunden, dass Jungen und Mädchen durchschnittlich fünf Sportarten parallel betreiben. Diese werden aber unterschiedlich oft und lange ausgeübt.

«Kinder sollen regelmässig Sport treiben», findet Steinmann vom Baspo. Denn bei einer vielseitigen Grundausbildung würden Kinder Bewegungsgrundformen erlernen und an Selbstvertrauen gewinnen. «Im Vordergrund steht dabei aber der Spass an Bewegung und Sport», fügt sie hinzu.

Sportlager in der Schweiz

Sobald der Nachwuchs erste Erfahrungen in Sportarten sammeln konnte, empfehlen sich Kinder- und Jugendlager. Dabei können Mädchen und Jungen eine Woche lang Sport treiben und neue Freundschaften schliessen.

Je nach Alter können sie an unterschiedlichen Camps teilnehmen:

  • Für Kinder bietet der Verein Kinder-Camps in mehreren Kantonen Fussball- und polysportive Camps für 6 bis 13-Jährige an.
  • Für Jugendliche bis 22 Jahren, bietet die Plattform Jugendsportcamps vom Sportamt Kanton Zürich eine Übersicht mit spezifischen Sportarten sowie polysportiven Angeboten in der Schweiz. In der dazugehörigen Broschüre stehen weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen.

Wenn die Kinder nach vielem Ausprobieren ihre sportlichen Vorlieben entdeckt haben, dann beginnen sie ungefähr mit 8 Jahren sich für eine Sportart zu entscheiden. Hier werden sie dann ihre Stärken weiterentwickeln und so in ein gesundes und fittes Leben starten.

Hilfreiche Kindersport-Adressen

  • Sportstaetten.ch Adressen von Sportanlagen mit Bäder, Hallen und Plätzen.
  • Coopandiamo.ch Es gibt Familien-Bewegungstage, bei denen Sportvereine das Rahmenprogramm mitgestalten.
  • Jugendsport Baselland (JSBL) ist bundesunabhängig, abgegrenzt von J+S. Sie offerieren Sportcamps, polysportive Angebote und Kurse in der Region. Anmeldung ist direkt online möglich.
  • School Dance Award Luzern : Schüler studieren eine Choreographie ein und treten an einem Wettbewerb gegeneinander an. Ein ähnliches Angebot gibt es mit dem Züri Dance Award auch in Zürich.

 

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