Zur Vereinbarkeit, Schätzchen! 6 ehrliche Tipps von Mutter zu Mutter

Kind und Karriere zu vereinbaren ist kein Ponyhof. Meckern hilft auch nicht. Wer das Beste aus beiden Welten will, braucht eine Strategie. 8 ehrliche Tipps von Autorin und Mutter Linda Freutel.

Beruf und Famile vereinbaren: So klappt es besser

Illustration: Digital Vision

Was für unsere Mütter oft noch undenkbar war, ist heute gängige Praxis: Männer helfen im Haushalt, Mütter gehen bald nach der Geburt wieder arbeiten und die Gesellschaft versucht so gut es geht ein Gleichgewicht zwischen Mann und Frau zu erarbeiten. Das ist jedenfalls die Theorie. Die Praxis ist oft weniger in der Balance.

Zur Autorin

Linda Freutel lebt mit ihrem kleinen Sohnemann in Hannover. Für Familienleben schüttelt die freie Autorin stets pünktlich locker-flockige Texte in ihrem Home-Office aus dem Ärmel. Wie sie das schafft, war bislang ihr gut gehütetes Geheimnis.

Leistungs- und Zeitdruck, liegen gebliebene Aufgaben und ein permanent schlechtes Gewissen treiben das familiäre Stresslevel regelmässig auf ein Maximum – und die elterlichen Energiereserven in den Keller.

Auf dem Papier sah die Sache mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich einfacher aus. Doch deshalb aufgeben? Oft ist das schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht möglich. Mütter arbeiten auch für eine schöne Wohnung, tolle Urlaube, Hobbies für die Kids und die Pensionskasse.

Und irgendwie auch nicht aus ideellen. Generationen vor uns haben mit Schweiss und Herzblut dafür gekämpft, dass Frauen nicht «hinterm Herd» versauern. Führen wir es also zu Ende.

Zur Vereinbarkeit, Schätzchen!

1 Auf stur schalten

Egal, wie man es macht, man macht es falsch. Wer sein Kind früh in Fremdbetreuung gibt, bekommt den Rabenmutter-Stempel. Wer dagegen nicht arbeiten geht, gilt als altmodische Glucke. Seitenhiebe wie diese sind derart platt, dass wir sie nicht im Geringsten ernst nehmen können. Und genau das sollten Sie auch tun.

2 Outsourcen

Sich eine Putzfrau zu leisten ist heute kein Luxus mehr. Und erst recht kein Zeichen der eigenen Unzulänglichkeit. Vielmehr ist es die wohl verdiente Entscheidung für eine gesunde Work-Life-Balance. Und damit ein Schritt in die richtige Richtung. Gleiches gilt übrigens auch für sämtliche anderen Hilfstätigkeiten, die outgesourced werden können, wie z.B. Rasenmähen, Gartenarbeit oder Bügelwäsche.

3 Zusammenarbeiten

Arbeitende Eltern müssen an einem Strang ziehen. Und genau deshalb lassen sich prima Fahrgemeinschaften oder andere Kooperationen untereinander schaffen. So können Elternpaare beispielsweise im Wechsel die Kinder zur Schule oder Kindergarten bringen, im Gegenzug holt eine andere Familie wieder ab. Auch ganze Nachmittage, Mittagessen kochen oder Hausaufgaben betreuen können sich Eltern nachbarschaftlich teilen.

4 Vorarbeiten

Wer gleich mehrere hungrige Mäuler zu stopfen hat, weiss, wie viel Zeit Einkaufen und Kochen in Anspruch nimmt. Sparen Sie sich diesen Invest durch Hamsterkäufe und kluge Vorkoch-Strategien. Übrigens macht es bei grossen Mengen auch Sinn, den Lieferservice vieler Supermärkte in Anspruch zu nehmen; das spart Zeit und Stress. Und beim Kochen gilt: Wer sich einen Abend allein zum Kochen, Portionieren und Einfrieren Zeit nimmt, hat unter der Woche weniger zu tun.

5 Gesunder Egoismus

Eine moderne Work-Life-Balance funktioniert nicht durch gute Organisation, sondern durch ein gutes Gefühl. Nur wenn sich alle Beteiligten gut und wohl fühlen, profitieren auch Familie und Karriere von dieser Stimmung. Wichtiger als Perfektion und Pünktlichkeit ist es daher, sich persönlich gerecht zu werden. Und dafür muss man hin und wieder auch mal Nein sagen können und sich Zeit für eigene Bedürfnisse nehmen. Und zwar nicht, weil Sie ein Egoist sind, sondern sogar im Gegenteil; weil es ohne Sie nicht funktioniert. Also sorgen Sie dafür, dass Sie fröhlich, gesund und ausgeglichen sind.

6 Wert aufs Wesentliche legen

Je weniger es gibt, um das man sich kümmern muss, desto besser. In einem Alltag zwischen Kind und Karriere ist nicht viel Platz für unnützen Ballast. Überlegen Sie sich genau, auf was Sie und Ihre Familie wirklich Wert legen. Sagen Sie Einladungen ab, wenn sie Ihnen zu stressig sind. Lassen Sie sich nicht zu Dingen überreden, auf die Sie keine Lust haben.

Und wie schaffen Sie das? Schreiben Sie uns Ihre besten Tipps und Tricks doch in einem Kommentar. Sharing is caring.

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