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Druck und Frust abbauen: So gelingt es Kindern (und Eltern)

Als Erwachsene erinnern wir uns nur zu gerne an unsere Kindheit – als alles noch so unbeschwert war. Was man darüber oft vergisst: Auch Kindsein ist nicht immer leicht. Denn familiäre und schulische Herausforderungen sorgen schnell für Druck. Wie Sie Ihren Kindern beibringen, Stress zu erkennen und richtig damit umzugehen.

Papa und Sohn bauen Stress ab

Eltern können ihre Kinder beim Stressabbau unterstützen. Bild: fizkes, Getty Images

Ob ein bevorstehender Rechentest oder ein Streit mit dem besten Freund – auch Kinder erleben im Alltag Druck, Frust und Stress. Das ist nicht nur seelisch belastend, sondern wirkt sich auch körperlich aus, etwa durch Bauchschmerzen oder Kopfweh. Die Fähigkeit, mit solchen Herausforderungen und Problemen umzugehen, müssen Kinder jedoch erst lernen. Aber wer weiss, wie man Stress abbaut und Frust begegnet, dem fällt nicht nur das Lernen leichter, sondern das Leben an sich macht wieder mehr Freude.

Stress, Frust und Druck – unvermeidbare Begleiter im Alltag?

Stressige Situationen gehören zum Alltag. Allerdings hat der Druck in unserer Gesellschaft ein sehr hohes Ausmass erreicht – und Kinder bleiben davon nicht verschont.

Druck und Frust erzeugen Stress im Nervensystem, und dieser Stress hat körperliche Folgen. Normalerweise kann Stress durch einfache Massnahmen abgebaut werden: Etwa dadurch, dass er nicht permanent besteht. Befinden wir uns jedoch in einem dauerhaften Stresszustand, funktionieren Gehirn und Nervensystem nicht mehr so, wie sie sollten und es kann zu Lern- und Entwicklungsstörungen kommen.

Methoden, um Druck, Frust und Stress auflösen

Doch zum Glück ist Stress oft vermeidbar und es gibt einige Methoden, um Druck gelassener zu begegnen:

1 Druck und Stress erkennen

Um Stress aufzulösen, muss man ihn erst einmal erkennen. Doch Kindern, die durch schulische oder familiäre Herausforderungen oder lange Kita-Zeiten dauerhaft gestresst sind, fällt das oft schwer.

Doch unser Körper signalisiert uns Stress und wenn wir diese Signale verstehen, können wir schneller einlenken. Kinder müssen den Umgang mit ihrem eigenen Körper in Bezug auf Druck und Stress jedoch erst lernen. Typische körperliche Symptome bei Stress sind:

  • Bauchschmerzen
  • Kopfdruck, Schwindel
  • Schwere auf der Brust oder das Gefühl, nicht gut Luft zu bekommen
  • Angstgefühle
  • ein rascher Herzschlag
  • Schwitzen, kalte Hände

2 Eigene Gefühle wahrnehmen und ausdrücken

Kinder brauchen ausreichend Raum und Zeit, um die Signale ihres Körpers und ihre Gefühle wahrzunehmen. Und sie brauchen Erwachsene, die dies zulassen. Wenn Eltern merken, dass das Kind mit Stress oder Druck zu kämpfen hat oder einfach bedrückt ist, helfen Fragen wie: »Wie geht es dir gerade?», «Wie fühlst du dich?», «Kann ich dir helfen?» So kann das Kind selbst lernen, Stress zu erkennen und ihn in Worte zu fassen.

3 Sich Ruhepausen gönnen

Sich in einer stressigen Situation eine Ruhepause zu nehmen, ist nicht immer leicht – das wissen Erwachsene nur zu gut. Doch schon kurze Ruhemomente helfen, Stress entgegenzuwirken. Kleinere Kinder brauchen jemanden an ihrer Seite, der ihnen dabei hilft, die Stresssignale zu erkennen und sie auf angemessene Weise unterstützt. Ein gemütlicher Spaziergang oder eine gemeinsame Ruhepause zuhause bewirken viel.

4 Bewegung – und der Stress schmilzt dahin

Wenn ein Mensch Stress oder Frust hat – egal ob gross oder klein – heisst eine effektive Methode: Bewegung. Denn durch Bewegung können Stresshormone im Körper abgebaut werden. Kinder werden so die überschüssige Energie los, die der Körper als Stressreaktion erzeugt. Vor allem die Bewegung in der Natur ist sehr heilsam, so dass ein Besuch auf dem Spielplatz oder ein Spaziergang im Park oder Wald mit Kletterrunde und Versteckspiel zu den effektivsten Methoden gehört, mit denen Kinder Stress und Frust schnell und einfach abbauen.

5 Lernen, Herausforderungen anzunehmen

Kinder müssen lernen, dass Rückschläge und Fehler zum Leben gehören, und dass es trotzdem möglich ist, weiterzumachen.
Wenn man ihnen vermittelt, dass sie durch Fehler weiterkommen und dass Misserfolge oft neue Türen öffnen, gibt man ihnen damit eine wertvolle Erkenntnis für die Zukunft mit auf den Weg.

Laura Müdespacher Goldenbody

Branka Rezan ist Autorin, Lehrerin und Mutter und betreibt ihren eigenen Blog. Auf kidster.ch gibt sie Tipps, wie Eltern ihre Kinder unterstützen und weiterbringen. Ein wichtiger Teil davon ist, dass Sie Kindern das Growth Mindset vermittelt, eine positive Denkweise, die das Leben und Handeln der Kinder prägt. Branka Rezan schreibt und gestaltet Mitmach-Bücher, die dieses Mindset fördern. Kinder sollen die Welt erkunden und entdecken. Und dafür will Branka sie motivieren und stärken!

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