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Die wichtigsten Probleme der Jugendlichen

Jeden Tag rufen Jugendliche die Nummer 147 an, weil sie in ihrer Familie Probleme haben. Und im Alltag überfordert sind und sich sonst keiner Bezugsperson anvertrauen können. 147 kennt sie, die wichtigsten Probleme der Jugendlichen.

Welches sind die wichtigsten Probleme der Jugendlichen?

Die wichtigsten Probleme der Jugendlichen drehen sich meist um die Themen Freundschaft, Liebe und Sexualität. Foto: Ingram Publishing - Thinkstock

Probleme in der Familie

Jeden Tag rufen durchschnittlich 16 Kinder und Jugendliche an, weil sie in ihrer Familie Probleme haben. Drei Viertel aller Fragen betreffen vier hauptsächliche Themenbereiche:

  • Freundschaft, Liebe und Sexualität
  • Schule und Beruf
  • Gewalt
  • Sucht und Drogen

Freundschaft, Liebe, Sexualität

Die Hälfte aller Fragen an Beratung 147 dreht sich um die Themen Freundschaft, Liebe und Sexualität. Jugendliche wollen cool wirken, aber oft wissen die Teenager erschreckend wenig über Freundschaft, Liebe, und vor allem: Sex und seine Folgen.

Reine Information über Ansteckungsgefahren oder Verhütungsmittel reicht oftmals nicht als Handlungsanleitung. Jugendliche wollen mehr darüber wissen, wie sie ihre Gefühle zeigen können. Und wie sie Verhütung und eigene Bedürfnisse in ihrer Partnerschaft ansprechen können. Aber auch, wie sie mit Problemen wie einer Schwangerschaft oder mit ihren Fragen zu Homosexualität umgehen können.

Kevin, 16 Jahre alt, fand keinen Sinn mehr im Leben. Er sah keine Zukunft für sich und keine Menschen, die ihm Halt geben konnten. Er sagt: «Ohne die 147 würde ich heute nicht mehr leben.»

Schule und Beruf

In 10% aller Fragen geht es um Schwierigkeiten in Schule und in der Arbeitswelt. Immer mehr Schülerinnen und Schüler haben grosse Mühe mit dem Druck, der durch steigende schulische Anforderungen und Lehrstellenmangel ständig zunimmt. Aber es sind auch persönliche Probleme mit Schulkollegen und Lehrkräften, die zahlreiche Jugendliche beschäftigen.

Gewalt

5% aller Fragen drehen sich um das Thema Gewalt: Gewalt zwischen Jugendlichen, Gewalt von Erwachsenen, physische und psychische Gewalt in der Familie, Mobbing, sexuelle Übergriffe, die Liste ist lang. Oft richten Jugendliche ihre Aggression gegen andere Menschen, weil sie dem Druck nicht standhalten können, dem sie selber ausgesetzt sind. Viele Jugendliche und Kinder wissen nicht, wie sie der Gewalt begegnen können, die von anderen Jugendlichen oder Erwachsenen gegen sie gerichtet ist und brauchen Rat.

Anna, 14 Jahre alt, erlebte statt Nestwärme im Elternhaus Streit und Misshandlung: „Meine Eltern stritten sich ständig. Und sie schlugen mich immer wieder wegen jeder Kleinigkeit.“ Anna wollte nur noch Eines: Abhauen. Sie sagt: «Ohne die 147 würde ich heute auf der Strasse leben.»

 

Sucht und Drogen

Weitere 5% aller Fragen an Beratung 147 betreffen die Suchtproblematik und Fragen zu Drogen. Sucht hat immer eine - bisweilen auch lange - Geschichte und ein Bündel von sozialen und psychischen Ursachen. In der Schweiz trinken mittlerweile 12'000 Kinder täglich Alkohol. Die Gefahr der Abhängigkeit steigt, je früher Alkohol konsumiert wird und die Altersschwelle für Alkohol - und Drogenkonsum sinkt immer weiter.

Andere immer wieder aufkommende, wichtige Themen sind zudem:

Familie

Viele Kinder sind heute sich selbst überlassen und haben keine Bezugspersonen, denen sie vertrauen. Viele Eltern sind aus den unterschiedlichsten Gründen überfordert. Viele Kinder werden vernachlässigt oder körperlich oder seelisch misshandelt. In jedem dieser Fälle wird die gesunde Entwicklung der Kinder nachhaltig behindert.

Suizid

Selbsttötung ist die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen in der Schweiz. Viele von ihnen sehen keinen anderen Weg mehr aus ihren Problemen. Mehr als 100 Kinder und Jugendliche nehmen sich jedes Jahr in der Schweiz das Leben. Und auf jeden Selbstmord kommen fünf bis zehn Selbstmordversuche anderer Kinder.

Geld

Markenbewusstsein, materielle Statussymbole und hohe Handyrechnungen ruinieren das Budget vieler Jugendlicher. Weil sie oft auch gar nicht gelernt haben, mit Geld umzugehen, geben ein Viertel der 16- bis 25jährigen mehr Geld aus, als sie haben. Viele von ihnen sind sogar hoch verschuldet und wissen nicht, wie sie aus dieser Situation wieder herauskommen können.