Beziehung in der Schwangerschaft: Wie der Babybauch Ihre Partnerschaft verändern kann

Wenn der Babybauch wächst, verändert sich manchmal die Dynamik in Ihrer Partnerschaft. Ihre Beziehung kann in der Schwangerschaft auf Konflikte und Missverständnisse treffen. Versuchen Sie, Beziehungsprobleme in der Schwangerschaft zu lösen, denn mit Baby wird es noch schwieriger.

Streit kann die Beziehung in der Schwangerschaft belasten.

In der Schwangerschaft kann es leicht zu Missverständnissen und Streit kommen. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Vielleicht warten Sie seit Monaten oder sogar Jahren gemeinsam auf die Schwangerschaft. Jetzt ist es endlich so weit und eigentlich müssten Sie auf Wolke 7 schweben und sich Ihrem Partner so nahe wie noch nie fühlen. Doch stattdessen haben Sie sich ständig wegen Kleinigkeiten in den Haaren. Kommt Ihnen das bekannt vor? Viele Paare erleben, dass sich ihre Beziehung in der Schwangerschaft verändert und dass dies nicht immer ohne Probleme geht. Das ist ganz normal. Schliesslich entwickelt sich aus einem Paar eine Familie. Daes ist ein grosser Schritt für eine Partnerschaft und eine dauerhafte Veränderung für eine Beziehung. Wir haben ein paar Problemfälle gesammelt und Vorschläge zur Lösung, damit Sie sich wieder voll und ganz an Ihrer Schwangerschaft erfreuen können.

Aus Zukunftsängsten kann Streit werden

Problemfall 1: Sorgen um die Zukunft.

Es gibt wohl keine zukünftige Mutter und keinen werdenden Vater, die sich in der Schwangerschaft nicht auch sorgenvolle Gedanken um die Zukunft machen. Dabei ist es ganz natürlich, dass sich Mann und Frau zum Teil verschiedene Sorgen machen. Er wird sich vielleicht eher Gedanken machen, ob er mit der Verantwortung als Vater klar kommt oder ob er seine Familie ernähren kann. Sie sorgt sich möglicherweise mehr, ob das Baby gesund ist oder wie nach der Geburt die Arbeit im Haus und mit Kind geteilt wird. Wenn Sie sich nicht um die gleichen Dinge Gedanken machen, kann es sein, dass Sie die Ängste des anderen nicht so ernst nehmen wie Ihre eigenen. Daraus können Missverständnisse und Streit entstehen. Versuchen Sie deshalb, die Dinge auch aus der Perspektive Ihres Partners zu sehen. Bei bestimmten praktischen Fragen, wie zum Beispiel Haushaltsaufgaben, können Sie möglicherweise jetzt schon Verabredungen treffen.

Problemfall 2: Er hat Lust auf Sex, aber sie nicht oder sie hat Lust, aber er hat Angst, dass er dem Baby weh tut.

Eine Schwangerschaft verändert auch Ihre sexuelle Beziehung. Es kann sein, dass es nun zu Zeiten kommt, in denen Sie keine Lust auf Sex haben. Besonders in den ersten drei Monaten, in denen die Frau oft mit Müdigkeit und Übelkeit zu kämpfen hat, verspüren viele Schwangere keinen sexuellen Appetit. Es kann auch sein, dass sich der Mann zurückzieht, weil er vielleicht Angst hat, das Ungeborene zu stören. Wenn Sie oder Ihr Partner sich damit wohler fühlen, sollten Sie den zeitweisen Urlaub von Ihrem Sexleben akzeptieren. Auch Umarmungen oder zärtliche Berührungen können dafür sorgen, dass Sie sich einander nahe fühlen.

Problemfall 3: Sie findet sich dick.

Vielleicht hat die Frau keine Lust auf Sex, weil sie sich in ihrem Körper, der sich durch die Schwangerschaft verändert, nicht wohl fühlt. Keine Angst, falls Sie sich im Moment zu dick finden. Die allermeisten Männer finden ihre Partnerinnen in der Schwangerschaft besonders attraktiv. Den Männern sei jedoch gesagt, dass Ihre Frau das natürlich nur wissen wird, wenn Sie es ihr tatsächlich sagen!

Mit Reden Missverständnisse aus der Welt schaffen

Problemfall 4: Sie hat schon eine enge Beziehung zum Baby, aber er scheint sich gar nicht zu interessieren.

Ein Konfliktherd in der Schwangerschaft kann entstehen, wenn sich beide unterschiedlich auf das Baby freuen. Die Frau reagiert hormonbedingt sehr emotional. Zeigt er seine Vorfreude auf den Familienzuwachs nicht deutlich genug,  kann es zu Missverständnissen kommen. Liebe Damen, seien Sie sich bewusst, dass er sich trotzdem auf das Baby freut.  Männer verleihen ihren Gefühlen einfach anders Ausdruck. Sprechen Sie miteinander, um das Konfliktpotenzial zu entschärfen.

Problemfall 5: Sie scheint sich nur noch um das ungeborene Baby zu kümmern und nicht um ihn.

Natürlich ist es für eine Frau einfacher, sich gedanklich auf die Schwangerschaft einzustellen. Schliesslich erfährt sie die Veränderungen am eigenen Körper. Die ersten Kindsbewegungen fühlt sie als Erste. Da kann es schon sein, dass sich der Mann vorkommt, als würde er aussen vor bleiben und als wäre er von dieser neuen Zweierbeziehung ausgeschlossen. Sollte dies bei Ihrem Partner der Fall sein, können Sie viel dazu tun, um ihn an der Schwangerschaft teilhaben zu lassen. Laden Sie ihn zum Ultraschall ein und sprechen Sie auch sonst viel über das, was gerade in der Schwangerschaft und mit Ihnen passiert. Wenn er zum Beispiel die Babytritte auch durch die Bauchdecke fühlt, kann es ihm helfen, auch schon vor der Geburt eine Beziehung zum Baby aufzubauen.

Für alle Missverständnisse und Konflikte, die in der Schwangerschaft auftreten könnten, gilt, dass ein klärendes und offenes Gespräch am besten hilft. Machen Sie sich bewusst, dass es besser ist, kleinere Probleme jetzt aus der Welt zu schaffen, bevor daraus grössere Probleme werden. Denn wenn das Baby erst einmal da ist und zu den Missverständnissen noch schlaflose Nächte kommen, können sonst aus kleinen Mückenstreits sprichwörtliche Elefantenkonflikte werden.

Wenn die Beziehungsprobleme grösser sind, können Sie auch Hilfe und Rat bei verschiedenen Beratungsstellen finden.

  • Die Mütterhilfe www.muetterhilfe.ch ist für (zukünftige) Eltern bei allen Arten von Problemen da.
  • Auf www.isis-info.ch finden sich Beratungsstellen im ganzen Land.
  • Örtliche Beratungsstellen zu Beziehung und Schwangerschaft finden Sie oft auch auf der Website Ihres Kantons oder Ihrer Heimatstadt.

 

Wie hat sich Ihre Beziehung in der Schwangerschaft verändert? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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