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Wie Sie Warzen richtig behandeln und entfernen

Huckleberry Finn und Tom Sawyer versuchten, Warzen mithilfe einer toten Katze und einem magischen Spruch zu beseitigen. Heute gibt es zum Glück wirkungsvollere Mittel, sie zu behandeln und zu entfernen. Wir haben Tipps für Sie.

Warzen entfernen und behandeln - so klappt es.

An Füssen tauchen Warzen häufig auf. Foto: smartboy10, Getty Images Plus

Das Wichtigste in Kürze:

Die bekannte Romanfigur Huckleberry Finn wollte seine Warzen mit einer toten Katze verschwinden lassen. Aber sein Freund Tom Sawyer schwor auf einen Zauberspruch:

Schreit die Eule, quakt der Frosch, scheint der Mond darauf / Faules Wasser, Zauberwasser zehr' die Warzen auf!

Die magische Warzenbehandlung auf der Haut wie in Marc Twains Roman «Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn» ist heute zum Glück nicht mehr üblich. Man kennt ihre Ursache mittlerweile gut und kann sie deshalb erfolgreich ganz ohne Zauberei entfernen, zum Beispiel beim Arzt, der sie etwa vereisen kann oder auch mit einem zielgerichteten Hausmittel.

«Warzen sind gutartige, virusbedingte Wucherungen, die ausschliesslich an Haut und Schleimhaut vorkommen», erklärt Prof. Dr. med. Stephan Lautenschlager, Chefarzt, Dermatologisches Ambulatorium, Stadtspital Waid und Triemli in Zürich.

Warzen-Viren im Schwimmbad

Besonders betroffen sind Kinder. Der Grund liegt darin, dass ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. «Die Viren, die Warzen verursachen, werden in die Gruppe der humanen Papillomaviren eingeordnet. Davon gibt es über 120 verschiedene Typen, die je nach Typ auch unterschiedliche Formen auslösen können», erklärt Stephan Lautenschlager.

Diese Viren lieben Orte, an denen es warm und feucht ist, zum Beispiel das Badezimmer oder das Schwimmbad. Und sie lieben aufgeweichte Haut, in die sie besonders gut eindringen können, wenn sie verletzt ist. Kleine Kratzer und Schnittwunden reichen aus. Bis sich die ersten Warzen bilden, vergehen oft Wochen, manchmal sogar bis zu zwei Jahre. Badeschuhe im Schwimmbad können den Fuss jedoch schützen.

«Um zu vermeiden, dass sich das Virus auch auf anderen Körperstellen ausbreiten kann, sollten Kinder besser nicht an Warzen zupfen, reiben oder kratzen», darauf weist Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), hin. Wichtig sei auch, dass das Kind ein separates Handtuch verwendet und eigene Cremes benutzt.

Warze behandeln und entfernen.

Warzen sind klein und manchmal unscheinbar, aber unter dem Fuss können sie sehr unangenehm sein. Bild: ttsz, iStock, Getty Images Plus

Von Dornwarzen und Dellwarzen

«Am häufigsten finden sich Warzen, Dornwarzen, als verhornte Stellen an den Füssen oder an den Händen», sagt der Arzt Stephan Lautenschlager. Grundsätzlich könne jedoch die ganze Hautoberfläche betroffen sein. «Je nach Virustyp können auch die planen Warzen speziell im Kindesalter entstehen, diese finden sich vor allem im Gesicht.» Sie sind flach, weich und hautfarben.

Die meisten Warzen heilen spontan nach unterschiedlich langem Verlauf von Wochen bis zu Jahren narbenlos ab.

Darüber hinaus gibt es die genitalen Warzen, die Kondylome, die durch die HPV-Subtypen 6 und 11 verursacht werden. Prof. Stephan Lautenschlager: «Andere Viren, zum Beispiel das Molluscum contagiosum Virus, verursachen Dellwarzen, die speziell im Kindesalter auftreten und meist mit guter Hautpflege spontan verschwinden.»

Die bläschenartigen Dellwarzen sind hellrote Knötchen mit glatter, oft glänzender Oberfläche und einer Vertiefung in der Mitte. Sie sind besonders ansteckend, weil Kinder sie gern aufkratzen. Sie treten im Gesicht, am Hals sowie an Armen und Beinen auf.

Einfach abwarten!

Was tun, wenn sich die verhornten Stellen auf der Haut bilden? «Die meisten Warzen heilen spontan nach unterschiedlich langem Verlauf von Wochen bis zu Jahren narbenlos ab», beruhigt Stephan Lautenschlager. Eine aufwändige Behandlung ist also gar nicht immer nötig.

Eine Methode, mit Warzen an der Hand oder am Fuss umzugehen, ist deshalb, nicht zu einer Behandlung zum Arzt zu gehen, sondern das Problem einfach auszusitzen. So bekommt das Immunsystem Zeit, selbst mit den Erregern fertig zu werden. Eine Schöllkraut-Tinktur kann den Prozess unterstützen. Das Mittel ist erhältlich in der Apotheke.

In manchen Fällen fehlt aber die Zeit abzuwarten. Zum Beispiel dann, wenn das Kind selbst unter der betroffenen Stelle leidet, weil es sie hässlich findet. Oder weil sich Dellwarzen auf der Haut zu stark vermehren. Oder weil eine Dornwarze unter dem Fuss sitzt und weh tut, wenn sie beim Gehen und Laufen unter Druck gerät, zumal an den Füssen eine spontane Abheilung seltener vorkommt. Dann ist es wichtig, die Stellen mit einer speziellen Methode zu behandeln, damit sie schnellstmöglich verschwinden.

Die richtige Warzenbehandlung

«Wenn kosmetisch störende Formen, seltener schmerzhafte Warzen im Fussbereich oder stigmatisierende Warzen an den Händen bestehen, sollte eine Therapie erfolgen», rät Stephan Lautenschlager. «Therapien können mit Ätzmitteln, die in unterschiedlichen Formen rezeptfrei angeboten werden oder mit aufweichenden und schälenden Substanzen (häufig Salicylsäure-haltig) durchgeführt werden.»

Salicylsäure gibt es auch vorgefertigt in Pflastern, was die Handhabung der Behandlung einfach macht. Die verhornte Haut lässt sich dann nach einem Bad vorsichtig abtragen. Danach wird das Mittel erneut aufgetragen. Der ganze Vorgang muss mehrmals wiederholt werden.

Auch eine Vereisung ist eine Möglichkeit, die unliebsamen Gäste loszuwerden: «Alternativ können Kältebehandlungen oder bei ganz hartnäckigen Fällen auch immunologische Behandlungen zum mit Beispiel mit Diphenylcyclopropenon (DCP) erfolgen», sagt Stephan Lautenschlager. Bei der Kälteanwendung, der Vereisung oder auch Kryotherapie, ist das Ziel, die Warze mit flüssigem Stickstoff zu vereisen. Der Stickstoff sorgt dafür, dass das Warzengewebe abstirbt.

Da jedoch keine Narben entstehen sollen, sei von chirurgischen Behandlungen abzusehen. «Selten kann einmal eine Behandlung mit einem Kohlenstoffdioxidlaser hilfreich sein.»

Ein bisschen Magie bleibt

Wer sich dafür entscheidet, die Warze des Kindes zunächst gar nicht zu behandeln, sondern auf die Arbeit zu vertrauen, die das Immunsystem leistet, hat gute Erfolgschancen: «Zwei Monate nach der Diagnose sind 25 Prozent der Warzen spontan verschwunden, nach zwei Jahren sind es bis zu vier Fünftel der Fälle», berichtet Stephan Lautenschlager.

Und wer weiß, vielleicht unterstützt eine Zauberformel den Körper tatsächlich, sich gegen die störende Warze zu wehren. Schliesslich können auch Verfahren wirken, die eigentlich keine Wirksamkeit haben – wenn der kleine Patient an sie glaubt. «Placebo-Effekt» wird diese Methode genannt.

Ein solches Verfahren wendet sogar die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Justus-Liebig-Universität Giessen gegen Warzen an. Machen Sie es also wie Sie möchten: Vereisung, Kryotherapie, Hausmittel oder die gute alte Magie, sie alle können dazu beitragen, eine verhornte Stelle auf der Haut zu entfernen. In diesem Sinne:

«Warze alt, Warze kalt, Warze ab!»

Hausmittel gegen Warzen:

Träufeln Sie naturtrüben Apfelessig auf einen Wattebausch und fixieren Sie ihn mit einem Pflaster auf der betroffenen Stelle. Lassen Sie den Apfelessig über Nacht einziehen und wiederholen Sie das Ganze einige Male. Das Problem kann sich so innerhalb etwa einer Woche lösen.

Im besten Fall ersparen Sie sich so, die Stelle zu vereisen oder eine andere aufwändige Therapie in Anspruch zu nehmen. Denn manchmal braucht der Körper tatsächlich nur ein kleines Hausmittel wie Apfelessig, um sich selbst zu heilen.