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Skiunfall verhindern: So fahren Kinder sicher

Rücksichtnahme und das richtige Verhalten auf der Piste schaffen Sicherheit und helfen, Unfälle zu vermeiden. Helm, Rückenpanzer und weitere Protektoren unterstützen Kinder und schützen bei einem Sturz oder Unfall beim Skifahren.

Gegenseitige Rücksichtnahme verhindert Ski- und Snowboard-Unfälle.

Kinder sollten nie ohne Skihelm auf der Piste unterwegs sein. Bild: yulkapopkova, Getty Images

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein guter Kinder Skihelm ist bei jeder Skitour unabdingbar. Der Skihelm sollte nicht zu leicht und nicht zu schwer sein um den Kopf bei einem Skiunfall optimal zu schützen.
  • Auch ein Rückenprotektor ist bereits im Kindesalter wichtig. Die Wirbelsäule und der Rücken werden dadurch geschützt.
  • Bei einem Skiunfall gibt es einiges zu beachten: So sollten dem Opfer keineswegs die Protektoren ausgezogen werden.

Kinder lernen meist sehr schnell, wie sie auf Ski und Snowboard die Piste runterdüsen. Und genauso schnell sind sie auch ihren Eltern davon gefahren. Diese müssen dabei zusehen, wie ihr Nachwuchs ganz alleine den Hang runter saust.

Im Gegensatz zu Erwachsenen zeigen die kleinen Draufgänger meist wenig Respekt vor den Gefahren, die auf dem Skihang lauern. Umso wichtiger ist eine spezielle Schutzkleidung mit einem guten Rückenprotektor, einem Kinder Skihelm und weiteren Protektoren, die bei Stürzen oder Zusammenstössen Verletzungen effektiv verhindern können.

Ohne Helm geht beim Skifahren und Boarden

Der Skihelm zählt zu den wichtigsten Schutzmassnahmen für Skifahrer und Snowboarder. Allerdings sollte man beim Kauf eines Kinder Skihelms einige Dinge beachten. Denn nur ein gut sitzender Helm kann ausreichenden vor Verletzungen schützen.

Der Skihelm sollte unbedingt der EN-Norm 1077 entsprechen, da diese Modelle die von der EU bestimmten Mindestanforderungen für Funktionalität und Schutz erfüllen. Abzuraten ist vom Kauf sogenannter Skihelme mit der EN-Norm 1078, die lediglich für Velo- und Skateboardfahrer geeignet sind. Bei einem Aufprall schützen diese Helme nicht genügend. 

Dass geeignete Skihelme nicht teuer sein müssen, beweist ein Vergleich von Kassensturz aus dem Jahr 2012: Bei einem Falltest mit 20 Stundenkilometer wurden mehrere Helme für Kinder und Erwachsene getestet. Ein Modell für CHF 50.- schützte dabei gleich gut wie ein Modell für über CHF 150.-. Den gesamten Vergleich der Kinder Skihelme finden Sie hier.

Die richtige Grösse für Skihelm und Skibrille

Wichtig ist ebenfalls, dass der Skihelm in der richtigen Grösse gekauft wird. Einen zu grossen Helm zu kaufen, weil das Kind noch in den Skihelm «hineinwächst», ist nicht sinnvoll. Die Kopfgrösse von Kindern ändert sich nicht so schnell und bis den Kleinen der Skihelm irgendwann mal richtig passt, bietet er bei einem Skiunfall wenig oder gar keinen Schutz, da er leicht verrutschen kann. Mittlerweile gibt es allerdings auch Hersteller, die verstellbare Skihelme anbieten. Diese sind mit der Bezeichnung «Jr» versehen. So kann ein «Jr» Helm trotz Wachstum einige Zeit länger getragen werden. Der Kinder Skihelm Hersteller Giro empfiehlt, Skihelme alle drei Jahre auszutauschen.

Weiterhin muss beim Anpassen des Helmes auch die Kopfform beachtet werden. Nicht jedes Modell kann von jedem Kind getragen werden. Vor einer Entscheidung sollten deshalb unbedingt mehrere Skihelme anprobiert werden.

Mit einer klaren Sicht fährt man sicherer Ski. Aus diesem Grund haben viele Kinder Skihelme für Kinder einen eingebauten Visor. Mit diesem wird das Tragen von Skibrillen einfacher, da der Visor bereits am Helm befestigt ist und nicht verrutschen kann. Hat der Helm keinen eingebauten Visor, ist der Kauf einer Skibrille angesagt. Bei dieser ist es wichtig, dass sie vor UV-Strahlen schützt. Im Gegensatz zu normalen Sonnenbrillen schützt eine Skibrille die Augen nicht nur vor grellem Licht und Kontrast, sondern auch vor Fahrtwind und Schnee. Sinnvoll ist es deshalb, eine passende Skibrille zu kaufen, welche dem Helm angepasst ist und beim Fahren das gesamte Gesicht des Kindes schützt.

Rückenprotektor und Rückenpanzer

Besonders im Trend auf den Abfahrtshängen ist mittlerweile der Rückenprotektor. Bereits heute wird der sogenannte Rückenpanzer von vielen Skifahrern und Snowboardern unter der Skikleidung getragen. Da Verletzungen der Wirbelsäule ebenso wie Kopfverletzungen schwere Folgen nach sich ziehen können, bieten auch diese Protektoren einen wichtigen Schutz. Dabei helfen Rückenpanzer, sowohl Rückenverletzungen als auch Rippenbrüche zu vermeiden. Die Rückenprotektoren gibt es inzwischen auch in Kindergrössen.

Das richtige Verhalten auf der Piste

Der beste Schutz für Kinder ist, ihnen möglichst früh das richtige Verhalten auf den Skiern beizubringen. Das vermindert nicht nur ihr eigenes Verletzungsrisiko, sondern trägt zur allgemeinen Sicherheit auf der Piste bei.

Die wichtigste Regel auf den Skiern lautet: Rücksichtnahme. Kinder müssen lernen, auf die anderen Skifahrer und Snowboarder zu achten, mögliche Gefahrensituationen abzuschätzen und diese damit rechtzeitig zu vermeiden. Denn alleine durch Rücksichtnahme lassen sich beim Fahren bereits viele Unfälle verhindern.

Wenn Kinder ihre Fahrkünste überschätzen und zu schnell und unsicher auf der Piste fahren, dann erhöht dies die Gefahr von Unfällen ebenfalls erheblich. Eltern sollten daher selbst mit gutem Beispiel voranfahren und die Geschwindigkeit etwas drosseln, notfalls mit dem Nachwuchs im «Schneckentempo» den Hang hinunterrutschen, wenn das Kind zu unsicher auf den Skien oder auf dem Snowboard steht.

Anfängerpisten oder spezielle Abfahrten für Kinder bieten ausserdem besonders gute Bedingungen, um nicht nur die Technik des Skifahrens oder Snowboardens zu erlernen. Hier können die Eltern ihrem Nachwuchs auch in einer etwas ruhigeren Umgebung einige Verhaltensregeln als Skifahrer beibringen.

Skiunfall - wie reagieren und was tun

Leider gehören Unfälle auf den Ski oder Snowboard fast schon zur Tagesordnung in den Skigebieten. Verletzt sich ein Ski- oder Snowboardfahrer beim Skifahren ist es wichtig, dem Mann oder der Frau keineswegs die Protektoren auszuziehen. Dasselbe gilt für die Skischuhe des Verunfallten. Das Ausziehen des Rückenpanzers, des Skihelms oder der Skischuhe kann nämlich dazu führen, dass der möglicherweise verletzte Rücken Schaden nimmt. Besser ist es, die Piste zu sichern, den Notruf zu wählen und gemäss der REGA erste Hilfe zu leisten.

Ein Rückenpanzer sollte verschiedene Anforderungen erfüllen. So sollte er möglichst beweglich sein und sich gut am Rücken des Fahrers anpassen. Ein Pluspunkt ist beim Rückenprotektor zudem, wenn er den Rücken auch unterhalb der Wirbelsäule schützt.

Auch für Rückenprotektoren hat der Kassensturz einen Test durchgeführt. Gemäss diesem gibt es bereits ab CHF 150.- «Gute» Rückenprotektoren. Beim Test wurden verschiedene Rückenprotektoren und Westen für Mann und Frau getestet, wobei der Rückenprotektor von Scott als Sieger hervorging. Den gesamten Test mit Kaufempfehlungen finden Sie hier.