Skiunfall verhindern: So fahren Kinder sicher

Rücksichtsnahme und das richtige Verhalten auf der Piste schaffen Sicherheit und helfen, Unfälle zu vermeiden. Helm, Rückenpanzer und das geeignete Pisten-Outfit unterstützen Kinder und schützen bei einem Sturz oder Unfall.

Gegenseitige Rücksichtsnahme verhindert Ski-und Snowboard-Unfall

Kinder sollten nie ohne Skihelm auf der Piste unterwegs sein. (Foto: tatyana_tomsickova/iStock, Thinkstock)

Kinder lernen meist sehr schnell, wie sie auf Ski und Snowboard die Piste runterdüsen. Und genauso schnell sind sie auch ihren Eltern davon gefahren. Diese müssen dabei zusehen, wie ihr Nachwuchs ganz alleine den Hang runter saust.

Im Gegensatz zu Erwachsenen zeigen die kleinen Draufgänger meist wenig Respekt vor den Gefahren, die auf dem Skihang lauern. Um so wichtiger ist eine spezielle Schutzkleidung, die bei Stürzen oder Zusammenstössen Verletzungen effektiv verhindern kann.

Ohne Helm geht nix beim Skifahren und Boarden

Der Skihelm zählt zu den wichtigsten Schutzmassnahmen für Skifahrer und Snowboarder. Allerdings sollte man beim Kauf einige Dinge beachten. Denn nur ein gut sitzender Helm bietet ausreichenden Schutz vor Verletzungen.

Der Kopfschutz sollte unbedingt der EN-Norm 1077 entsprechen, da diese Modelle die von der EU bestimmten Mindestanforderungen für Funktionalität und Schutz erfüllen. Abzuraten ist vom Kauf so genannter Schneesporthelme mit der EN-Norm 1078, die lediglich für Velo- und Skateboardfahrer geeignet sind.

Auf die Grösse kommt es an – aber nicht nur

Wichtig ist ebenfalls, dass der Skihelm in der richtigen Grösse gekauft wird. Einen zu grossen Helm zu kaufen, weil das Kind noch «hineinwächst», ist nicht sinnvoll. Die Kopfgrösse von Kindern ändert sich nicht so schnell und bis den Kleinen der Skihelm irgendwann mal richtig passt, bietet er wenig oder gar keinen Schutz, da er leicht verrutschen kann. Mittlerweile gibt es allerdings auch Hersteller, die verstellbare Skihelme anbieten. So kann der Helm trotz Wachstum einige Zeit länger getragen werden.

Weiterhin muss beim Anpassen des Helmes auch die Kopfform beachtet werden. Nicht jedes Modell kann von jedem Kind getragen werden. Vor einer Entscheidung sollten deshalb unbedingt mehrere Skihelme anprobiert werden.

Zusätzlicher Schutz für Rücken und Handgelenke

Besonders im Trend auf den Abfahrtshängen ist mittlerweile der Rückenprotektor. Bereits heute wird diese Polsterung von vielen Skifahrern und Snowboardern unter der Skikleidung getragen. Da Verletzungen der Wirbelsäule ebenso wie Kopfverletzungen schwere Folgen nach sich ziehen können, bieten auch diese Protektoren einen wichtigen Schutz. Dabei helfen sie, sowohl Rückenverletzungen als auch Rippenbrüche zu vermeiden. Die Rückenprotektoren gibt es inzwischen auch in Kindergrössen.

Speziell für Snowboarder ist neben dem Schutz für Kopf und Rücken das Tragen von Handgelenkprotektoren zu empfehlen. Denn bei den Boardern besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr in diesem Bereich, weil sie sich bei Stürzen statt auf die Skistöcke auf den Handgelenken abstützen.

 

Speziell für das Fahren mit dem Snowboard ist ausser dem Schutz für Kopf und Rücken das Tragen von Handgelenkprotektoren zu empfehlen.

Auch beim Snowboarden gilt: Sicherheit geht vor. Foto: ©iStockphoto.com/Jason Lugo

Das richtige Verhalten auf der Piste

Der beste Schutz für Kinder ist, ihnen möglichst früh das richtige Verhalten auf dem Skihang beizubringen. Das vermindert nicht nur ihr eigenes Verletzungsrisiko, sondern trägt zur allgemeinen Sicherheit auf der Piste bei.

Die wichtigste Regel dabei lautet: Rücksichtnahme. Kinder müssen lernen, auf die anderen Skifahrer und Snowboarder zu achten, mögliche Gefahrensituationen abzuschätzen und diese damit rechtzeitig zu vermeiden. Denn alleine durch Rücksichtnahme lassen sich bereits viele Unfälle verhindern.

Wenn Kinder ihre Fahrkünste überschätzen und zu schnell und unsicher auf der Piste unterwegs sind, dann erhöht dies die Gefahr von Unfällen ebenfalls erheblich. Eltern sollten daher selbst mit gutem Beispiel voranfahren und die Geschwindigkeit etwas drosseln, notfalls mit dem Nachwuchs im «Schneckentempo» den Hang hinunterrutschen, wenn das Kind zu unsicher fährt.

Auch hier ist die Vorbild-Funktion entscheidend. Fahren Sie selbst langsam und mit Überblick, so lernt dies auch Ihr Kind.

Anfängerpisten oder spezielle Abfahrten für Kinder bieten ausserdem besonders gute Bedingungen, um nicht nur die Technik des Skifahrens oder Snowboardens zu erlernen. Hier können die Eltern ihrem Nachwuchs auch in einer etwas ruhigeren Umgebung einige Verhaltensregeln beibringen.

Für weitere Informationen:

  • Besondere Richtlinien zum Verhalten auf den Skipisten für Skifahrer und Snowboarder bietet die Schweizerische Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten (SKUS) unter: www.skus.ch

 

 

 

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