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Babysitter gesucht! So findet ihr den richtigen Babysitter für euer Kind

Frühestens, wenn dein Kind drei Monate alt ist, kannst du es mit einem Babysitter alleine lassen – am besten zunächst zu einer Tageszeit, in der dein Kind ausgeschlafen ist. Professionelle Organisationen, aber auch Gemeinden und Vereine vermitteln Babysitter. Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Babysitter und das Kind einen guten Draht zueinander finden und dass ihr der Betreuungsperson vertraut. Die Betreuung kostet mindestens 8 bis 18 Franken pro Stunde und ist in der Regel Verhandlungssache.

Mutter verabschiedet sich von Kleinkind, das eine Babysitterin im Arm hält
Mama ist dann mal weg! Eine Babysitterin zu haben, der man vertraut und die das Kind mag, ist Gold wert. © GettyImages Plus, SolStock

So findest du einen Babysitter: Das Wichtigste in Kürze

  • Babysitter werden in der Schweiz von örtlich ansässigen Initiativen und Vereinen, Gemeinden und Städten sowie von professionellen Anbietern vermittelt. So findet ihr den Babysitter, der zu euch passt. 
  • Das Rote Kreuz bildet Jugendliche ab 13 Jahren zu Babysittern aus. Mehr zum Kurs.
  • Eltern zahlen für einen Babysitter in der Schweiz etwa 8 bis 18 Franken pro Stunde. 
  • Damit sich das Kind an den Babysitter gewöhnt, solltet ihr mit wenigen Stunden beginnen. Ab welchem Alter du dein Kind hüten wie lange hüten lassen kannst. 
  • Nicht nur der Draht zum Kind ist wichtig. Es ist wichtig, dass ihr dem Babysitter vertraut und ihn mögt. Die Checkliste fürs Kennenlernen gibt es hier.

Mal ein paar Besorgungen machen, ins Fitnessstudio gehen, joggen oder am Abend zum Elternabend oder ins Kino gehen: Anlässe, für ein paar Stunden das Haus ohne Kind zu verlassen, gibt es viele. Ein Babysitter muss also her! Nur... wo findet man einen Babysitter, der Eltern und Kind passt?

Babysitter finden in der Schweiz: Angebote im Überblick

Vielleicht gehört ihr zu den glücklichen Familien, bei denen die Grosseltern in der Nähe wohnen und gerne die Betreuung des Kindes übernehmen. Oder aber ihr habt Freunde oder Bekannte, die froh über gegenseitige Unterstützung sind: Mal nimmt die eine Familie alle Kinder zu sich, mal die andere. Nicht alle haben diese Möglichkeit. Dann könnt ihr euch an eine Babysittervermittlung wenden. In der Schweiz gibt es gemeinnützige Vermittlungen, aber auch professionelle Anbieter.

Babysitter finden: Gemeinnützige Vermittlung von Babysittern

Verschiedene gemeinnützige Initiativen und Angebote vermitteln in der Schweiz Babysitter oder Unterstützungsangebote für Eltern. 

  • Örtlich ansässige Initiativen vermitteln Babysitter regional. Dazu zählen Frauenclubs, Elternvereine, Elternkreise, Familienclubs, Familientreffs. Die K&F Fachstelle Kinder&Familien listet viele von ihnen auf.
  • Auch Gemeinde und Städte wie Zürich bieten die Vermittlung von Babysittern an. Es lohnt sich auch, bei der eigenen Gemeinde oder Stadt nachzufragen, ob sie bei der Suche nach einem Babysitter helfen kann.
  • Viele Familienforen sind in Sachen Babysitter-Vermittlung aktiv, wie zum Beispiel das Familienforum Rapperwil-Jona oder das Familienforum Reichenburg.
  • Babsy ist ein Verein, der auf ehrenamtlicher Basis Babysitter vermittelt. Dafür gibt es eine eigene App

Babysitter finden: Professionelle Vermittlung von Babysittern

Babysitter zu vermitteln, ist ihr Geschäft. Zu den Professionellen Vermittlern gehören:

  • Babysitting24 vermittelt nicht nur Babysitter, sondern auch Nannys und Tagesmütter – vom Kleinkind- bis zum Teenageralter. Der Lohn für den Babysitter oder die Babysitterin ist Verhandlungssache.
  • In Bern gibt es die Agentur Mary Poppins – eine Personalvermittlung für Privathaushalte. Sie übernimmt bei der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung die Vorauswahl.
  • Auf Care.com, einem IAC-Unternehmen, können Familien in der Schweiz über eine digitale Plattform Babysitter in der Region finden.
  • Babysits bietet in der Schweiz eine Plattform, die Babysitter und Eltern zusammenführt. Nach eigenen Angaben ist Babysits in 79 Ländern tätig.

Lernen, was wichtig ist: Babysitterkurse beim Roten Kreuz

Bei der Suche nach einem Babysitter hat der Babysitterkurs des Schweizerischen Roten Kreuzes besondere Bedeutung. Es bildet in einem zehn- bis zwölfstündigen Kurs Jugendliche ab 13 Jahren, aber auch Erwachsene aus, die Kinder betreuen wollen. Die Teilnehmenden lernen unter anderem, wie sie ein Baby wickeln, ein Kind trösten und streitende Geschwister beruhigen können. Auch das richtige Verhalten bei Unfällen oder plötzlichem Fieber steht auf dem Lehrplan.

Eltern, die einen Babysitter mit dieser Ausbildung wählen, haben also die Sicherheit, dass er über gewisse Grundlagen und Kenntnisse in der Kinderbetreuung verfügt. Eine Reihe von Initiativen und Familienforen vermittelt ausschliesslich Babysitter, die die Ausbildung beim Roten Kreuz absolviert haben. Wenn du dich auch für einen solchen Babysitter interessierst, kannst du dich an das Rote Kreuz in deinem Kanton wenden. Dort erfährst du, wie und wo du ausgebildete Babysitterinnen und -Babysitter findest.

Kosten Babysitter: Das kostet Babysitting in der Schweiz

Was ein Babysitter im Schnitt kostet, kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Abhängig ist der Preis auch von der Erfahrung des Babysitters. Wie viele Kinder sollen betreut werden? Wie alt sind sie? Das Rote Kreuz gibt folgende Richtwerte an, wenn zwei Kinder gehütet werden sollen:

  • 3 bis 15 Jahre: 8 bis 10 Franken pro Stunde
  • 16 bis 25 Jahre: 11 bis 18 Franken pro Stunde

Für jedes weitere Kind kann der Babysitter etwa zwei Franken mehr pro Stunde verlangen. Mehr als drei Kinder sollten dem Roten Kreuz zufolge nicht von einem Babysitter beaufsichtigt werden.

Babysitter24 stellt einen Stundenlohnrechner zur Verfügung. Er berücksichtigt das Alter der Kinder, die Anzahl der Kinder, die Ausbildung des Babysitters, seine Erfahrung und den Kanton.

Junge Frau und kleines Mädchen sitzen zusammen auf grüner Couch und malen.
Viele Jugendliche verdienen sich mit Babysitten etwas zum Taschengeld dazu. Ausgebildet dafür werden sie zum Beispiel im Babysitterkurs vom Roten Kreuz. © GettyImages Plus, fizkes

Babysitter: Ab wann und wie lange

Dem Roten Kreuz zufolge sollte das Kind, das betreut werden soll, mindestens drei Monate alt sein. „Wenn es wach ist, sollte die Betreuung nicht länger als drei Stunden dauern“, so das Rote Kreuz. Darüber hinaus ist wichtig, dass das Kind gesund ist.

Ist dein Kind in der Fremdelphase, die meist in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres beginnt? Dann könnte es länger dauern, dein Kind mit einem neuen Babysitter vertraut zu machen. Wenn es unter Trennungsangst, ist es oft selbst für Grosseltern und andere nahe Familienmitglieder schwer, die Eltern für eine kurze Zeit zu vertreten.

Sinnvoll ist es, das Kind zunächst zu einer Tageszeit betreuen zu lassen, in der es erfahrungsgemäss ausgeschlafen und gut gelaunt ist. So haben Kind und Babysitter Gelegenheit, sich ohne müde Weinerlichkeit kennenzulernen. Am besten, du steigerst die Zeitfenster des Babysitters stufenweise – lässt Babysitter und Kind also erst mal nur kurz allein, später länger.

Worauf achten bei der Wahl des Babysitters?

Ob ihr einem Babysitter euer Kind anvertrauen wollt, findet ihr am besten bei einem persönlichen Gespräch heraus. Sprecht euch im Vorfeld ab, was eure Ansprüche und Vorstellungen sind. Folgende Checkliste kann euch helfen beim Gespräch. 

Babysitter finden: Checkliste mit Fragen für Eltern

  • Ist der Babysitter mindestens 13 Jahre alt?
  • Hat er eine Ausbildung als Babysitter gemacht?
  • Hat er bereits Erfahrung im Umgang mit Kindern?
  • Weiss er, was zu tun ist, wenn sich dein Kind verletzt?
  • Hat er Spiel- und Bastelideen?
  • Wie reagiert dein Kind auf den Babysitter? Mögen die beiden sich? Finden sie einen Draht zueinander?

Folgende Fragen sollten unbedingt vor dem ersten Einsatz geklärt werden:

  • Wie soll der Babysitter sich verhalten, wenn dein Kind nicht tut, was er möchte?
  • Wie kann er dich erreichen?
  • Was soll er deinem Kind zum Essen und Trinken anbieten?
  • Was kann er tun, wenn dein Kind nicht einschlafen kann?
  • Wie kommt er nach Hause?
  • Wann erfolgt die Bezahlung?