Kinderbetreuung bei einer Tagesmutter

Viele Frauen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr Kind von einer Tagesmutter fremdbetreuen lassen. Allerdings zu Unrecht, wissen Experten. Familienleben.ch zeigt, wie Sie für Ihren Nachwuchs die passende Tagesmutter finden und worauf Sie achten sollten.

Eine Tagesmutter betreut Kinder

Eltern brauchen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihr Kind zu einer Tagesmutter geben. Foto: ©iStockphoto.com/BlueOrange Studio

Bei Claudia Köberle, einer Tagesmutter in Süddeutschland, brennt es, mal unter dem Tisch, auf dem Sofa oder in der Badewanne. Mit einem lauten «Tatü Tata» sind zwei eifrige Feuerwehrmänner zur Stelle, die den Brand umgehend löschen. Die zweieinhalbjährigen Profilöscher, im wirklichen Leben heissen sie Yannik und Niklas, sind gute Kumpels, mal lieben sie sich innig, mal streiten sie.

Yannik ist der Sohn von Claudia Köberle. Niklas ist einer der drei Tageskinder, die stundenweise von der 32-jährigen Tagesmutter betreut werden. Vor allem für Mütter, die Teilzeit arbeiten, ist die Tagespflege eine echte Alternative zur Krippe. Während ein Krippenplatz eine bessere Ausbildung der Erzieherinnen oder beständige Öffnungszeiten garantiert, punktet die jeweilige Tagesmutter mit einer familiäreren Atmosphäre, innigeren und intensiveren Zuwendung und flexiblen Hol- und Bringzeiten.

Viele Frauen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich für eine Fremdbetreuung entscheiden. «Müssen sie aber nicht», sagt Rudolf Haug, Facharzt für psychotherapeutische Medizin. «Ein Kleinkind ab dem ersten Lebensjahr, welches eine sichere Bindung zu seinen Eltern oder anderen Bezugspersonen hat, vertraut darauf, dass die Mama wiederkommt, und kann so einen Zeitraum von ein paar Stunden mit einer anderen Betreuungsperson überbrücken.» Zudem wird eine Tagesmutter nach einiger Zeit zur Vertrauten und wird nicht mehr als «die Fremde» angesehen.

Einige Stunden weg von Mama und Papa bedeutet nichts Schlimmes für ein Kind, sondern ist eher eine Bereicherung: Kinder lernen viel schneller, dass von der neuen Bezugsperson keine Gefahr ausgeht und sie auch anderen Menschen als den eigenen Eltern vertrauen können. Dennoch ist für fast alle Kinder die neue Situation, weg von den Eltern zu einer fremden Person, erstmals ein Riesenschritt.

Wo bin ich denn hier überhaupt? Wo ist meine Mama? Warum passt sie nicht auf mich auf? Kann ich der fremden Frau vertrauen? – Das sind alles Faktoren, mit denen ein kleiner Mensch erst mal klarkommen muss. Deshalb benötigt jedes Kind - egal wie alt - eine Eingewöhnungsphase.

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