Rund um die Challenge Camps

Kinder mit und ohne Handicap trainieren in den Challenge Camps zusammen, um miteinander zu spielen und dabei voneinander zu lernen.

Kinder mit und ohne Handicap haben die Möglichkeit, gemeinsam zu trainieren. (Foto: myhandicap.ch / Challenge Camps)

Sind auch die Eltern sowie Heime und Organisationen in die Durchführung eines Camps eingebunden?

Es kann kein Fussballcamp durchgeführt werden, wenn im Vorfeld eine aktive Zusammenarbeit zwischen Eltern, Betreuern und Tagesschulen fehlt. Nur über ihr Vertrauen können wir ihre Kinder in unsere Camps einladen. Bringt die Mutter oder der Betreuer das Kind oder die Gruppe ins Fussballcamp, verlieren sie die Schwellenangst und können mit Begeisterung bereits die ersten Minuten genießen.

Sie sind mit den Camps jeweils bei einem Fussball-Club zu Gast. Welche Aufgaben übernimmt der Klub und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Der gastgebende Verein / Klub muss für die Idee gewonnen werden, einen integrativen Nachmittag durchzuführen. Wenn immer möglich werden Kinder aus der Umgebung berücksichtigt. Die Beispiele zeigen, dass Vereine einen enormen Goodwill aufbauen können und es geschätzt wird, dass der Fussball auch seine sozialen Verantwortungen wahrnimmt.

Wo stellen sich bei der Durchführung die größten Schwierigkeiten?

Bis heute haben wir keine wirklichen Schwierigkeiten in diesen Camps erlebt. Von großer Wichtigkeit ist, dass Eltern und Betreuer uns ihr Vertrauen schenken. Vor jedem neuen Camp haben wir großen Respekt. Im Vergleich zu den Eltern und Betreuern kennen wir die «Spezialitäten» der Kinder nicht. Umso mehr heisst es, mit viel Einfühlungsvermögen und Beobachtungen die Bedürfnisse der Teilnehmer zu erkennen.

Während des Fussballcamps wird streng darauf geachtet, dass immer alle Kinder integriert sind. Wenn ein «kleiner Fussballer» ein paar Minuten neben der Seitenlinie steht, so wird dies akzeptiert. Dank der Erfahrung unseres Teams und der Betreuer wird er dann wieder mit dem richtigen Timing abgeholt.

Für die Teilnehmenden sind die Camps kostenlos. Können Sie uns etwas zur Finanzierung der Camps sagen?

Damit die Eltern der Kinder finanziell nicht belastet werden, haben wir den gemeinnützigen Verein Challenge Camps gegründet. Dank den Sponsoren und Gönnern, welche primär Stiftungen und Firmen, jedoch auch Privatpersonen sind, können wir den Kindern dieses Erlebnis ohne eine Kostenbeteiligung anbieten. Der finanzielle Hintergrund der Eltern darf beim Entscheid einer Teilnahme keine Rolle spielen. Natürlich sind wir immer noch auf Spendensuche und unterstützen den Verein nach wie vor mit unserem privaten Vermögen.

Im Juni fand ein Challenge Camp beim FC Muri-Gümligen statt, am 8. Juli ist der FC Vaduz Gastgeber. Wo sind weitere Camps geplant?

Im Laufe dieses Jahres werden wir noch 4 bis 5 Fussballcamps für Kinder mit einem Handicap durchführen. Damit möglichst viele Kinder profitieren können, werden diese im Raum Zürich – Basel – Bern und Vaduz stattfinden. Zusätzlich können wir sicher in ungefähr vier 4 Standard-Fussballcamps wieder eine Gruppe von Kindern mit Behinderung integrieren. Die einzelnen Daten können unserer Homepage unter www.challenge-camps.ch entnommen werden.

Welches ist Ihre persönliche Motivation für Challenge Camps?

Bei unserem Camp in Muri-Gümligen erzählte mir ein Betreuer, dass seine ganze Equipe seit 2 Wochen vor Aufregung kaum noch schlafen konnte! Oder der beste Torwart verkündete voller Stolz, dass er seinen Titel im Herbst verteidigen werde. Jedes Camp ist für uns von Challenge Camps eine totale Bereicherung. Es motiviert, viele fussballbegeisterte, handicapierte Kinder kennenlernen zu dürfen.

Quelle: Stiftung MyHandicap www.myhandicap.ch

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