Leben > Drei GenerationenFrag Oma: das Einmaleins der Haushaltstipps – Flecken, Wespen, Silber Jasmine Helbling Oma wusste es am besten: wie man das geerbte Silber wieder zum Funkeln bringt, Wespen vom Grillfest fernhält und die Wäsche auch ohne teures Waschmittel wieder weiss wird. Der Alltag ist kompliziert genug. Höchste Zeit für ein paar Haushaltstipps, die dir Arbeit und Stirnfalten ersparen. Wir haben Grosis Klassiker durchgesehen: Was hält, was nicht, und worauf du achten musst, wenn Kinder im Haus sind. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Wäschekorb als Spielzeug: Hausarbeit und Familienleben lassen sich selten sauber trennen. Foto: Monkeybusinessimages, iStock, Thinkstock Gute Haushaltstipps werden von Generation zu Generation weitergereicht. Und keine Sorge, wenn dir deine Oma keine mitgegeben hat: Hier findest du die altbewährten Kniffe, dazu die ehrliche Einschätzung, welche davon halten, was sie versprechen. Noch mehr Grosi-Wissen für kleine Wehwehchen steht in unserer Sammlung der Hausmittel vom Grosi. Kurz vorweg: Hausmittel sind nicht automatisch harmlos Viele Grosi-Tipps arbeiten mit Essig, Soda oder Spülmittel. Das ist meistens unproblematisch, drei Dinge solltest du trotzdem wissen, bevor du loslegst. Nichts mischen: Putzmittel, die Javelwasser enthalten, sollen nie zusammen mit anderen Reinigungsmitteln verwendet werden.[1] Trifft Javelwasser auf eine Säure wie Essig oder Essigessenz, entsteht Chlorgas. Nichts umfüllen: Chemikalien gehören in ihre Originalverpackung, nie in Trinkflaschen oder andere Gefässe, auch nicht mit Beschriftung.[1] Das gilt auch für die Gläser, die weiter unten als Fruchtfliegenfalle dienen. Sie stehen ausser Reichweite von Kindern. Duftöle wegschliessen: Ätherische Öle sollten immer ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.[2] Ihr fruchtiger Geruch verführt zum Trinken, und sie gelangen sehr leicht in die Lunge. Wenn doch etwas passiert, hilft Tox Info Suisse rund um die Uhr unter der Notfallnummer 145. Was du dann tun und vor allem lassen solltest, steht in unserem Beitrag zur Putzmittelvergiftung bei Kindern. Der Mülleimer verpestet dein Kochreich Leg den Boden des Müllsacks mit frischer Katzenstreu aus. Was im Katzenklo vor unangenehmen Gerüchen bewahrt, hilft auch in der Küche. Die Streu saugt Feuchtigkeit auf, und ohne Feuchtigkeit riecht es deutlich weniger. Zusammengeknülltes Zeitungspapier tut denselben Dienst und kostet gar nichts. An heissen Tagen kommt ein zweiter Kniff dazu: Fleisch- und Fischreste wanderten bei Oma in den kältesten Winkel des Hauses. Heute legst du sie einfach bis zum Abfuhrtag ins Gefrierfach. Zum Essen im Garten gesellen sich Wespen und Mücken Zuerst die Entwarnung: Von den neun Wespenarten, die in der Schweiz vorkommen, lassen sich nur zwei von unserem Essen anlocken.[3] Die Deutsche und die Gemeine Wespe interessieren sich für Fleisch und Konfitüre. Die übrigen sieben bleiben friedlich, solange man ihrem Nest nicht zu nahe kommt. Und alle sind nützlich: Wespen bestäuben Blüten, füttern ihre Brut mit Fliegen und Raupen und dienen Vögeln als Nahrung.[3] Das mit Sirupwasser gefüllte Konfitürenglas, das früher auf jedem Gartentisch stand, ist deshalb kein guter Rat. Es lockt Wespen an und ertränkt sie. Das Bundesamt für Umwelt empfiehlt stattdessen diese Massnahmen:[3] Essen und Getränke draussen abgedeckt servieren Süssgetränke mit einem Trinkhalm trinken nach dem Essen Geschirr wegräumen, den Tisch abwischen und Kindermünder gleich mit Fallobst unter den Obstbäumen einsammeln Insektenschutznetze an Fenstern und Vorhänge an Türen montieren Eine einzelne Wespe am Tisch vertreibst du mit einer Sprühflasche Wasser, denn nass werden mögen sie nicht.[3] Ein Nest besprühst du auf keinen Fall. Hektische Bewegungen lässt du ebenfalls sein: Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Gegen Mücken ist das Fliegengitter am Fenster nach wie vor das Zuverlässigste. Auf duftende Öllämpchen im Schlafzimmer verzichtest du besser: Sie belasten die Raumluft mit chemischen Stoffen und mit Verbrennungsprodukten wie Feinstaub und Formaldehyd; das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, solche Produkte nur gezielt und zeitlich begrenzt einzusetzen.[2] Tomatenstauden auf dem Balkon und Apfelessig auf der Haut werden oft empfohlen, verlassen solltest du dich nicht darauf. Welche Stiche harmlos sind und wann du genauer hinschauen musst, steht in unserem Ratgeber zu Insektenstichen. Fruchtfliegen bevölkern deine ganze Küche Diese Falle funktioniert wirklich: Füll ein Glas mit etwas Wasser, Essig, Fruchtsaft und einem Tropfen Spülmittel. Die sauren Gerüche ziehen die kleinen Fliegen magisch an, und das Spülmittel nimmt dem Wasser die Oberflächenspannung. Statt obenauf zu sitzen, sinken die Tiere ein. Zwei Dinge gehören dazu: Stell das Glas ausser Reichweite von Kindern auf, denn ein Trinkglas mit Saft und Spülmittel sieht für ein Kleinkind aus wie ein Getränk.[1] Und kümmere dich um die Ursache. Offen liegendes Obst, ein voller Kompostkübel oder ein Rest im Weinglas holen die nächste Generation sofort wieder herbei. Silberfische flitzen durch das Bad Silberfische sind Allesfresser, nachtaktiv und vor allem eines: auf Feuchtigkeit angewiesen. Ein fensterloses Bad, das nach dem Duschen nicht gelüftet wird, ist für sie ein Paradies. Wer nur die Tiere bekämpft und die feuchte Luft stehen lässt, fängt einen Monat später von vorne an. Deshalb zuerst die Ursache angehen: nach dem Duschen stosslüften, Fugen und Ritzen hinter Badewanne und Lavabo abdichten, nasse Handtücher nicht liegen lassen. Erst danach kommt Omas Kniff. Bestreich eine Zeitung dünn mit Honig und leg sie über Nacht in den betroffenen Raum. Am Morgen kleben die Tiere daran fest, und du entsorgst sie mitsamt Papier. Ein Hinweis dazu: Honig lockt auch Ameisen an. Die Zeitung muss am nächsten Morgen weg, nicht erst am Wochenende. Mattes Silberbesteck zum Glänzen bringen Hier braucht Grosis Rat einen Dämpfer, denn Zahnpasta ist ein Schleifmittel. Sie bringt angelaufenes Besteck kurzfristig zum Glänzen und hinterlässt dabei feine Kratzer, in denen sich der nächste Belag umso schneller festsetzt. Für Silber greifst du besser zum Silberputztuch. Der zweite Teil des Tipps funktioniert, ihm fehlt nur eine Zutat. Leg Alufolie in eine Schüssel, setz das Besteck darauf, streu Soda und etwas Salz darüber und übergiesse alles mit heissem Wasser. Zwischen Aluminium und Silber läuft dann eine chemische Reaktion ab, die den dunklen Belag löst. Wasser mit Soda und Salz allein schafft das nicht. Anschliessend abspülen und trocken polieren. Drei Einschränkungen gehören dazu: Es riecht dabei nach faulen Eiern, also Fenster auf. Messer mit hohlen, geklebten Griffen bleiben draussen, weil heisses Wasser den Kitt anlöst. Und Silber mit absichtlich dunkel gehaltenen Verzierungen verliert im Bad sein Muster. Haushaltstipps bei Flecken auf der Kleidung Stürz dich auf den Fleck, solange er noch frisch ist. Von allen Tipps in diesem Artikel bringt dieser am meisten. Zwei Regeln vorweg: Schau aufs Pflegeetikett, und probier jedes Mittel zuerst an einer verdeckten Naht aus. Fettflecken: Hier hält sich ein Irrtum hartnäckig. Mit Wasser kommst du nicht weiter, weil sich Fett und Wasser nicht mischen. Streu stattdessen sofort Kartoffelmehl, Maisstärke oder Babypuder auf den Fleck, lass das Pulver eine halbe Stunde saugen und bürste es dann ab. Den Rest behandelst du mit Gallseife oder einem Tropfen Spülmittel und wäschst normal. Reib den Fleck nie mit einem Tuch aus, sonst sitzt das Fett nachher tiefer im Gewebe. Wachsreste: Lass das Wachs zuerst hart werden und leg das Kleidungsstück dafür eine Stunde ins Gefrierfach. Das spröde Wachs brichst du dann grob ab. Den Rest legst du zwischen zwei Lagen Haushaltspapier und fährst mit dem lauwarmen Bügeleisen darüber. Das Papier saugt das geschmolzene Wachs auf; wechsle es, bis nichts mehr durchkommt. Farbige Kerzen hinterlassen manchmal einen Farbschatten, der anschliessend noch in die Wäsche muss. Kugelschreiber: Die Waschmaschine allein schafft es selten. Leg ein saugfähiges Tuch unter den Fleck und betupfe ihn von oben mit Reinigungsalkohol aus der Apotheke oder mit Haarspray. Die Farbe löst sich und wandert ins Tuch darunter. Versetz das Tuch mehrmals, dann wäschst du normal. Blutflecken: Immer kaltes Wasser, nie warmes. Wärme lässt das Eiweiss im Blut gerinnen, und dann sitzt der Fleck fest. Frische Flecken spülst du kalt aus. Reicht das nicht, weichst du das Kleidungsstück eine Weile ein und wäschst es danach in der Maschine. Eingetrocknete Flecken legst du vorher in kaltes Salzwasser. Grasflecken: Grasgrün ist zäh, am besten wirkt Reinigungsalkohol, aufgetupft und danach normal gewaschen. Von Essigessenz lässt du besser die Finger, denn sie ist stark ätzend und greift Farben an. Mit chlorhaltigen Reinigern darf sie ohnehin nie in Kontakt kommen.[1] Und wer macht das alles? Die meisten dieser Handgriffe sind so einfach, dass Kinder sie übernehmen können. Den Tisch abwischen nach dem Essen, Fallobst einsammeln, das Bad nach dem Duschen lüften: Dafür braucht es keine Erfahrung, nur eine Abmachung. Wie du die ohne tägliche Diskussion hinbekommst, zeigt unser Ämtliplan für Kinder. Quellen Tox Info Suisse: «Vergiftungen vorbeugen». toxinfo.ch (abgerufen am 21.08.2026) Bundesamt für Gesundheit BAG: «Ätherische Öle». bag.admin.ch (abgerufen am 21.08.2026) Bundesamt für Umwelt BAFU: «Wespen», veröffentlicht am 28. April 2021. bafu.admin.ch (abgerufen am 21.08.2026)