Wir müssen besser reden: So gelingt wertschätzende Paarkommunikation

Wertschätzende Kommunikation erhält die Liebe in der Partnerschaft.

Wertschätzung hält die Liebe in der Parterschaft fest. Bild: Joshua Ness - Unsplash

Was lässt sich tun, wenn die Wut und der Wunsch nach Veränderung stark sind? Der US-amerikanische Psychologe Marshall Rosenberg hat mit seinem Werk zur «Gewaltfreien Kommunikation», auch «Wertschätzende Kommunikation» genannt, Paaren einen gangbaren Weg gewiesen. Schlüssel-Fertigkeiten sind dabei «Aktives Zuhören» und die «Ich-Botschaften». Anstatt nach Vorwürfen sofort in die Verteidigungshaltung zu geraten und damit eine negative Kommunikationspirale in Gang zu setzen, ermöglichen es diese beiden Kommunikationstechniken den Partnern sich zu öffnen, ohne Verletzungen befürchten zu müssen.

Aktives Zuhören statt Verteidigen

Aktiv zuzuhören bedeutet, sich klar zu machen, dass ein Vorwurf ein tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses ist und es auch so verbal zurückzuspiegeln. Die Wutanfälle und Schuldzuweisungen des Partners drücken - auf ungeschickte Weise - eine Frustration aus. Auch wenn es schwer fällt, ist es jetzt wichtig, dem Partner erst einmal zuzuhören und versuchen zu verstehen.

Beispiel: Auf eine Äusserung wie «Was soll ich denn noch alles machen? Ich gehe den ganzen Tag arbeiten und bin abends müde, aber einer muss ja das Geld verdienen!» lässt sich feinfühlig antworten: «Das hört sich für mich an, als fühlst du dich ziemlich gestresst.» 

Eine solche Spiegelung der Gefühle führt zu tiefer liegenden Ursachen wie zum Beispiel: «Ja, im Job habe ich so viel zu tun, der Chef halst mir immer mehr auf, ich weiss gar nicht, wo mir der Kopf steht!» Jetzt heisst es wieder, Gefühle und Inhalt des Gehörten widerzugeben: «Oh, es ist schwierig, die ganze Arbeit zu organisieren, das muss anstrengend für dich sein!» In der Regel wird der Kommunikationspartner dadurch automatisch ruhiger, wenn er sich gehört fühlt. Und dann ist es auch möglich, dem Problem der partnerschaftlichen Arbeitsverteilung in Ruhe auf den Grund zu gehen.

Ich-Botschaften statt absoluten Anklagen

Wer seine Gefühle in Ich-Botschaften formuliert, bewertet den Partner nicht und weist ihm keine Schuld zu. Stattdessen bleiben Sie bei der Sache, bei Ihnen und den eigenen Gefühlen. 

Beispiel: «Du hast gestern die Kinder nicht ins Bett gebracht, obwohl wir besprochen hatten, dass wir uns abwechseln wollen. Das Ins-Bett-Bringen nimmt mir die Zeit, in der ich mich ein bisschen entspannen möchte. Das frustriert und ärgert mich.»

Kommunikation neu lernen: Buchtipps und Kurse

Wertschätzende Kommunikation ist eine neue Sprache, die geübt werden muss, damit sie flott über die Lippen geht. Dazu gibt es beispielsweise Kurse und Seminare. Darüber hinaus gibt es eine Menge Literatur zu diesem Thema. «Die Familienkonferenz» von Thomas Gordon und «Gewaltfreie Kommunikation» von Marshall Rosenberg gehören zu den Klassikern. Einen guten Einstieg bietet auch der Ratgeber «Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt» von Serena Rust. 

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