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Lebenspartner finden: Wo Paare sich in der Schweiz heute kennenlernen

Nach einer Trennung kommt irgendwann der Moment, in dem du dir wieder eine Beziehung wünschst – und dich fragst, wo du heute überhaupt noch jemanden kennenlernen sollst. Dieser Artikel zeigt dir, welche Wege in der Schweiz tatsächlich zu einer Partnerschaft führen, wie du sie für dich nutzt und worauf du beim ersten Treffen achten solltest.

Beim ersten Date im Restaurant lernen sich zwei Menschen in Ruhe kennen.
Für ein erstes Treffen bietet sich ein Restaurant an. Foto: ©iStockphoto.com/Carlos Davila

Ob du verlassen wurdest oder ihr euch einvernehmlich getrennt habt: Beides tut weh, und beides braucht Zeit. Irgendwann aber ist die Zeit des Grübelns vorbei, und der Wunsch nach einer neuen Partnerschaft meldet sich – bei der einen früher, beim anderen später. Bleibt die Frage: Wo soll die passende Person plötzlich herkommen? An deiner Haustüre klingelt sie eher nicht, und im Park setzt sie sich auch nicht einfach neben dich.

Die gute Nachricht: Die Möglichkeiten sind grösser, als sie sich gerade anfühlen. Sie haben sich nur verschoben. Wer heute jemanden kennenlernt, tut das auf anderen Wegen als vor zwanzig Jahren. Die folgenden Tipps richten sich an Frauen und Männer gleichermassen.

Wie Paare sich in der Schweiz heute kennenlernen

Das Bundesamt für Statistik fragt in seiner Erhebung zu Familien und Generationen regelmässig, wie Paare zueinander gefunden haben. Bei Beziehungen, die in den letzten fünf Jahren begonnen haben, sieht das Bild so aus [1]:

  • Bekannten- und Freundeskreis: 28 Prozent – nach wie vor der häufigste Weg.
  • Dating-App, Online-Partnervermittlung oder soziale Netzwerke: 27 Prozent.
  • Schule, Ausbildung oder Arbeit: 19 Prozent.
  • Bar, Disco, Konzert oder Dorffest: 8 Prozent.
  • Hobby, Verein oder Sport: 8 Prozent.

Spannend wird es im Vergleich mit Beziehungen, die vor mehr als 15 Jahren begonnen haben: Damals kamen nur 3 Prozent der Paare über das Internet zusammen, heute sind es 27 Prozent. Umgekehrt hat der Ausgang stark verloren – Bar, Disco und Fest brachten früher 18 Prozent der Paare zusammen, heute noch 8 Prozent [1].

Daraus lassen sich zwei Dinge ablesen. Erstens: Das Handy hat die Tanzfläche als Kennenlernort weitgehend abgelöst. Zweitens – und das geht oft unter: Der Freundeskreis ist deswegen nicht unwichtig geworden, er liegt weiterhin an erster Stelle. Beide Wege lohnen sich also, und sie schliessen einander nicht aus.

Und noch etwas gegen das Gefühl, mit der Situation allein zu sein: In mehr als einem Drittel aller Schweizer Privathaushalte lebt nur eine Person, das entspricht rund 17 Prozent der Bevölkerung [2]. Allein zu wohnen heisst zwar nicht automatisch, Single zu sein – aber ein Leben ohne Partnerin oder Partner im Haushalt ist in der Schweiz längst Normalität und kein Ausnahmezustand.

Wenn du Kinder hast, kommen zur Partnersuche eigene Fragen dazu – vom Timing bis zur Frage, wann dein Kind die neue Person kennenlernen soll. Dazu findest du konkrete Tipps im Artikel Alleinerziehend auf Partnersuche.

Kennenlernen im Freundeskreis

Die Nachbarin kennt den perfekten Mann, die beste Freundin sowieso, der Arbeitskollege möchte seinen Freund aus Kindheitstagen schmackhaft machen, deine Mutter kennt einen «unverschämt» gutaussehenden Single aus dem Triathlontraining. Anscheinend stolpert jede und jeder über Traummenschen, nur du nicht. Meistens meinen es Freunde und Kolleginnen gut, möchten Amor spielen und zwei einsame Herzen zusammenbringen. Ob du diese «Angebote» annimmst, entscheidest du selbst. Frag zuerst konkret nach:

  • «Warum meinst du, dass wir zusammenpassen würden?»
  • «Woher kennst du ihn oder sie?»
  • «Weisst du sicher, dass die Person Single und an einem Treffen interessiert wäre?»

Klingen die Antworten plausibel, überstürze trotzdem nichts. Kläre für dich, ob du das wirklich möchtest – oder ob du nur die «Kupplerin» nicht vor den Kopf stossen willst. Willst du diesen Menschen tatsächlich kennenlernen, steht einem Treffen nichts im Weg.

Für das erste Treffen eignet sich ein neutraler Ort: ein gut besuchtes Café oder eine lebendige Beiz. Dass eine erste Verabredung in der Öffentlichkeit stattfindet und nicht in der eigenen Wohnung, versteht sich von selbst. Und falls nach einer halben Stunde klar ist, dass es überhaupt nicht passt: Es ist nicht unhöflich, das Treffen freundlich, aber bestimmt zu beenden. Niemand muss sich durch so einen Abend quälen.

Speed-Dating: viele Begegnungen in kurzer Zeit

In grösseren Städten sind Speed-Datings weiterhin beliebt. Meistens finden sie in einem separaten Raum eines Restaurants oder Lokals statt. Die Vorteile:

  • Du kommst unbefangen mit Singles ins Gespräch.
  • Die Zeit ist überschaubar, pro Gespräch bleiben etwa zehn Minuten.
  • An einem Abend lernst du bis zu zehn Menschen kennen.
  • Kontaktdaten werden nur ausgetauscht, wenn beide Seiten wollen.

So gut das klingt: Zehn Minuten sind knapp. Ob diese Zeitspanne reicht, um einen Menschen einzuschätzen, oder ob es bei oberflächlichen Begegnungen bleibt, musst du für dich beantworten. Am besten gehst du unbefangen und mit einer gehörigen Portion Spass an die Sache heran.

Über Dating-Apps und Partnerbörsen entstehen heute rund ein Viertel aller neuen Paarbeziehungen.
Online entsteht heute rund jede vierte neue Paarbeziehung.

Online-Dating und Dating-Apps

Man hört es immer wieder: Cousin Günther hat seine Melanie im Internet kennengelernt, Fred und Anna auch. Die Zahlen des Bundesamts für Statistik geben dem recht – rund jede vierte neue Beziehung beginnt heute online [1]. Aber wie läuft das eigentlich ab?

Maja, 28, erzählt ihre Erfahrungen

Nach einem fehlgeschlagenen Blind-Date durchforste ich frustriert das Online-Angebot. Sofort buhlen mehrere Portale und Apps um mein Interesse – manche kostenlos, viele mit einem kostenpflichtigen Abo. Ich erstelle mein Profil und warte ab. Die ersten Anfragen lassen nicht lange auf sich warten. Manche Männer halten es wie ein Verhungernder: Egal, was in den Bauch kommt, Hauptsache er füllt sich. Diese Kandidaten machen sich nicht einmal die Mühe, meinen Namen zu schreiben: «He du, würde dich gerne kennenlernen. Gruss.» Ich frage mich, wie viele Frauen mit demselben einfallslosen Satz angeschrieben wurden. So verzweifelt bin ich nicht.

Was Sebastian schreibt, klingt verlockender: «Ich habe die gleiche Manie wie du – sobald ein paar freie Tage im Kalender stehen, zieht es mich in die Ferne. Mein letzter Städtetrip ging nach Stockholm. Warst du auch schon dort?»

Seine paar Worte vermitteln, dass er tatsächlich mich meint. Eine Gemeinsamkeit, das Reisen, ist ihm in meinem Profil aufgefallen. In den nächsten Tagen entwickelt sich ein netter Kontakt, wir schreiben regelmässig und tauschen unser gesamtes Reise-Repertoire aus. Bald telefonieren wir. Sebastian zeigt sich auch hier von seiner besten Seite. Beim ersten Livetreffen wird dann schnell klar: Wir werden eher beste Freunde als ein Liebespaar. Die Chemie stimmt, es knistert nur nicht. Dafür habe ich schon wieder eine ansprechende Anfrage von Robin im Postfach …

Majas Erfahrung zeigt zwei Dinge, die für jede Plattform gelten: Eine persönliche erste Nachricht, die sich auf das Profil bezieht, wirkt um Längen besser als ein Serienbrief. Und ein Treffen im echten Leben klärt in einer Stunde mehr als wochenlanges Schreiben.

Der Alltagsflirt: unterschätzt und sofort wirksam

Das Flirten bleibt für viele unangenehm, egal wie oft sie es geübt haben. Im Prinzip hat sich seit der Zeit wenig geändert, als verunsicherte Jugendliche mit verschwitzten Händen versucht haben, die Klassenkameradin zum Tanzen zu überreden. Vielleicht ist das ein Grund für den grossen Zulauf zum Online-Flirt.

Genau deshalb solltest du den Alltagsflirt nicht unterschätzen. Hier kannst du dir das lange, zeitaufwendige Vorspiel à la Sebastian sparen – die Person steht direkt vor dir. Alles, was online mühsam von Tag zu Tag erarbeitet wird, checkst du innerhalb von Sekunden ab:

  • Gefällt mir diese Person?
  • Mag ich ihre Art zu lachen?
  • Gefällt mir ihr Auftreten?
  • Sind wir auf der gleichen Wellenlänge?
  • Knistert es?

All das klärt sich in den ersten Sekunden. Deshalb lohnen sich Mut und ein bisschen Engagement in Alltagssituationen. Warum nicht den Mann beim Bäcker ansprechen: «Jetzt haben Sie mir aber das letzte Brötchen weggeschnappt!» Oder die nette Trainingspartnerin im Fitnessstudio, den Single-Nachbarn im dritten Stock, die Sitznachbarin in der Autorenlesung.

Wer sich noch nicht traut, kann sich mit einem Flirtratgeber oder einem Flirttraining auf die Sprünge helfen lassen. Und wenn gerade gar nichts geht: Das ist kein Versagen. Die Zahlen oben zeigen, dass die meisten Beziehungen über Menschen entstehen, die man ohnehin schon kennt – ein gepflegter Freundeskreis ist damit die beste Voraussetzung, auch wenn er sich nicht wie Partnersuche anfühlt.

Hier findest du Online-Partnerbörsen

Buchtipps

«Flirten. Wie wirke ich? Was kann ich sagen? Wie spiele ich meine Stärken aus?», Nina Deissler, humboldt (Schlütersche), Neuauflage 2016
«Ins Netz gegangen: Partnersuche im Internet. Mein Online-Tagebuch», Judith Alwin, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Neuauflage 2014

Quellen

  1. Bundesamt für Statistik BFS: Art, wie man die Partnerin oder den Partner kennengelernt hat – 2023. Erhebung zu Familien und Generationen (EFG) 2023. Abgerufen am 06.08.2026.
  2. Bundesamt für Statistik BFS: Haushalte und Lebensformen. Stand Ende 2024. Abgerufen am 06.08.2026.

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