Flirten lernen leicht gemacht

Berufsflirter und Bestsellerautor Phillip von Senftleben lebt für das Flirten und vom Flirten: In Schulungen, Workshops oder Einzelcoachings bringt er Singles flirttechnisch auf den neusten Stand. Im Interview erklärt er, warum «needy sein» ein No-Go des Flirtens ist und warum Frauen die Offensivität des Mannes forcieren sollen.

Tipps zum Flirten für Paare und Singles hat Phillip von Senftleben

Berufsflirter und Bestsellerautor Phillip von Senftleben sagt: Das Wichtigste ist schlicht, den Mut zu fassen, auf andere zuzugehen.

Herr Senftleben, ist es jenseits des Teenageralters überhaupt noch möglich einen Partner zu finden?

Phillip von Senftleben: Ist es jenseits des Teenageralters noch möglich zu essen oder zu atmen? Das Wesentliche des Lebens - und Flirten ist davon ein erheblicher Faktor – ist immer möglich. Wenn nicht sogar notwendig, um erfolgreich und glücklich zu leben. Menschen neigen in jedem Alter zur Paarbildung.

Viele Paare trennen sich oder lassen sich scheiden. Theoretisch gesehen, ist der Markt dann doch voll von bindungsfreudigen Frauen und Männern. Warum haben viele Singles trotzdem Schwierigkeiten jemanden kennenzulernen?

Der Markt ist ermutigend belebt. Es ist viel weniger die Bereitschaft der jeweils neuen Singles, jemanden kennen zu lernen, als die Fähigkeit, die fehlt. Flirten ist lernbar und in einer sich wandelnden Gesellschaft veränderten Regeln, Moden und Stilen unterworfen. Dabei bleiben gewisse Anforderungen an Flirtende indes konstant: etwa der richtige Einsatz von Empathie, Rhetorik und Humor.

Wann merke ich überhaupt, dass ich reif für eine neue Partnerschaft bin?

Wann merken Sie, dass Sie Hunger haben? Die Zeit und die sozialen Umstände, in denen wir in Westeuropa das Privileg haben zu leben, haben uns Eines gelehrt: ganz genau unsere Bedürfnisse zu erkennen. Wenn man allein zu Hause sitzt und die Nähe eines anderen Menschen ersehnt, erträumt oder einem schlicht das Fehlen eines Gegenübers bewusst wird, ist das simple Signal.

Haben Sie Tipps zum richtigen Flirten?

Zu der Thematik habe ich Bücher gefüllt, aber vielleicht darf ich einen Grundtenor nennen? Das Wichtigste ist schlicht, den Mut zu fassen, auf andere zuzugehen. Ist man aus der Übung, muss man schlicht eine offene Grundhaltung gewinnen. Machen Sie es sich etwa zum Ziel, heute allen Menschen ein Lächeln abzuringen – der Frau hinter der Wursttheke, dem Briefträger oder ihrem Anwalt – die Welt wird für Sie schnellstens zum Selbstbedienungsladen. Sie werden ein ungewohntes Entgegenkommen Ihrer Umwelt registrieren. Die Mitmenschen gieren nach Freundlichkeit und kleinen Aufmerksamkeiten. Oft reicht ein treffendes Kompliment und wie man das richtig formuliert, ist lernbar.

Was sollte man unbedingt vermeiden?

Jede Form von Aufdringlichkeit. Es gibt einen grossen Unterschied zwischen Aufdringlichkeit und Beharrlichkeit. Letztere ist ein gewinnender Faktor, weil sie Interesse bekundet, erstere zeigt hingegen nur eine egozentrische Grundhaltung. Und eine egozentrische Grundhaltung wirkt abstossend.

Wie hoch sind die Chancen im Alltag, beispielsweise im Supermarkt oder beim Konzert, jemanden kennenzulernen?

Mit der richtigen Einstellung und Flirtroutine gibt es keinen Ort, an dem man nicht erfolgreich flirten kann. Erst ein Lächeln erringen, dann ein Gespräch starten. Dabei situativ vorzugehen, macht die Sache noch leichter. Wunderbar ist natürlich immer die Möglichkeit, an die Hilfsbereitschaft anderer zu appellieren: «Entschuldigung, wissen wie Sie, wo…?»

Als konkretes Beispiel: Eine 35-jährige Frau besucht seit einigen Wochen einen Yogakurs. Einen anderen Teilnehmer findet sie sehr nett, wie kann sie vorgehen? Denn es kann sich ja auch um einen glücklich verheirateten Familienvater handeln.

Frauen sollten generell weniger offensiv vorgehen als Männer. Warum: Männer unterstellen leider offensiven Frau sofort Mankos. Sie denken, sobald eine Frau zu aktiv wird: «Warum hat die das nötig?» und verlieren schnell das Interesse. Zum Einstieg sollte eine Frau Blickkontakt suchen und auf ein Lächeln des Mannes warten. Das klingt albern, aber bitte unterschätzen Sie nicht die Sensibilität des angeblich starken Geschlechtes. Frauen müssen die Offensivität des Mannes forcieren.

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