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Bakterien fürs Neugeborene: Ist Vaginal Seeding mehr als ein Trend?

Vaginal Seeding ist ein Trend aus der Geburtshilfe, der langsam aus den USA und Australien bis nach Europa schwappt. Dabei wird ein Kaiserschnittkind nach der Geburt mit dem Vaginalsekret der Mutter eingerieben. Dadurch soll das Immunsystem des Babys gestärkt werden. Doch Langzeitstudien fehlen und noch ist umstritten, ob diese Methode das Kind stärkt – oder gar riskant ist.

Bei der Vaginalen Impfung werden Baby mit dem Scheidensekret der Mama in Kontakt gebracht.
Bei der Vaginalen Impfung werden Baby mit dem Scheidensekret der Mama in Kontakt gebracht. © FG Trade, Getty Images

Vaginal Seeding: Das Wichtigste in Kürze

Kinder, die via Kaiserschnitt auf die Welt kommen, haben ein schwächeres Immunsystem. Vaginal Seeding soll dem Abhilfe schaffen und die Gesundheit des Babys langfristig stärken. 

Was ist Vaginal Seeding?

Vaginal-Seeding ist ein Verfahren, bei dem Neugeborene, die nicht den Geburtskanal passiert haben (Sectio-Kinder), mit dem Scheidensekret der Mutter eingerieben werden. Dafür wird vor der Geburt ein steriler Tupfer oder eine Mullbinde in die Scheide eingeführt, an denen das Sekret haften bleibt. Nach der Geburt wird das Sekret vorsichtig auf die Haut des Kindes aufgetragen. Durch diesen Bakterientransfer sollen nützliche Laktobazillen, also Milchsäure-Bakterien, auf das Kind übergehen. Dabei besteht aber auch die Gefahr, schädliche Bakterien zu übertragen.

Wie verbreitet ist Vaginal Seeding?

Vaginal Seeding ist vor allem im englischsprachigen Raum häufig. Der Trend verbreitet sich jedoch weltweit.  «Eltern fragen tatsächlich immer häufiger nach dem Verfahren und unter Hebammen ist es derzeit ein grosses Thema, auch international», berichtet Biologin Susanne Steppat vom Deutschen Hebammenverband gegenüber der Zeit. Eltern, deren Baby per Kaiserschnitt auf die Welt kommen wird, können bei ihrer Geburtsklinik oder Hebamme nachfragen, ob Vaginal Seeding möglich ist. Soll die Bakterien-Dusche durchgeführt werden, ist es sinnvoll, die Vaginalschleimhaut zuvor auf Krankheitserreger überprüfen zu lassen.

💡 Woher kommt die Bezeichnung Vaginal Seeding? 💡

Der Begriff Vaginal Seeding kommt aus dem Englischen und heisst wörtlich übersetzt «Vaginale Aussaat». Manchmal wird es jedoch auch mit «Vaginale Impfung» oder «Bakteriendusche» übersetzt.

Warum wird Vaginal Seeding gemacht?

Beim Vaginal Seeding soll das Immunsystem des Babys nachhaltig gestärkt werden. Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, entwickeln häufiger Allergien als Kinder, die bei der Geburt den Geburtskanal durchqueren. «Als Grund wird der fehlende Kontakt der Kinder mit mütterlichem Vaginalsekret unter der Geburt angenommem», erklärt Dr. Wenderlin von «Der niedergelassene Arzt».Dadurch kommen Haut und Schleimhäute des Babys nicht mit deren Vielzahl von Keimen, vor allem Milchsäurebakterien – das wird auch in einem Bericht des Science Media Center Deutschlanf betont. Die Folge: Die Keime der mütterlichen Vaginalschleimhaut bleiben nicht auf der Babyhaut und den Schleimhäuten der Kleinen haften und können nicht in Magen und Darm gelangen.

Vaginal Seeding beruht also auf der Idee, Kaiserschnitt-Babys genauso wie natürlich geborenen Babys von den mütterlichen Schleimhautbakterien profitieren zu lassen.

Ist der Nutzen von Vaginal Seeding erwiesen?

Der Nutzen von Vaginal Seeding wird zwar vermutet, ist bislang aber wissenschaftlich nicht belegt. Eine kleinere Studie konnte bislang immerhin belegen, dass die Bakterien, die durch Vaginal Seeding übertragen werden, sich tatsächlich im Körper des Babys ansiedeln. Doch ob Vaginal Seeding tatsächlich Krankheiten vorbeugen kann, ist noch unbekannt.

Was spricht gegen Vaginal Seeding?

Kritiker des Vaginal Seedings befürchten, dass nicht nur nützliche Keime, sondern auch Erreger wie zum Beispiel Chlamydien, Streptokokken oder Herpesviren übertragen werden. Diese Erreger können für das Baby sehr gefährlich werden. Befürworter argumentieren jedoch, dass Kinder, die auf natürlichem Weg geboren werden, demselben Risiko unterworfen sind.

Warum wird Vaginal Seeding gemacht?

Babys, die nicht den Geburtskanal passieren, kommen nicht mit den Bakterien der Mutter in Berührung. Dies soll beim Vaginal Seeding nachgeholt werden. Davon versprechen Eltern und Ärzte sich, das Immunsystem des Kindes zu stärken.

Was bringt Vaginal Seeding?

Bisher gibt es keine Langzeitstudien, welche die Wirkung der Methode bestätigen. Ob Vaginal Seeding also Krankheiten vorbeugen kann, ist bisher unbekannt.

Ist Vaginal Seeding in der Schweiz möglich?

Verbreitet ist die Methode vor allem in den USA, Australien und England. Wer sein Baby per Kaiserschnitt auf die Welt bringt, kann sich bei der Hebamme oder dem ausgewählen Krankenhaus im Vorhinein erkundigen, ob Vaginal Seeding möglich ist.

Was ist Vaginal Seeding?

Vaginal Seeding ist eine Methode aus der Geburtshilfe, bei der Kaiserschnittkinder nach der Geburt mit dem Vaginalsekret der Mutter eingerieben werden.