Kaiserschnitt: Wenn ein Baby im Operationssaal zur Welt kommt

Der Kaiserschnitt gehört neben den Schädelöffnungen mit zu den ältesten chirurgischen Eingriffen. Seit Ende der 1990er Jahre herrscht in der Schweiz Wahlfreiheit. Werdende Mütter können frei entscheiden, ob sie ihr Kind auf natürlichem Weg oder per Wunschkaiserschnitt entbinden möchten.

Ein Kaiserschnitt hat Vor- und Nachteile.

Es gibt viele Gründe, warum eine Entbindung per Kaiserschnitt stattfindet. Foto: Reynardt Badenhorst, iStock, Thinkstock

Beim Kaiserschnitt wird das Baby nicht auf dem natürlichen Geburtsweg entbunden, sondern über einen Bauchschnitt. Mit Hilfe des Bauchschnitts wird zuerst die Bauchdecke unterhalb der Bikininaht und dann die Gebärmutter geöffnet. Das Kind wird direkt dem Bauch, sprich der Gebärmutter entnommen. Die Gebärmutter zieht sich nach der Operation zusammen, die Plazenta (Mutterkuchen) wird herausgelöst. Anschliessend werden die Gebärmutter und die verschiedenen Bauchschichten vernäht. Es entsteht eine kleine Kaiserschnitt-Narbe.

Örtliche Betäubung beim Kaiserschnitt

Dieser operative Eingriff wird für die werdende Mutter schmerzfrei mit Hilfe örtlicher Betäubung, der Periduralanästhesie (PDA), auch Spinalanästhesie genannt (Rückenmarksspritze), durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen, meist Notfällen, wird heutzutage noch eine Vollnarkose angewendet. Im Falle der örtlichen Betäubung ist die Mutter bei vollem Bewusstsein. Durch eine Sichtschutzwand kann sie den Eingriff jedoch nicht sehen. Im Normalfall ist es erlaubt, dass der Partner bei der Geburt anwesend ist. Er nimmt neben der werdenden Mutter hinter der Sichtschutzwand Platz.

Wann der erste Körperkontakt zwischen Mutter und Kind zustande kommt, ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Nach einem Notfall-Kaiserschnitt wird das Baby erst untersucht, ehe es in Mamas oder Papas Arm darf. In allen unkritischen Fällen wird das Baby vor der Untersuchung entweder der Mutter kurz auf den Bauch gelegt oder dem Papa übergeben. Da die Mutter nach der Operation noch versorgt werden muss, kann sie sich nicht direkt um ihr Kind kümmern. Das Nähen der Schnitte nimmt einige Zeit in Anspruch. Darüber hinaus wird die Mutter noch etwa zwei Stunden in einem Aufwachraum überwacht. Hier kann das Baby zum ersten Mal an die Brust angelegt werden.

Geplanter Kaiserschnitt

Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt können beispielsweise ein Missverhältnis der Kindsgrösse zum Becken, ein vorzeitiger Blasensprung oder eine Rhesusfaktor-Unverträglichkeit sein. Auch eine vorliegende HIV-Infektion der Mutter, bei der das Baby während der Geburt infiziert werden könnte, oder ein vor dem Muttermund liegender Mutterkuchen sprechen gegen eine natürliche Geburt. Auch eine Erkrankung des ungeborenen Kindes, eine komplizierte Lage oder ein geringes Geburtsgewicht machen eine Kaiserschnittgeburt nötig.

Folgen des Kaiserschnitts

Zwar bleiben den Müttern, die per Sectio, also per Kaiserschnitt, entbinden, die Geburtsschmerzen erspart, die Genesung nach dem Bauchschnitt verläuft jedoch in der Regel schmerzhafter und langsamer als nach einer spontanen Geburt. Weil bei der Operation mehrere Gewebeschichten zerstört werden, braucht die Heilung Zeit. Während Mütter, die ihr Baby auf natürlichem Weg entbinden, relativ schnell wieder auf den Beinen sind und sich um ihr Neugeborenes kümmern können, sind Mütter nach einem Bauchschnitt in den ersten Wochen häufig auf Hilfe angewiesen.

Kaiserschnitt-Video

Ein aufklärendes Kaiserschnitt-Video bietet die Charité Berlin

Video: Rainer Barth, YouTube

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