Kinderwunsch: Das hat Endometriose mit Unfruchtbarkeit zu tun

Fast jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter leidet unter Endometriose. Man schätzt, dass die Krankheit für jeden zweiten unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich ist. Die Bandbreite der Symptome macht es jedoch nicht immer einfach, eine Endometriose zu erkennen. Dabei stehen die Behandlungschancen gut.

Endometriose kann zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen.

Endometriose kann schuld daran sein, dass sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Foto: Fuse, Thinkstock

Es ist eine Krankheit, die viele Gesichter hat. Manch eine Frau leidet unter starken Unterleibsschmerzen, die besonders kurz vor und während der Menstruation auftreten. Eine andere Frau hat mit Antriebsschwäche und Energielosigkeit zu kämpfen, während eine dritte Frau gar keine Krankheitssymptome hat, aber aus scheinbar unerklärlichen Gründen nicht schwanger wird. Endometriose ist auch für Ärzte nicht immer leicht zu erkennen und nicht selten vergehen Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird und eine erfolgreiche Behandlung beginnen kann.

Was ist Endometriose?

Bei einer Endometriose siedeln sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter an. Man spricht dabei von sogenannten Endometriumzellen, woher sich auch der Name der Krankheit ableitet. In vielen Fällen finden sich derartige versprengte Zellen in der Nähe der Gebärmutter, an den Eierstöcken oder im Beckenbereich. Es ist aber auch ein Befall anderer Organe, wie des Darms, der Blase oder der Lunge, möglich. Wie die Zellen in der Gebärmutter, unterliegen auch die Endometrioseherde dem Zyklus der Frau und bluten zum Zyklusende ab. Dadurch kann es besonders im Bereich der Eierstöcke zu Zystenbildung kommen. Andere befallene Organe neigen dazu, miteinander zu verkleben. Was genau die Ursachen für die Krankheit sind, ist bis heute nicht eindeutig sicher.

So kann sich Endometriose bemerkbar machen

Fest steht jedoch, dass sich Endometriose bei vielen Frauen ganz unterschiedlich zeigt. Das Spektrum der Symptome reicht von Schmerzen während der Menstruation, des Geschlechtsverkehrs oder des Wasserlassens bis hin zu chronischen Schmerzen, die mit fortschreitender Krankheit immer stärker werden können. Auch scheinbar unzusammenhängende Erscheinungen, wie Stimmungsschwankungen, Müdigkeit oder Völlegefühl können auf eine Erkrankung hindeuten.

Dabei ist die Stärke der Schmerzen oder Symptome übrigens nicht immer ein Hinweis darauf, wie stark eine Frau von Endometriose betroffen ist. Und nicht immer zeigt sich Endometriose in Schmerzen, sondern lediglich in der Tatsache, dass eine Frau nicht schwanger wird, obwohl sie es wünscht. Denn Endometriose kann zu Unfruchtbarkeit führen. Dabei kann die Krankheit auf verschiedene Weise die Fruchtbarkeit beeinflussen. Je nachdem, wie schwer eine Frau erkrankt ist und wo sich die Endometrioseherde befinden, kann Endometriose beispielsweise die Eireifung oder den Eisprung unterbinden oder durch Verklebungen und Verwachsungen die Fruchtbarkeit behindern.

Diagnose und Behandlung von Endometriose

Da die Symptome sehr weit gefächert sind oder sich gar nicht in Schmerzen zeigen, ist es nicht immer einfach, Endometriose schnell zu erkennen. Wenn Ihr Arzt vermutet, dass Sie an Endometriose erkrankt sind, wird er ein ausführliches Gespräch zu den Symptomen und der Krankenvorgeschichte mit Ihnen führen. Eventuell wird er Sie bitten, ein Schmerztagebuch zu führen. Bei einer gynäkologischen Untersuchung können grössere Endometrioseherde ertastet werden. Auch beim Ultraschall ist es möglich, Endometriosezysten zu erkennen. Ein eindeutiger Befund lässt sich schliesslich durch eine Bauchspiegelung und gleichzeitiger Entnahme von Zellen feststellen.

Hat sich dabei der Verdacht auf eine Endometrioseerkrankung bestätigt, so gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Befinden Sie sich in dieser Situation, sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen. Denn die Therapiemöglichkeiten sind so individuell wie die Ausprägungen der Erkrankung. Manche Frauen möchten vor allem die Schmerzen besiegen, während bei Frauen mit Kinderwunsch natürlich dieser im Vordergrund steht.

Im Wesentlichen gibt es die Wahl zwischen einer hormonellen Therapie, bei der die Hormonbildung dahin gehend beeinflusst wird, dass die Herde austrocknen, oder einer operativen Entfernung der Endometriose. Es ist auch eine Kombination der beiden Therapieansätze möglich. Wem es vor allem um Beschwerdefreiheit geht, der kann die Krankheit mit entzündungshemmenden Mitteln in den Griff bekommen.

Weiterführende Informationen:

  • Weitere ausführliche Informationen finden sich auf der Website www.endometriose.ch
  • Informationsportal mit Forum:  www.endometriose-liga.eu
  • Buchtipp: „So leben wir mit Endometriose“ von Kathrin Steinberger, Edition Riedenburg, März 2013

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