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Wunderkraut: Wie Mönchspfeffer bei Kinderwunsch helfen kann

Früher sollte das Kraut Mönchen beim keusch bleiben helfen. Heute wird Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt. Seine Anwendung kann zum Beispiel Ihren Zyklus stabilisieren und somit das schwanger werden erleichtern. Doch ohne Rücksprache mit dem Arzt sollte die Pflanze nicht eingenommen werden.

Mönchspfeffer kann den Kinderwunsch natürlich unterstützen.

Mönchspfeffer kann beim schwanger werden helfen. Foto: iStockphoto , Thinkstock

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist in der Naturheilkunde und Schulmedizin gleichermassen beliebt und wird beim Kinderwunsch gern von Frauenärzten verschrieben. Sein lateinischer Name ist Agnus castus, was so viel heisst wie keusches Lamm und seine Wirkungsweise im Mittelalter verrät: Damals trugen Mönche und Nonnen die Steinbeeren in einem Amulett um ihren Hals oder legten sie sich ins Bett. Der Pflanze wurde nämlich nachgesagt, dass sie den Geschlechtstrieb abschwächen solle.

Was ist Mönchspfeffer?

Der Einsatz von Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) hat heute mit einem Keuschheitsgelübde nichts mehr zu tun. Im Gegenteil soll die Heilpflanze die Fruchtbarkeit steigern und die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen. Doch nicht nur bei Kinderwunsch werden die pfefferartigen Früchte der Pflanze verwendet. Die Blüte wird zum Beispiel auch bei Regelschmerzen und gegen typische Beschwerden in den Wechseljahren verschrieben.

Um seine Wirkung zu entfalten, sollte das Heilkraut regelmässig über mehrere Monate eingenommen werden. Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) gibt es als Tabletten oder Kapseln, aber auch flüssig als Tropfen und ätherisches Öl. Verwendet wird der Samen der Pflanze, die hauptsächlich im Mittelmeerraum und Asien vorkommt. Als Tee hat das Mittel übrigens keine Wirkung.

Wirkung von Mönchspfeffer bei Kinderwunsch

Wenn bei Frauen zu hohe Prolaktinwerte festgestellt werden, dann kann ihnen die Anwendung von Mönchspfeffer dabei helfen, diese Werte zu senken. Durch seine dopaminerge Wirkung hemmt er die Ausschüttung von Prolaktin. Das Hormon Prolaktin wird vermehrt in der Schwangerschaft und Stillzeit produziert und sorgt für die Milchproduktion, weshalb Mönchspfeffer in dieser Zeit übrigens nicht eingenommen werden sollte. Ein erhöhter Prolaktinwert kann aber auch bei einer Schilddrüsenfehlfunktion oder bei zu viel Stress auftreten. Daraus kann folgen, dass der Eisprung der Frau gestört ist oder dass es gar nicht zu einem Eisprung kommt. Der Zyklus ist dann oft verkürzt. Mönchspfeffer kann diese Überproduktion stoppen und ausgleichend auf die Zykluslänge wirken.

Neben einem fehlenden Eisprung kann ein erhöhter Prolaktinspiegel auch zu einem Mangel an Progesteron, dem sogenannten Gelbkörperhormon, führen. Eine solche Gelbkörperschwäche kann dazu führen, dass die Gebärmutter nicht genügend auf ein befruchtetes Ei vorbereitet ist und sich die Eizelle nicht erfolgreich einnisten kann. Sinkt nun der Prolaktinwert durch die Einnahme des pflanzlichen Mittels, so steigt der Progesteronwert und das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron ist wieder hergestellt. Dies ist für eine Schwangerschaft zwingend notwendig, weshalb viele Frauen mit Kinderwunsch zu diesem pflanzlichen Arzneimittel greifen.

Ausserdem kann Mönchspfeffer zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms eingesetzt werden. Ein prämenstruelles Syndrom (PMS) bezeichnet körperliche und emotionale Menstruationsbeschwerden.

Kraut mit Nebenwirkungen

Wenn Frauen Mönchspfeffer zur Behandlung einnehmen möchten, sollten sie zunächst mit ihrem Arzt über Einnahme und Dosierung sprechen. Dieser sollte abklären, dass sich hinter Ihren Zyklusstörungen keine andere Erkrankung verbirgt. Auch kann er Ihren Prolaktinwert messen und sicherstellen, dass Mönchspfeffer tatsächlich eine gute Behandlungsmethode für Sie ist. Denn wie bei allen Kräutern kann es zu Nebenwirkungen kommen, gerade auch in der Wechselwirkung mit anderen Medikamenten.

Zu den Nebenwirkungen, die bei einer übermässigen Dosierung von Mönchspfeffer gelegentlich beobachtet wurden, gehören zum Beispiel juckender Hautausschlag oder Durchfall. Es kann aber auch, ganz wie bei den Mönchen und Nonnen im Mittelalter, zu sexueller Unlust führen – nicht unbedingt erstrebenswert, wenn man schwanger werden möchte.

Mönchspfeffer ist kein Wundermittel, aber seine Wirkungsweise ist bei Zyklusproblemen und minderschwerem hormonellen Ungleichgewicht belegt und kann eine natürliche Alternative zu Hormontabletten sein.

Diesen Kräutern wird ebenfalls eine unterstützende Wirkung bei Kinderwunsch nachgesagt:

  • Himbeerblätter werden in der ersten Zyklushälfte als Tee getrunken und sollen die positive Wirkung haben, die Östrogenproduktion anzuregen
  • Frauenmantel soll sich ebenfalls regulierend auf einen unregelmässigen Zyklus und die Gelbkörperphase auswirken
  • Falsches Einkorn soll die Bildung von Follikeln unterstützen

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