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Fragen Sie die Hebamme: Was brauchen Sie wirklich fürs Baby?

Die Vorfreude ist gross: Bald kommt das Baby. Fast genau so gross ist die Einkaufsliste von vielen werdenden Eltern. Dabei braucht es gar nicht viel. Wer wüsste das besser als eine erfahrene Hebamme? Unsere Expertin Katrin Preisshofen macht Sie bereit für den Start als Familie. 

Eine komplette Erstausstattung ist unerlässlich

Eine komplette Erstausstattung erspart den Eltern nach der Schwangerschaft viel Zeit. Bild: doble-d, iStock, Getty Images Plus

Gegen Ende der Schwangerschaft tauchen immer öfter folgende Gedanken auf: «Was brauche ich wirklich für mein Kind?» «Welche Dinge muss ich noch anschaffen?» «Brauche ich das alles?»

Im Internet kursieren viele Listen, die die unterschiedlichsten Dinge aufzählen, die unser Kind auf jeden Fall benötigt und worauf Eltern auf keinen Fall verzichten können. Dazu kommen unzählige Tipps von Familie und Freundeskreis. Alle gut gemeint, aber manchmal eben auch ein wenig verwirrend. Aus meiner Erfahrung als Mutter von drei Kindern und als frei praktizierende Hebamme weiss ich inzwischen, dass es im Grunde gar nicht viel braucht für die ersten Wochen mit dem Baby. Vor allem, muss nicht alles schon bei der Geburt des Kindes vorhanden sein. Viele Dinge kann man sich auch erst im Laufe der Zeit kaufen oder besser noch, schenken lassen. 

Die Grundbedürfnisse des Menschen befriedigen

☝Ein guter Tipp: Es ist nicht nötig, alles neu zu kaufen. Vieles kann man gebraucht kaufen oder von Freundinnen übernehmen oder ausleihen. Das spart Geld und schont die Umwelt

Wir leben in einer Gesellschaft, deren Fokus mehr und mehr auf den materiellen Dingen liegt. Besitz, ohne den wir vermeintlich nicht glücklich werden können. Dinge, ohne die das Leben auf keinen Fall funktionieren kann. Im Grunde beginnt das bereits in der Schwangerschaft: Cremes, Nahrungsergänzungsmittel, Schwangerschaftskontrollen – je mehr desto besser, je mehr, desto höher ist die Sicherheit für Mutter Kind. Diese Liste wird mit der Geburt des Kindes weitergeführt. Hören Sie auf damit! Schauen wir uns doch einmal genauer an, was ein Kind in den ersten Wochen braucht. Also, wirklich braucht. In erster Linie gilt es die drei Grundbedürfnisse des Menschen zu befriedigen: Liebe, Nahrung und Wärme. Das sollte als oberste Priorität gesehen werden und dazu braucht es nicht viel. Aber in jedem Fall die Mutter. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass auch und vor allem für die Mutter gesorgt wird. Dies gerät bei all den Listen oft in Vergessenheit.

Die Mutter gerät bei all den Check- und Einkaufslisten oft in Vergessenheit. 

So ist es wichtig, dass sich Mütter rechtzeitig um ein unterstützendes Netzwerk kümmern. Schön ist es, wenn der Mann in den ersten Wochen einige Tage Urlaub nehmen kann, um die Mutter zu unterstützen, aber auch, damit beide das Kind gemeinsam kennenlernen können. Kümmern Sie sich auch rechtzeitig um eine Hebamme, die Sie und Ihre Familie in den ersten Wochen begleitet. Und zuletzt: Mobilisieren Sie Familie und Freunde. Vielleicht kann ab und zu jemand ein Mittagessen vorbeibringen, sich um das ältere Kind kümmern, Wäsche machen oder einkaufen? All das sind wichtige Entlastungen in den ersten Wochen. Solange, bis die frischgebackene Mutter wieder gestärkt im Alltag angekommen ist.

Dinge, die Sie wirklich brauchen

Natürlich kommen Sie nicht ganz ohne Einkaufsliste aus. Es gibt auch noch einige Dinge zu besorgen, damit Sie in Ruhe mit Ihrem Kind zu Hause ankommen können. In all den Jahren als Hebamme konnte ich mir meine eigene Checkliste zusammenstellen. Diese teile ich gerne mit Ihnen.

Das braucht das Baby: 

  • Ungefähr fünf Lang-oder Kurzarmbodys Gr 56. Am besten eine Mischung mit Wolle Seide. Das hilft dem Kind, die Körpertemperatur zu halten. Ich empfehle Wickelbodys, die nicht über den Kopf gezogen werden.
  • Rund fünf Langarm-Hemdchen, am besten auch zum Binden.
  • Ungefähr fünf Strampler Gr 56-62. Empfehlenswert sind Strampler, die sich im Schritt aufknöpfen lassen. So müssen Sie das Kind beim Wickeln nicht immer komplett auziehen. Dies mögen die Kinder in den ersten Wochen nicht besonders.
  • Drei Paar Söckchen
  • Ein, zwei Mützchen (je nach Jahrezeit)
  • Je nach Jahreszeit eine warme Jacke
  • Windeln (es lohnt sich, auch über den Gebrauch von Stoffwindeln nachzudenken)
  • Fünf Mullwindeln als «Spucktücher»
  • Ein Schlafsack (unbedingt auf die richtige Grösse achten)
  • Eine Babydecke (am besten Wolle)
  • Ein Babybett (am besten Babybay) im Schlafzimmer der Eltern
  • Eine Babyschale für das Auto
  • Ein Kinderwagen
  • Ein Fieberthermometer mit weicher Spitze
  • Eine Baby-Badewanne oder einen Bade-Eimer
  • Ein Badethermometer
  • Zwei Badetücher mit Kapuze
  • Toll, als Geschenk für das Baby: ein Pucksack
  • Gut zu haben: ein Kirschkernsäckchen.

Dinge, die die Eltern brauchen:

  • Zwei bis drei Still-BHs für die Mutter
  • Stilleinlagen (am besten waschbare aus Wolle-Seide)
  • Gemütliche Oberteile, die praktisch zum Stillen sind.
  • Wochenbettbinden
  • Tragetuch oder Sling (elastisch oder fest gewoben)
  • Stilltee
  • Eine Wickeltasche für unterwegs
  • Wichtige Telefonnummern abspeichern (Hebamme, Spital, Kiderarzt/Kinderärztin)

Diese Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll vielmehr als Orientierungshilfe gesehen werden. So wie im übrigen alle Listen.

Laura Müdespacher Goldenbody

Katrin Preisshofen begleitet seit 20 Jahren Frauen und Familien auf dem Weg zur Geburt und beim Start ins Familienleben. Die ausgebildete Hebamme hat sich nach mehreren Jahren in verschiedenen Spitälern selbstständig gemacht mit einer eigenen Praxis. Katrin Preisshofen ist es wichtig, mit ihrer Arbeit das Körpergefühl der schwangeren Frauen zu stärken und Selbstvertrauen für eine selbstbestimmte Geburt aufzubauen. Ausserdem bietet sie nach der Geburt Begleitung im Wochenbett an.