Baby > AusstattungBaby Erstausstattung: Mit dieser Liste gelingt euch ein entspannter Start – samt Kosten und Sicherheitscheck Katrin Preisshofen Sind Babys geboren, sollten Eltern darauf vorbereitet sein. Denn die neuen Familienmitglieder benötigen gleich zu Beginn einiges. Was benötigt ein Baby im Winter und im Frühling? Welche Kosten entstehen für die Erstausstattung eines Babys? Und was davon ist eine Sicherheitsfrage und nicht Geschmackssache? Dieser Artikel verschafft euch einen Überblick. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken InhaltsverzeichnisKleidungJahreszeitenPflegeprodukteFür zu Hause und unterwegsStillenFlaschennahrungApothekeNicht nötigKostenWeiterverschenkenUnterstützungsangeboteMehr anzeigen Im Handel sind unzählige Waren für Babys erhältlich – doch nicht alles ist sinnvoll. © Orbon Alija / iStock / Getty Images Plus Sobald das Kind geboren ist, muss es versorgt werden. Wenn ihr Kleidung, Nuggi oder Kinderwagen benötigt, könnt ihr diese am besten bereits vor der Geburt besorgen und anschliessend eure Zeit mit dem neuen Familienmitglied geniessen. Bei drei Anschaffungen lohnt es sich, genauer hinzuschauen als beim Rest: beim Bett, beim Autositz und beim Wickelplatz. Dort geht es nicht um Komfort, sondern um Sicherheit – wir haben die Punkte in den jeweiligen Kapiteln vermerkt. Bequeme und weite Kleidung für euer Baby Babyjeans oder Spitzenblüschen sind natürlich herzig, aber beim Einkauf von Kleidung für euer Baby solltet ihr vor allem auf Bequemlichkeit und Alltagstauglichkeit achten. Ihr werdet euer Neugeborenes 6- bis 8-mal am Tag wickeln – auch nachts. Viele Knöpfe öffnen oder das Kind von enger Kleidung mühsam befreien zu müssen, benötigt unnötig Zeit. Auf dem Wickeltisch ist es darum sinnvoll, wenn das Kind einteilige Strampelanzüge oder Bodys trägt, die ihr schnell an- und ausziehen könnt. Ihr solltet am besten weiche Strampler beschaffen, die keine störenden Nähte haben oder kompliziert anzuziehen sind. Achtet auch auf die Etiketten, ob die Kleidung maschinen- und trocknergeeignet ist. Der Grundstock an Kleidung für euer Baby 5 Bodys - je nach Jahreszeit ärmellos, kurz- oder langärmlig in der Grösse 56 5 Strampler 2 Westen oder Jacken zum Kombinieren mit dem Body 1 Jacke und ein Schneeanzug für draussen 5 Paar Babysöckchen oder Strumpfhosen 2 Paar Fäustlinge 2 Mützchen aus Wolle oder Baumwolle 5 bis 10 Mullwindeln als Spucktücher respektive «Nuscheli» 2 Bademäntel mit Mützchen 2 Schlafsäcke – sie ersetzen Decke und Kissen im Bett [1] Macht ein Set mit Babysachen Sinn? Kleidung im Set ist sinnvoll. Denn: Oft läuft die Windel aus und die anderen Kleider sind noch in der Wäsche oder im Trockner. Dann ist es von Vorteil, wenn ihr für euer Kind genügend Reserve-Kleider besitzt. Wenn zu wenig Baby-Kleider vorhanden sind, entstehen Engpässe und ihr rennt zwischen Waschmaschine und Trockner hin und her. Das belastet euch als frisch gebackene Eltern eines Neugeborenen nur noch zusätzlich. Legt euch darum Sets und einige Pakete Windeln zu. Das Credo lautet dennoch, nicht zu viel und nicht zu wenig, da die neuen Familienmitglieder schnell aus der Kleidergrösse herauswachsen. Baby Erstausstattung: Kleider für jede Jahreszeit Der Grundstock oben bleibt das ganze Jahr gleich – was sich ändert, ist die Schicht darüber. Das Zwiebelprinzip ist dabei praktischer als ein einzelnes dickes Kleidungsstück, weil ihr unterwegs schnell reagieren könnt. Winter: Schneeanzug oder Fusssack für den Kinderwagen, Mützchen, Fäustlinge und ein Paar Socken mehr. Drinnen gilt das Gegenteil: Überhitzung vermeiden, im Bett genügt der Schlafsack – Decken und Kissen gehören nicht hinein [1]. Frühling und Herbst: mehrere dünne Schichten statt einer dicken, dazu eine leichte Jacke und ein Mützchen. So lässt sich der Temperatursprung zwischen Morgen und Mittag ausgleichen. Sommer: luftige Baumwolle, ein Sonnenhut mit Nackenschutz und ein Sonnenschutz für den Kinderwagen. Wichtig: Im ersten Lebensjahr sollte ein Baby die direkte Sonne meiden – Schatten ist der wirksamste Schutz, Sonnencreme nur die Notlösung für unvermeidbare Situationen [2]. Mehr dazu im Artikel über den Sonnenschutz für Babyhaut. Mit dieser Liste zur Baby-Erstausstattung zum Ausdrucken könnt ihr nichts falsch machen: Die Checkliste für die Baby-Erstausstattung zum Ausdrucken und Abhaken. © familienleben.ch Pflegeprodukte für Babys Marlise Vonrüti von der Mütter- und Väterberatung im Kanton Bern rät zur Zurückhaltung beim Einkauf von Babypflegeprodukten: «Bei gesunder Haut sind keine speziellen Cremes und Puder nötig. Feuchttüchlein sind ein praktisches Hilfsmittel für unterwegs, sollten jedoch zu Hause nur sparsam verwendet werden.» Diese Produkte für zu Hause und unterwegs machen Sinn: Sanftes Bademittel und Babyshampoo Feuchttücher Babybadewanne Thermometer, um die Wassertemperatur zu messen – ideal sind 36 bis 37 Grad [1] Baumwollwaschlappen Naturschwamm für die Badezeremonie Windeln oder Stoffwindeln Wickeltasche Wickelkommode Wickelauflage Babynagelschere Sicher wickeln: Der Sturz vom Wickeltisch gehört zu den häufigsten Unfällen im ersten Lebensjahr. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU empfiehlt, den Wickeltisch in eine Ecke zu stellen, die Kommode an der Wand festzuschrauben und beim Wickeln immer eine Hand am Kind zu lassen – auch dann, wenn das Baby sich noch gar nicht drehen kann. Wer unsicher ist, wickelt am Boden [1]. Wir haben die Regeln für den Wickelplatz ausführlich zusammengestellt. Babysachen für zu Hause und unterwegs Das Baby muss sich nach der Geburt in der Wohnung aber auch draussen wohlfühlen. Damit das gelingt, haben wir für euch die wichtigsten Produkte zusammengestellt: Kinderwagen Fusssack Warme Decke für den Kinderwagen – für den Kinderwagen, nicht fürs Bett Tragetuch oder Babytrage – achtet beim Kauf auf die Sitzposition Beistellbett oder Babybett Matratze mit Überzug – fest genug, damit das Gesicht nicht einsinkt [1] Babyschale für das Auto Krabbeldecke Spielbogen Rassel Beissring (erst ab dem Zahnen nötig) Windeleimer, wenn man keinen Balkon hat Kleiderschrank Babywippe Sanftes Waschmittel Gallseife für hartnäckige Flecken So schläft das Baby sicher: Ein Babybett kaufen viele als erstes Möbelstück – wie es ausgerüstet wird, ist aber wichtiger als das Modell. Die BFU empfiehlt: Das Baby schläft auf dem Rücken, ohne Kopfkissen, im Schlafsack statt unter einer Decke, und im Bett liegen keine weiteren Gegenstände. Die Matratze soll fest genug sein, damit das Gesicht in Bauchlage nicht einsinkt, falls sich das Kind einmal dreht. Auf Kordeln und Bänder verzichtet ihr besser ganz – das Baby kann sich darin verheddern [1]. Ein Mobile gehört deshalb über das Bett, ausser Reichweite des Kindes, und nicht hinein. So fährt das Baby sicher: In der Schweiz müssen Kinder unter 12 Jahren oder unter 150 Zentimetern Körpergrösse mit einem geeigneten Kindersitz gesichert werden. Zugelassen sind Sitze nach den Prüfnormen ECE R44/03, R44/04 oder R129 – das orange Prüflabel am Sitz gibt Auskunft. Für die Kleinsten heisst das konkret: Die Babyschale wird immer rückwärtsgerichtet montiert, am besten auf dem Rücksitz. Steht sie auf dem Beifahrersitz, muss der Frontairbag deaktiviert sein. Gewechselt wird erst, wenn der Kopf des Kindes über die Schale hinausragt – nicht nach Alter [3]. Hilfsmittel fürs Stillen des Babys Nach der Geburt gehört die Ernährung zu den zentralsten Aufgaben der Eltern. Einige Hilfsmittel gehören zur Erstausstattung wie die Milch selbst: 4 Still-BHs Brustwarzensalbe Stilleinlagen für den Milchfluss Stillkissen Milchpumpe 4 Schoppen genügend Sauger Muttermilchbeutel oder andere geeignete Gefässe zur Aufbewahrung abgepumpter Milch Das brauchts für die Flaschennahrung des Babys Babyflaschen Sauger Flaschenbürste Wasserkocher für warmes Wasser Evtl. Nuggi Milchpulver Das gehört in die Baby-Apotheke Temperatur, die ersten Zähne, rotes Fudi oder Milchschorf: Irgendwas ist bei einem Baby immer. Doch auch leichte Erkrankungen bereiten Schmerzen, welche das Baby nur durch Schreie äussern kann. Schafft euch folgende Produkte an, damit ihr gerüstet seid: Vitamin-D-Tropfen – im ersten Lebensjahr werden 400 Internationale Einheiten pro Tag empfohlen, Dosierung mit der Kinderärztin, der Hebamme oder der Mütter- und Väterberatung besprechen [2] Nasentropfen Kinder-Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor – erst nötig, wenn sich der Aufenthalt an der Sonne nicht vermeiden lässt [2] Fieberthermometer – bei Babys unter zwölf Monaten wird im After gemessen [4] Einmalwaschlappen Pflaster Windelcreme bei wundem Po Zahngel Wärmflasche oder Kirschkernkissen Desinfektionsspray Zäpfchen gemäss Empfehlung der Kinderärztin oder des Kinderarztes (alle weiteren Medikamente solltet ihr nur nach ärztlicher Absprache verabreichen) Ein Buch über erste Hilfemassnahmen für Babys und Kinder – fragt am besten eure Kinderärztin, ob sie euch ein Buch empfehlen kann. Wann die Hausapotheke nicht mehr reicht: Bei Säuglingen unter drei Monaten gilt eine Temperatur über 38 Grad als Fieber – und diese Kinder müssen unverzüglich ärztlich untersucht werden. Bei älteren Babys spricht man ab 38,5 Grad von Fieber. Wartet in diesem Alter also nicht ab, ob es von selbst besser wird, und gebt kein Fiebermittel, bevor das Kind angeschaut wurde [4]. Gut zu haben, aber nicht nötig Folgende Sachen sind für die ersten Wochen weniger bedeutsam: Babyschuhe Mobile für die Wickelkommode Mobile für das Babybett (über dem Bett, nicht darin) Schmusetuch Spieluhr Kuscheltiere – in den ersten Monaten gehören sie nicht ins Bett [1] Dekoration für das Kinderzimmer Babyalbum Gemütlicher Sessel zum Stillen Kosten einer Baby Erstausstattung Als grobe Orientierung wird die Erstausstattung für ein Baby oft mit rund 4000 Franken beziffert. Diese Zahl sagt allerdings wenig über euer Budget aus: Budgetberatung Schweiz weist ausdrücklich darauf hin, dass Kinderkosten eine sehr individuelle Grösse sind und Durchschnittswerte deshalb wenig hilfreich [5]. Die Spanne reicht von Eltern, die fast alles geschenkt oder gebraucht bekommen, bis zu solchen, die alles neu kaufen. Wichtig zu wissen: Nicht alles muss neu gekauft werden. Manche Sachen könnt ihr gebraucht auf Kinderbörsen oder auf Facebook Marketplace günstig kaufen. Kinder haben durch ihr Wachstum einen hohen Verschleiss an Gegenständen und alles, was teuer gekauft wird, landet einige Monate später im Keller oder im Müll. Eine Ausnahme ist der Autositz: Auch ein gebrauchter Sitz muss eine der zugelassenen Prüfnormen tragen, erkennbar am orangen ECE-Prüflabel [3]. Und ein Rat, den Budgetberatung Schweiz ungewöhnlich deutlich formuliert: Für Kinderwagen und Kinderzimmerausstattung keinen Konsumkredit aufnehmen. Das ist die teuerste Variante und belastet das Budget dauerhaft mit Raten und Zinsen [5]. Babysachen verschenken Gerade für junge Eltern können diese Kosten eine Herausforderung darstellen. Daher ist es eine grosszügige und herzliche Geste, nicht mehr benötigte Babykleidung oder eine Erstausstattung zu verschenken. Es ermöglicht anderen Familien, in den ersten Lebensmonaten ihres Neugeborenen ein wenig entlastet zu werden. Zudem ist es eine nachhaltige Alternative, Kleidung weiterzugeben, statt sie wegzuwerfen. So wird nicht nur der Geldbeutel geschont, sondern es werden auch wertvolle Ressourcen und die Umwelt geschont. Eine Einschränkung gibt es beim Autositz: Wer einen weitergibt oder übernimmt, sollte das orange ECE-Prüflabel kontrollieren – nur Sitze nach ECE R44/03, R44/04 oder R129 sind in der Schweiz zugelassen [3]. Baby Erstausstattung beantragen Familien in schwierigen finanziellen Verhältnissen können bei verschiedenen Stellen Unterstützung für die Baby-Erstausstattung beantragen. Wichtig zu wissen: Es gibt in der Schweiz keine einheitliche Regelung. Wer wofür zuständig ist und wie viel es gibt, unterscheidet sich von Kanton zu Kanton und von Gemeinde zu Gemeinde. Es lohnt sich deshalb, frühzeitig bei der eigenen Wohngemeinde nachzufragen, statt sich an Beträgen zu orientieren, die anderswo gelten. Sozialdienst der Wohngemeinde: die erste Adresse, wenn das Geld für die Grundausstattung nicht reicht. Zuständigkeit und Ansatz sind kantonal und kommunal geregelt. Mütter- und Väterberatung: kostenlos, in fast jeder Gemeinde vorhanden und oft der schnellste Weg zu den richtigen Stellen vor Ort. Kantonale Geburtszulage: Sie ist keine Bundesleistung. Nur die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Luzern, Neuenburg, Schwyz, Uri, Wallis und Waadt richten überhaupt eine aus, und die Höhe legt jeder Kanton selbst fest [6]. Kantonale Bedarfsleistungen wie Mutterschaftsbeihilfen im ersten Jahr nach der Geburt sowie die Prämienverbilligung der Krankenkasse [5]. Familien- und Erziehungsberatungsstellen der Gemeinden, Städte und Kirchen Arche für Familien: Anlaufstelle im Kanton Zürich mit Sozialberatung und einer Kleiderbörse für Kinderkleider und Kinderzubehör. Budget- und Schuldenberatungsstellen: gemeinnützige Fachstellen nach Region, dazu eine kostenlose Beratungs-Hotline unter 0800 708 708 (Montag bis Donnerstag, 10 bis 13 Uhr). Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK): kostenlose Beratung für Schwangere in Not, rund um die Uhr erreichbar. Die Organisation ist christlich geprägt und positioniert sich ausdrücklich gegen den Schwangerschaftsabbruch – das ist beim Erstkontakt gut zu wissen. Quellen Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU: Sicherer Alltag mit Baby – Unfälle verhindern. Abgerufen am 17.08.2026. Krebsliga Schweiz: Sonnenschutz bei Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren (PDF, Faktenblatt, 2. Auflage). Abgerufen am 17.08.2026. Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU: Kindersitz – Kinder im Auto richtig sichern. Abgerufen am 17.08.2026. Universitäts-Kinderspital Zürich: Notfall-Elterninformation «Fieber» (PDF). Abgerufen am 17.08.2026. Budgetberatung Schweiz: Finanzielle Tipps und Unterstützung für Familien. Abgerufen am 17.08.2026. Bundesamt für Sozialversicherungen BSV: Familienzulagen – Leistungen und Voraussetzungen. Abgerufen am 17.08.2026.