Freizeit > FesteAlternativen zur Taufe: Das Kind im Leben begrüssen Sigrid Schulze Das Kind herzlich willkommen heissen. Ihm gute Wünsche mit auf den Weg geben. Das geht auch ohne ein kirchliches Fest – denn es gibt Alternativen zur Taufe. Eine Willkommensfeier kann genauso verbindend sein: Du schaffst einen Moment, in dem Familie und Freund:innen dem Kind «Wir sind da» zusagen – und ihr als Eltern euren eigenen Werten Ausdruck gebt. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Eine Geburt ist eine Feier wert. Foto: AleksandarNakic, iStock / Getty Images Plus Direkt zu: Taufe und Geburtsfest Begriffe & Optionen in der Schweiz Gestaltungselemente von Geburtsfesten Beispiel für den Ablauf einer Feier Die Vorbereitung Schritt-für-Schritt-Plan fürs Willkommensfest Pat:innen ohne Kirche: Rollen klar definieren Beispiele für Alternativen zur Taufe: Familiär und individuell Schweizer Anlaufstellen FAQ Wie schön! Alle Lieben – Verwandte und Freund:innen – sind versammelt. Und dein Kind steht im Mittelpunkt. Denn heute wird es im Leben willkommen geheissen. Wenn du keiner Kirche angehörst oder keinen inneren Bezug dazu hast, gibt es wunderbare Alternativen zur Taufe. Gleichzeitig kann es auch in Kirchen Formen geben, die ohne Taufe auskommen – je nach Kirchgemeinde. Hier findest du Orientierung, konkrete Ideen und eine Planungshilfe für eine Feier, die zu euch passt. Taufe und Geburtsfest Taufe Wenn du einer Kirche angehörst und dir wichtig ist, dass dein Kind in der christlichen Gemeinschaft aufwächst, ist die Taufe der klassische Weg. In der christlichen Tradition ist die Taufe ein Sakrament und Ausdruck der Zugehörigkeit zur Kirche. Für viele Familien ist sie ausserdem ein starkes Familienritual: Das Kind bekommt Zuspruch, Begleitung und einen Platz in einer Gemeinschaft – oft verbunden mit Pat:innen. Alternativen zur Taufe Wenn du über Alternativen zur Taufe nachdenkst, also über ein Geburtsfest oder eine Willkommensfeier, kannst du einzelne Aspekte aus einer kirchlichen Zeremonie übernehmen – musst es aber nicht. Vielen Eltern liegt besonders das grosse Willkommen am Herzen: Ihr zeigt eurem Kind «Du gehörst zu uns» und gebt ihm gute Wünsche mit. Ebenfalls zentral ist oft ein bewusstes «Ja» zur Elternrolle nach dem Motto «Wir sind da für dich» – und die Einladung an das Umfeld, euch auf eurem Weg zu unterstützen. Darüber hinaus ist eine Geburtsfeier eine schöne Gelegenheit, Paten zu benennen, die dein Kind begleiten. Wer mag, kann das Fest religiös rahmen – zum Beispiel mit einem Segen oder einem gemeinsamen Gebet. Das muss aber nicht sein. Viele Familien wählen eine weltliche Zeremonie mit persönlichen Worten, Musik und einem Ritual, das zu ihnen passt. Entwicklungspsychologisch sind solche wiederkehrenden Familienrituale wertvoll, weil sie Zugehörigkeit, Sicherheit und gemeinsame Identität stärken – besonders dann, wenn Kinder später verstehen, «Das war unser Startmoment als Familie». Ein guter Kompass ist daher: weniger Perfektion, mehr Bedeutung. Begriffe in der Schweiz Willkommensfeier: meist weltlich, Fokus auf Begrüssung, Wünsche, Ritual und Gemeinschaft. Namensfest: oft rund um die Namensgebung; kann mit Willkommensfeier kombiniert werden. Freie Taufe: umgangssprachlich für eine nicht-kirchliche Willkommenszeremonie (ohne Sakrament). Segensfeier / Thanksgiving: kirchliche oder kirchlich inspirierte Feier ohne Taufe (Bezeichnungen und Ausgestaltung variieren je nach Kirchgemeinde). Mini-Entscheidungshilfe: Taufe vs. Segensfeier vs. Willkommensfeier Taufe Segensfeier Willkommensfeier Religiöser Rahmen Sakrament in der Kirche Religiöser Rahmen Segen, aber ohne Taufe (je nach Kirchgemeinde) Religiöser Rahmen weltlich oder individuell (religiöse Elemente möglich) Zugehörigkeit Aufnahme in die Kirche Zugehörigkeit meist keine Kirchenaufnahme Zugehörigkeit Zugehörigkeit zur Familie/Community Wer leitet? Pfarrperson / Seelsorger:in Wer leitet? Pfarrperson / Seelsorger:in Wer leitet? Familie, Freund:innen oder freie Zeremonienleitende Für wen passt es? wenn dir Glaube und kirchliche Einbettung wichtig sind Für wen passt es? wenn du Segen möchtest, aber keine Taufe Für wen passt es? wenn du eine persönliche, weltliche oder gemischte Feier möchtest So kannst du entscheiden: Wenn dir die Kirchenzugehörigkeit wichtig ist, führt meist kein Weg an der Taufe vorbei. Wenn dir spirituelle Worte und ein kirchlicher Rahmen wichtig sind, du aber (noch) keine Taufe willst, frag gezielt nach einer Segensfeier. Wenn du maximale Gestaltungsfreiheit möchtest, ist eine Willkommensfeier ideal. Gestaltungselemente von Geburtsfesten Das Motto weist den Weg Wie auch bei der kirchlichen Taufe können Alternativen zur Taufe unter einem Motto stehen, das ein Spruch ausdrückt. Wähle ein Motto, das sich leicht in Worte, Deko und Ritual übersetzen lässt – zum Beispiel «Wachsen», «Licht», «Mut», «Wurzeln und Flügel», «Geborgenheit» oder «Aufbruch». Musik verbindet Gemeinsames Singen schärft den Fokus auf die Zeremonie und schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Vielleicht ist unter den Gästen ein Gitarre-, Klavier- oder Keyboardspieler, der die Lieder anstimmen kann? Praktisch ist auch eine kurze Playlist: ein Ankunftslied, ein Lied fürs Ritual und ein Abschlusslied. Ansprache und Aktion In einer Ansprache lassen sich die guten Wünsche für dein Kind ausdrücken. Da du als Elternteil während der Feier meist schon alle Hände voll zu tun hast, ist es entlastend, wenn Grosseltern oder Pat:innen diese Aufgabe übernehmen. Natürlich kannst du auch eine:n professionelle:n Redner:in engagieren. Du kannst den Rahmen vorab klären: Wie persönlich darf es sein? Soll es humorvoll, ruhig, spirituell oder ganz sachlich sein? Im Anschluss können weitere Gäste einige Worte anfügen (kurz ist oft besser: 60–90 Sekunden pro Person wirken feierlich, ohne dass es für Kinder und Erwachsene zu lang wird). Aktion symbolisiert Die Willkommens-Aktion versinnbildlicht die Ansprache. Das Anzünden einer Kerze sagt zum Beispiel aus: «Für dich soll immer ein Licht brennen.» Und: «Du bist ein neuer Lichtblick auf dieser Welt.» Kerzrohlinge lassen sich mit Verzierwachsplatten, Verzierwachsstreifen und Verzierlementen selbst gestalten. Schön, wenn Name, Geburtsdatum und ein Symbol die Kerze zieren. Alternativen, die gut funktionieren: einen Baum oder Strauch pflanzen, Wünsche auf Kärtchen sammeln, ein kleines Zeitkapsel-Glas füllen (mit Briefen) oder ein Erinnerungsbuch beginnen. Beispiel für den Ablauf einer Feier Nach einem Begrüssungsumtrunk singen alle gemeinsam ein Lied, zum Beispiel «Sind so klein die Hände» von Bettina Wegner. Danach begrüsst ihr die Gäste herzlich und nennt das Motto, unter dem die Feier steht. Nach einem weiteren Lied beginnt die Rede der Pat:innen oder der Grosseltern. Höhepunkt der Feier ist das Ritual: Ein Fussabdruck wird in Ton oder Gips verewigt. Dazu gibt es bereits fertige Hand-und Fussabdrucksets inklusive Bilderrahmen zu kaufen. Das gemeinsame Essen wird mit einem kleinen Spaziergang beendet. Freudige Überraschungen gibt es beim Auspacken der Geschenke. Nach einem Spaziergang und Kaffee und Kuchen klingt das Fest aus. Tipp für den Familienalltag: Plane bewusst «Baby-Pausen» ein (Stillen/Fläschchen, Wickeln, Tragen, Rückzug) – das nimmt Druck und macht den Tag entspannter. Die Vorbereitung Inhaltlich Was wünschst du deinem Kind im Leben? Welcher Spruch kann diesen Wunsch ausdrücken? Welches symbolische Geschenk und welche Aktion passen zu dem inhaltlichen Rahmen, den der Spruch vorgibt? Soll es einen Segen oder ein Gebet geben? Wer macht die Musik? Welche Lieder willst du hören? Wer kommt als Pat:innen in Frage? Wer hält die Rede? Eine Angehörige oder ein freier Redner? Organisatorisch Wer soll zum geselligen Zusammensein eingeladen werden? Wo soll das Fest stattfinden? Was soll es zu essen und zu trinken geben? Wer bereitet das Essen zu? Wie sollen die Einladungskarten aussehen? Wer bastelt die Tischdekoration? Wie gelangen die Gäste zum Ort der Feier? Welche Spielmöglichkeiten gibt es für Kinder? Schritt-für-Schritt-Plan fürs Willkommensfest 6–8 Wochen vorher Form wählen: Willkommensfeier, Namensfest oder (wenn gewünscht) Segensfeier anfragen. Wenn du eine Segensfeier möchtest: früh bei der lokalen Kirchgemeinde nach Möglichkeiten, Ablauf und Voraussetzungen fragen. Datum und Ort festlegen: realistisch planen (mit Baby sind kurze Wege Gold wert). Indoor-Plan für Wetterwechsel mitdenken. Zeremonie-Lead klären: Wer führt durch den feierlichen Teil (du selbst, Pat:innen, Grosseltern, freie Zeremonienleitende)? Gästeliste und Rahmen: eher kurz und kindertauglich planen. Viele Familien fahren gut mit 20–45 Minuten Zeremonie plus Essen/Beisammensein. Budget grob festlegen (Mini-Budget): Entscheide, was dir wichtig ist: Ort/Essen, Fotograf:in, Redner:in, Deko, Drucksachen. Grobe Orientierung: kleine Feier zu Hause oder im Garten (ca. 200–800 CHF je nach Essen/Getränken), Restaurant (oft Raum/ Menü pro Person), freie Zeremonienleitung (je nach Person/Leistung deutlich variierend). Plane zusätzlich 10–15% Puffer für Unvorhergesehenes. 2–3 Wochen vorher Einladungen verschicken: inkl. Zeitplan (Start Zeremonie, Essen, Ende), Adresse/Anreise, Hinweis zu Kinderwagen, Still-/Rückzugsort. Copy-Paste Einladungstexte (3 Varianten): Neutral: «Wir möchten unser Kind im Kreis von Familie und Freund:innen willkommen heissen. Wir freuen uns, wenn du mit uns diesen Moment feierst: [Datum, Zeit, Ort]. Nach einer kurzen Willkommenszeremonie stossen wir an und essen gemeinsam. Bitte gib uns bis [Datum] Bescheid.» Leicht religiös: «Wir möchten unser Kind willkommen heissen und ihm für seinen Weg Segen und gute Wünsche mitgeben. Schön, wenn du dabei bist: [Datum, Zeit, Ort]. Danach feiern wir bei Essen und Trinken weiter. Rückmeldung bis [Datum].» Weltlich/poetisch: «Ein neues Leben ist da – und das möchten wir feiern. Komm zu unserem Willkommensfest für [Name] am [Datum] um [Zeit] in [Ort]. Wir teilen Worte, Musik und Wünsche – und geniessen danach das Zusammensein. Bitte antworte bis [Datum].» Ritual und Texte finalisieren: Motto, Reihenfolge, wer spricht, Musik, Kerze/ Baum/ Fussabdruck-Set, Gästebuch oder Wunschkarten. Kinderfreundlichkeit planen: Spielecke, Malsachen, Seifenblasen, ruhiger Raum. Kurz und flexibel bleiben: Kinder brauchen Pausen. Aufgaben verteilen: Wer kümmert sich um Technik/Musik, Fotos, Essen, Kuchen, Aufräumen, Kinderbeschäftigung? Am Tag selbst Einfacher Ablaufplan sichtbar: 3–5 Programmpunkte reichen. Plane Puffer ein. Willkommensmoment schützen: Startet pünktlich, aber ohne Stress. Lieber eine kurze, klare Zeremonie als ein überladener Ablauf. Erinnerungen sichern: Eine Person für Fotos/Videos bestimmen oder eine Kamera aufstellen. Gästebuch/Wunschkarten einsammeln. Abschluss bewusst setzen: z.B. gemeinsames Lied, kurzer Satz der Eltern, Dank an Pat:innen/Unterstützende. Copy-Paste Dankestexte (3 Varianten): Neutral: «Danke, dass du mit uns das Willkommensfest gefeiert hast. Deine Anwesenheit und deine Wünsche bedeuten uns viel.» Leicht religiös: «Danke, dass du unser Kind begleitet und mit uns Segen und gute Wünsche geteilt hast. Wir sind dankbar für diesen Tag.» Weltlich/poetisch: «Danke, dass du Teil unseres Startmoments warst. Deine Worte, deine Zeit und deine Herzlichkeit bleiben in Erinnerung.» Checkliste: Was macht die Feier bedeutungsvoll? Ritual: Kerze, Baum, Fuss-/Handabdruck, Wunschkarten, Zeitkapsel. Worte: kurze Ansprache, persönliche Versprechen, Wünsche der Gäste. Musik: 2–3 Lieder, die euch etwas bedeuten. Erinnerung: Gästebuch, Fotoalbum, Brief an das Kind, symbolischer Gegenstand. Pat:innen ohne Kirche: Rollen klar definieren Auch ohne kirchliche Taufe kannst du Pat:innen benennen. Entscheidend ist weniger der Titel als die gelebte Beziehung. Für Kinder sind verlässliche Bezugspersonen ausserhalb der Eltern ein Schutzfaktor: Sie erweitern das Unterstützungsnetz, geben zusätzliche Sicherheit und sind oft wichtige Gesprächspartner:innen in Übergängen (Kindergarten, Schule, Pubertät). Erwartungen & Grenzen Klärt eure Vorstellung: Soll es um emotionale Begleitung gehen, um gemeinsame Zeit, um Unterstützung in Krisen, um Ferien-/Ausflugstraditionen? Realistische Zusagen: Was passt zum Alltag? Lieber klein, aber verlässlich (z.B. monatlicher Spaziergang, Geburtstagsbrief, gemeinsamer Ausflug pro Jahr). Symbolisches Versprechen: Viele Familien schreiben eine kurze Pat:innen-Urkunde oder ein Versprechen, das bei der Feier vorgelesen und unterschrieben wird (z.B. im Gästebuch). Ritual-Ideen über die Jahre Jahresbrief: Pat:innen schreiben jedes Jahr einen Brief ans Kind (für später gesammelt). Geburtstagsritual: gemeinsamer Ausflug, kleines Foto + Wunsch fürs neue Lebensjahr. Übergänge markieren: Kindergartenstart, erster Schultag, Abschluss – Pat:innen als «Konstante», die Mut macht. Beispiele für Alternativen zur Taufe: Familiär und individuell Im Garten Eine Geburtsfeier im Garten macht einfach gute Laune, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Eine Garage oder ein grosses Partyzelt sollte vorsorglich bereit stehen. Das Motto des Tages wird auf der Wiese sichtbar: «Wachsen». Jede Pflanze braucht starke Wurzeln, um zu wachsen und sich zum Himmel strecken zu können. Ein Baum, der während der Feier einen Ehrenplatz im Garten bekommt, symbolisiert das besonders gut. Während der Apfelbaum gepflanzt wird, singen alle den Song «Alt wie ein Baum» von den Puhdys oder Kinderlied, das von einem Baum handelt. Kinder können herumtollen, Seifenblasen in die Luft schicken, Seilchen springen, Wurfspiele machen und im Sand buddeln, ohne Langeweile zu erleben. In lockerer Atmosphäre wird gegrillt, die Gäste haben Salate mitgebracht. Am Feuerkorb backen die Kinder am Abend ein Stockbrot. In der Gaststätte Gutes Essen ohne eigene Vorbereitung – das ist in der Gaststätte möglich. Dort ist die Gesellschaft ungestört, wenn ein eigener Raum für die Feier gemietet wird. Da der Raum leicht abgedunkelt werden kann, bietet sich hier das Motto «Licht» an. Licht erhellt die Dunkelheit. Es wärmt, verbindet und stärkt so die Gemeinschaft. Wärme, Liebe und Geborgenheit, auch Gemeinschaft sollen dein Kind im Leben begleiten. Während die Kerze angezündet wird, halten die Eltern oder die Pat:innen eine kleine Rede. Vielleicht ist die Stimmung so gut, dass alle zusammen tanzen? Musik zum Tanzen und Mitsingen wird von der Anlage abgespielt. An einem grossen Tisch können die Kinder malen, was sie dem Baby wünschen. Die kleinen Kunstwerke werden später gesammelt und in einer Mappe zusammen gehalten. Währenddessen schreiben die Erwachsene in ein Gästebuch ihre Wünsche für das Kleine. Später kommen Fotos, die von den Gästen während der Feier gemacht wurden, hinzu. Besonderer Ort Eine alternative Tauffeier kann auch an einem besonderen Ort stattfinden. Am Flussufer wird zum Beispiel besonders die Parallele von Fluss und Leben deutlich. Der Fluss steht für Zeit und Vergänglichkeit, aber auch für immer wiederkehrende Erneuerung und Kraft. Ein Geschenk-Anhänger mit einem Boot als Symbol des Aufbruchs und der Reise erinnert dein Kind später an diesen Tag. Auch eine Picknickstelle zu Beginn eines Wanderwegs kann sich für eine Geburtsfeier eignen, bei der dem Kleinen viel Glück auf seinem Weg des Lebens gewünscht wird. Auf dass es nach den ersten Schritten seinen eigenen Standpunkt im Leben findet! Schweizer Anlaufstellen Freidenker/humanistische Rituale Wenn du eine weltliche Zeremonie mit erfahrener Begleitung möchtest, sind in der Schweiz unter anderem die Freidenker-Vereinigung Schweiz (Rituale und Feiern) sowie humanistische Angebote wie humanistische-rituale.ch mögliche Anlaufstellen. Dort findest du je nach Region Rituale, Beratung oder Kontakte zu Zeremonienleitenden. Lokale Kirchgemeinde für eine Segensfeier Wenn du dir einen Segen wünschst, aber keine Taufe planst, lohnt sich eine direkte Anfrage bei eurer lokalen Kirchgemeinde. Begriffe und Möglichkeiten unterscheiden sich je nach Konfession und Gemeinde – am einfachsten ist es, konkret nach einer «Segensfeier für ein Kind ohne Taufe» zu fragen. Freie Zeremonienleitende: Auswahl-Checkliste Haltung und Sprache: Passt der Stil zu euch (weltlich, spirituell, interreligiös, humorvoll, ruhig)? Transparenz: Gibt es ein Vorgespräch, einen Ablaufentwurf und klare Kosten? Familienfokus: Erfahrung mit Feiern mit Kindern (kurz, flexibel, alltagstauglich)? Mitgestaltung: Dürfen Pat:innen/Grosseltern sprechen, dürfen Gäste Wünsche einbringen? Plan B: Umgang mit Wetter/Ortwechsel/kurzen Unterbrechungen. FAQ Dürfen wir kirchliche Elemente übernehmen? Ja – solange es sich für euch stimmig anfühlt. Viele Familien übernehmen einzelne Elemente wie Kerze, Musik, persönliche Fürbitten oder einen Segen in eigenen Worten. Wichtig ist, dass niemand überrumpelt wird: Wenn Gäste sehr unterschiedlich religiös sind, hilft eine kurze Ankündigung wie «Wer mag, kann innerlich mitmachen – wer nicht, ist genauso willkommen». Segen ohne Taufe? Das ist je nach Kirchgemeinde möglich. Am besten fragst du direkt nach einer Segensfeier und klärst, ob und wie sie gestaltet werden kann (Ort, Beteiligung der Familie, Musik, Pat:innen). Manche Gemeinden bieten dafür etablierte Formate, andere gestalten es individuell. Wie lange soll eine Willkommensfeier dauern? Für viele Familien bewährt sich: 20–45 Minuten Zeremonie, danach Essen und Zusammensein. So bleibt es feierlich, aber auch für Kinder gut machbar. Welcher Ort eignet sich? Wähle einen Ort, an dem du dich mit Baby wohlfühlst: kurze Wege, Rückzugsmöglichkeit, Wickelplatz und bei Outdoor-Feiern ein Wetterschutz. Inhaltlich kann jeder Ort passend sein – entscheidend ist, dass eure Worte und euer Ritual dort gut funktionieren. Wer darf sprechen? Bei einer Willkommensfeier: alle, die du einlädst. Schön ist eine klare Rollenverteilung: eine Person moderiert, 1–3 Personen sprechen kurz (Eltern, Pat:innen, Grosseltern), und optional gibt es Gäste-Wünsche auf Karten statt viele lange Reden.