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Alternativen zur Taufe: Das Kind im Leben begrüssen

Das Kind herzlich willkommen heissen. Ihm gute Wünsche mit auf den Weg geben. Das geht auch ohne ein kirchliches Fest – denn es gibt Alternativen zu Taufe.

Das Kind im Leben begrüssen.

Eine Geburt ist eine Feier wert. Foto: AleksandarNakic, iStock / Getty Images Plus

Wie schön! Alle Lieben – Verwandten und Freunde – sind versammelt. Und das Kind steht im Mittelpunkt. Denn heute wird es im Leben willkommen geheissen. Für diejenigen, die keiner Kirche angehören oder keinen inneren Bezug zur Kirche haben, gibt es wunderbare Alternativen zur Taufe. Deshalb stellen wir hier neben der klassischen Taufe auch andere Wege vor, das Kind im Leben zu begrüssen.

Taufe und Geburtsfest

Taufe

Wer einer Kirche angehört und möchte, dass auch das Kind auch in der christlichen Lebensgemeinschaft aufwächst, lässt es taufen. Die Taufe ist ein Sakrament und damit ein Zeichen der Nähe Gottes. Die Taufe drückt aus, dass Gott das Kind mit dem Namen ruft, den die Eltern ihm geben. Somit ist die Taufe eine Feier der Beziehung Gottes mit den Menschen.

Alternativen zur Taufe

Wer über Alternativen zur Taufe, also über ein Geburtsfest, nachdenkt, kann einzelne Aspekte aus der kirchlichen Zeremonie übernehmen. Besonders am Herzen liegt vielen Eltern sicher das grosse Willkommen. Auch das «Ja» zur Übernahme der elterlichen Aufgaben und Pflichten ganz nach dem Motto «Wir sind da für dich» steht im Vordergrund der Alternativen zur Taufe.

Darüber hinaus bietet die Geburtsfeier auch eine Gelegenheit, Paten zu benennen, die das Kind begleiten. Wer mag, kann das Fest mit religiösen Inhalten versehen wie zum Beispiel mit einem Segen oder einem gemeinsamen Gebet. Das muss aber nicht sein.

Gestaltungselemente von Geburtsfesten

Das Motto weist den Weg

Wie auch bei der kirchlichen Taufe können Alternativen zur Taufe unter einem Motto stehen, den ein Spruch ausdrückt.

Musik verbindet

Gemeinsames Singen schärft den Fokus auf die Zeremonie und schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Vielleicht ist unter den Gästen ein Gitarre-, Klavier- oder Keyboardspieler, der die Lieder anstimmen kann?

Ansprache und Aktion

In einer Ansprache lassen sich die guten Wünsche für das Kind ausdrücken. Da die Eltern beim Geburtsfest meist schon alle Hände voll zu tun haben, ist es schön, wenn Grosseltern oder Paten diese Aufgabe übernehmen.

Natürlich lässt sich auch ein professioneller Redner engagieren. Die Eltern und auch andere Gäste, können anschliessend einige Worte anfügen.

Aktion symbolisiert

Die Willkommens-Aktion versinnbildlicht die Ansprache. Das Anzünden einer Kerze sagt zum Beispiel aus: «Für dich soll immer ein Licht brennen.» Und: «Du bist ein neuer Lichtblick auf dieser Welt.» Kerzrohlinge lassen sich mit Verzierwachsplatten, Verzierwachsstreifen und Verzierlementen selbst gestalten. Schön, wenn Name, Geburtsdatum und ein Symbol die Kerze zieren.

Beispiel für den Ablauf einer Feier

Nach einem Begrüssungsumtrunk singen alle gemeinsam ein Lied, zum Beispiel «Sind so klein die Hände» von Bettina Wegner. Danach begrüssen die Eltern die Gäste herzlich und geben das Motto bekannt, unter dem die Feier steht. Nach einem weiteren Lied beginnt die Rede des Paten oder der Grosseltern. Höhepunkt der Feier ist das Ritual: Ein Fussabdruck wird in Ton oder Gips verewigt.

Dazu gibt es bereits fertige Hand-und Fussabdrucksets inklusive Bilderrahmen zu kaufen. Das gemeinsame Essen wird mit einem kleinen Spaziergang beendet. Freudige Überraschungen gibt es beim Auspacken der Geschenke. Nach einem Spaziergang und Kaffee und Kuchen klingt das Fest aus.

Die Vorbereitung

Inhaltlich

  • Was wünschen wir unserem Kind im Leben? Welcher Spruch kann diesen Wunsch ausdrücken?
  • Welches symbolische Geschenk und welche Aktion passen zu dem inhaltlichen Rahmen, den der Spruch vorgibt?
  • Soll es einen Segen oder ein Gebet geben?
  • Wer macht die Musik? Welche Lieder wollen wir hören?
  • Wer kommt als Paten in Frage?
  • Wer hält die Rede? Eine Angehöriger oder ein freier Redner? Ritualbegleiter und Redner finden sich im Internet auf den Seiten der Freidenker-Vereinigung Schweiz, freie Theologen beim Schweizerischen Verband Freischaffender Theologen und bei www.zeromonienleiter.eu 

Organisatorisch

  • Wer soll zum geselligen Zusammensein eingeladen werden?
  • Wo soll das Fest stattfinden?
  • Was soll es zu essen und zu trinken geben?
  • Wer bereitet das Essen zu?
  • Wie sollen die Einladungskarten aussehen?
  • Wer bastelt die Tischdekoration?
  • Wie gelangen die Gäste zum Ort der Feier?
  • Welche Spielmöglichkeiten gibt es für Kinder?

Beispiele für Alternativen zur Taufe: Familiär und individuell

Im Garten

Eine Geburtsfeier im Garten macht einfach gute Laune, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Eine Garage oder ein grosses Partyzelt sollte vorsorglich bereit stehen. Das Motto des Tages wird auf der Wiese sichtbar: «Wachsen». Jede Pflanze braucht starke Wurzeln, um zu wachsen und sich zum Himmel strecken zu können. Ein Baum, der während der Feier einen Ehrenplatz im Garten bekommt, symbolisiert das besonders gut.

Während der Apfelbaum gepflanzt wird, singen alle den Song «Alt wie ein Baum» von den Puhdys oder Kinderlied, das von einem Baum handelt. Kinder können herumtollen, Seifenblasen in die Luft schicken, Seilchen springen, Wurfspiele machen und im Sand buddeln, ohne Langeweile zu erleben. In lockerer Atmosphäre wird gegrillt, die Gäste haben Salate mitgebracht. Am Feuerkorb backen die Kinder am Abend ein Stockbrot.

In der Gaststätte

Gutes Essen ohne eigene Vorbereitung – das ist in der Gaststätte möglich. Dort ist die Gesellschaft ungestört, wenn ein eigener Raum für die Feier gemietet wird. Da der Raum leicht abgedunkelt werden kann, bietet sich hier das Motto «Licht» an. Licht erhellt die Dunkelheit. Es wärmt, verbindet und stärkt so die Gemeinschaft. Wärme, Liebe und Geborgenheit, auch Gemeinschaft sollen das Kind im Leben begleiten. Während die Kerze angezündet wird, halten die Eltern oder der Pate eine kleine Rede.

Vielleicht ist die Stimmung so gut, dass alle zusammen tanzen? Musik zum Tanzen und Mitsingen wird von der Anlage abgespielt. An einem grossen Tisch können die Kinder malen, was sie dem Baby wünschen. Die kleinen Kunstwerke werden später gesammelt und in einer Mappe zusammen gehalten. Währenddessen schreiben die Erwachsene in ein Gästebuch ihre Wünsche für das Kleine. Später kommen Fotos, die von den Gästen während der Feier gemacht wurden, hinzu.

Besonderer Ort

Eine alternative Tauffeier kann auch an einem besonderen Ort stattfinden. Am Flussufer wird zum Beispiel besonders die Parallele von Fluss und Leben deutlich. Der Fluss steht für Zeit und Vergänglichkeit, aber auch für immer wiederkehrende Erneuerung und Kraft. Ein Geschenk-Anhänger mit einem Boot als Symbol des Aufbruchs und der Reise erinnert das Kind später an diesen Tag.

Auch eine Picknickstelle zu Beginn eines Wanderwegs kann sich für eine Geburtsfeier eignen, bei der dem Kleinen viel Glück auf seinem Weg des Lebens gewünscht wird. Auf dass es nach den ersten Schritten seinen eigenen Standpunkt im Leben findet!