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Fussballtraining begeistert Kinder

Nicht nur in der Schweiz , überall in der Welt verbindet Fussball die Menschen. Gemeinsam fiebern Fans für den Lieblingsverein, analysieren Spiele, tauschen Ergebnisse aus. Eine Faszination, die auch Kinder ansteckt: Schon die Kleinsten dribbeln und kicken Bälle beim Fussballtraining vor sich her.

Fussballtraining für Kinder

Fussball gehört zu den beliebtesten Sportarten der zehn- bis 14-Jährigen. Foto: iStock, Thinkstock

Kurze Beine fliegen über das Fussballfeld. «Jetzt aber, Tom, schiess ihn rein!» ruft der Trainer vom Spielfeldrand. Der Sechsjährige nimmt Anlauf, doch der Fuss geht ins Leere. Enttäuscht schaut Tom dem Ball hinterher. Fünf Minuten später aber reckt er jubelnd die Arme gen Himmel. Tom hat ein Tor geschossen! Dafür gibt’s heute sogar eine Belohnung: Tom darf entscheiden, womit das Vereinstraining heute endet. «Flugkopfball», verkündet Tom fröhlich. «Machen wir!» sagt der Trainer. «Und beim nächsten Mal wird gedribbelt, Kinder. Dribbeln ist das A und O beim Fussballtraining im Verein.»

Was Kinder am Fussballtraining fasziniert

Fussball macht zehn- bis 14-jährigen Kindern und Jugendlichen in der Schweiz besonders viel Spass, wie aus der Studie «Sport Schweiz 2014» des Bundesamtes für Sport hervorgeht. Demnach nennen rund 28 Prozent der Befragten Fussball als beliebteste Sportart. Zählt man alle Stunden zusammen, die eine Sportart pro Jahr von allen in der Schweiz lebenden 10–14-Jährigen betrieben wird, so steht Fussball mit gut 23 Millionen Stunden klar an erster Stelle. Radfahren erreicht gut 18 Millionen Stunden, Skifahren 12 Millionen, Schwimmen 10 Millionen und Turnen knapp 4 Millionen Stunden.

Mädchen sind allerdings nach wie vor in der Minderheit. Unter den rund 110'000 Kindern, die 2010 bei Jugend und Sport in der Sportart Fussball mitmachten, waren nur 11'200 Mädchen.

Was ist dran an dem Ball, den jeder haben will, um ihn dann schnell wieder möglichst weit weg zu schiessen? «Vermutlich ist das Kicken gegen einen Gegenstand ein Instinkt des Menschen», philosophiert Raphael Kern, Leiter des Ressorts Breitenfussball beim Schweizerischen Fussballverband. «Man kann dies bei Kleinkindern schon beobachten.» Doch auch ein anderer Aspekt sei zentral, betont er: «Wir spielen einfach gern. Und Fussball kann sehr leicht unseren Spieltrieb befriedigen, weil die Voraussetzungen einfach sind. Was wir brauchen, ist nur eins: einen Ball.» Darüber hinaus sei sicher auch die immense Medienpräsenz der Sportart ein Grund dafür, dass Kinder so gerne Fussball spielen.

Fussballtraining ist gut für Koordination und Beweglichkeit

Fussballspielen ist gut für Koordination und Beweglichkeit. Foto: janews, iStock, Thinkstock

Fussballtraining tut Kindern gut

Gleichgültig, worin die Faszination liegt: Fussballspielen tut Kindern gut. «Es schult viele verschiedene Fähigkeiten», schwärmt Kurt Henauer, Redaktor beim Bundesamt für Sport in Magglingen und zählt die Vorteile auf: «Koordination, Beweglichkeit, Ballgefühl, Schnelligkeit, Kräftigung der Rumpf- und Beinmuskulatur, etwas Ausdauer, Teamgedanke, soziales Verhalten.»

«Ein Spiel kommt nur zustande, wenn man sich auf gemeinsame Regeln einigen kann», betont Raphael Kern vom Schweizerischen Fussballverband. «Es wird miteinander, gegeneinander gespielt.» Siege vermitteln Selbstbewusstsein, Niederlagen schulen fürs Leben.

Schon Fünfjährige können mit dem regelmässigen Fussballtraining beginnen. «Die Altersperiode zwischen fünf und zehn Jahren gilt für alle Sportarten als das ideale Lern- und Prägealter», sagt Kurt Henauer vom Bundesamt für Sport.

Das ideale Fussballtraining für Kinder

Wie Kinder den richtigen Verein finden:

«Der richtige Verein ist der nächstgelegene Verein», sagt Raphael Kern. «Kinder sollten möglichst kurze Wege ins Vereinstraining haben, sodass sie den Weg möglichst zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegen können. Jede Minute im Auto ist verlorene Bewegungszeit.»

Was das Fussballtraining kostet:

Die Jahresbeiträge im Verein reichen von ca. 50 bis 200 Franken pro Jahr. Zum Mitgliedsbeitrag kommen die Kosten für die Ausrüstung wie Fussballschuhe, Hosen, Schienbeinschoner, Trikot und Trainingsanzug. Darüber hinaus entstehen bei Reisen zu Turnieren manchmal Fahrkosten und Selbstbehalte. Manche Kinder nehmen auch an Trainingslagern teil. Insgesamt belaufen sich die Kosten in etwa auf 800 bis 1.000 Franken.

Kinderfussball lebt von den Vereinen. Raphael Kern: «Eltern sollten ihre Kinder nicht im Verein «abstellen», sondern sich aktiv am Vereinsleben beteiligen. Nur so kann dieses tolle Angebot weiter bestehen.»

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