Gegen Stress: Entspannungsübungen für Kinder

Nicht nur Erwachsene leiden unter Stress. Auch viele Kinder stehen unter Anspannung. Ob Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga: Es gibt verschiedene Entspannungsübungen, mit deren Hilfe Kinder Ruhe im Alltag finden können.

Entspannungsübungen helfen Kindern gegen Stress im Alltag

Auch der Alltag von Kindern kann ganz schön stressig sein. Mit Entspannungsübungen wie Yoga oder autogenem Training kehrt wieder Ruhe ein. Foto: Hemeroskopion - Fotolia.com

Schnell kochen, dann saugen, Kinder ins Bett bringen, den nächsten Arbeitstag vorbereiten: Viele Eltern stehen im Alltag unter Stress. Ein Symptom, das leicht auf Kinder übertragen wird: «Beeil dich», heisst es oft, wenn Kinder sich dem schnellen Rhythmus nicht anpassen wollen. Auch Leistungsdruck, überfüllte Klassen, überforderte Lehrkräfte und Konflikte in der Familie führen zu einer hohen Anspannung. Viele Kinder können darüber hinaus die vielen Reize des Alltags, die unter anderem Fernsehen und Computerspiele vermitteln, schlecht verarbeiten. Sie werden unruhig, zappelig, können sich nur schlecht konzentrieren, reagieren oft ängstlich oder aggressiv.

Mehr Ruhe-Inseln im Alltag einzubauen, ist das beste Mittel gegen Stress. Das heisst: Sinnvoll ist es, den Alltag klar und übersichtlich zu strukturieren und zeitliche Puffer einzubauen, um bewusst Zeit mit Kindern verbringen zu können. Auch Entspannungsübungen können Kindern helfen, wieder zur Ruhe zu kommen.

«Entspannungsmethoden kommen bei Kindern mit dem Ziel zum Einsatz, Entspannungsroutinen zur Verfügung zu stellen, die nach einer Einübungsphase oder nach Belastungssituationen gezielt eingesetzt werden können» heisst es bei der Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz». Entspannungsübungen müssen sich also leicht in den Alltag einbauen lassen. Sie müssen so griffig sein, dass Kinder sie nicht nur zu Hause, sondern auch andernorts ausführen können, ohne dabei aufzufallen: zum Beispiel in der Schulpause auf dem Pausenhof.

Entspannungsübungen für Kinder: Mandala malen

Diese ganz leichte Entspannungsmethode, bei der schon Kinder im Kindergartenalter schnell zur Ruhe finden können, lässt sich leicht umsetzen: Ein Mandala auszumalen beruhigt. Wer sich mit einem Mandala – einem kreisförmigen Bild, das auf ein Zentrum ausgerichtet ist - beschäftigt, findet oft einen direkten Zugang zu sich selbst, erkannte bereits der Tiefenpsychologe C.G. Jung (1875-1961).

Das Wort «Mandala», das aus dem Sanskrit stammt, bedeutet «Kreis», «Rad». «In Büchern, Kirchen und Mosaiken treffen wir unendlich viele Abwandlungen und kunstvolle Umgestaltungen dieser Formelemente», darauf weist Michael Schnabel, wissenschaftlicher Leiter am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München, hin.

Was beim Mandala-Malen zu beachten ist

Michael Schnabel erklärt, was beim Mandala-Ausmalen wichtig ist:
  • Ungestörter Raum: Wirkungsvolles Mandala-Malen braucht einen geschützten Raum.
  • In eine Richtung malen: Mandalas sollten entweder von aussen nach innen oder von innen nach aussen bemalt werden. Dieses Vorgehen entspricht dem Weg zur Konzentrationssteigerung und führt zur Besinnlichkeit und innerer Ruhe.
  • Die Vorlagen sollten abstrakte Formen (Sterne, Rosetten …) enthalten. Hasen, Bäume, Kerzen, Vögel u. ä. zwingen den Vorstellungen ein Thema auf und können sehr wahrscheinlich Konzentration und Energien wenig bündeln.

Vorlagen zum Ausdrucken finden sich unter: www.free-mandala.com

 
 

Entspannungsübungen für Kinder: Autogenes Training

Autogenes Training ist eine Entspannungsmethode, die der Berliner Psychiater J.H. Schultz 1926 entwickelt hat. «Auto» bedeutet «selbst», «gen» heisst «erzeugen», und «training» versteht sich von selbst: Dementsprechend bedeutet «Autogenes Training»: Üben, zu sich selbst zu finden.

Autogenes Training funktioniert mit Hilfe der Selbstbeeinflussung: Indem man sich vorstellt, der Körper werde schwer und warm, entspannt der Körper tatsächlich. Dieser angenehme körperliche Zustand erweitert sich auf den psychischen Bereich: Ängste und innere Blockaden lösen sich.

Um das autogene Training zu lernen, brauchen sowohl Kinder als auch Erwachsene eine fachkundige Anleitung. Leiter von Kursen, die sich an Kinder richten, gehen zunächst spielerisch an das Autogene Training heran. Dazu gehören auch Bewegungsspiele und das Schulen der Sinne. Wie das geht, zeigt dieses Video:

Video: MDR Beitrag «Entspannung Kinder», hochgeladen bei Youtube von TinoDerErste

Phantasiegeschichten vermitteln die Vorstellung eines entspannten Körpers. «Später präzisieren die Kinder diese entspannungsförderlichen Vorstellungen durch formelhafte Übungssätze», so die Deutsche Gesellschaft für Entspannungsverfahren. «So lernen sie, durch Gedanken und Vorstellungen ihre Muskeln, den Kreislauf und die Arbeit der inneren Organe gezielt zu beeinflussen.»

Kurse bieten u.a. Psychologische Praxen, Heilpraktiker, Volkshochschulen und Krankenkassen an. In der Regel richten sie sich an Kinder im Alter von mindestens acht oder neun Jahren.

Weitere Informationen: www.test.de

 

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