Tierspuren folgen: So werden Kinder gute Fährtenleser

«Guck mal, da sind Hasen-Spuren!», «Ist hier nicht eine Stockente entlang gewatschelt?» Wie viel Spass macht es doch, als Fährtenleser in den Schweizer Wäldern unterwegs zu sein! Zum Glück ist es gar nicht so schwer, vom Boden abzulesen, wer soeben noch den Weg kreuzte.

Tierspuren folgen: So werden Kinder gute Fährtenleser

Zu welchen Tieren gehören die Fussspuren? Lernen Sie mit Ihren Kindern das Fährtenlesen. Foto: CBCK-Christine, iStock, Thinkstock

Spazierengehen halten die meisten Kinder für eine langweilige und überflüssige Freizeitbeschäftigung. Spannend finden sie es dagegen, als Trapper oder Indianer durchs Gelände zu schleichen und nach Tierspuren Ausschau zu halten. Noch interessanter wird der Ausflug, wenn sich die Tierspuren auch deuten lassen. Dort drüben, sind das nicht Abdrücke von Hasenpfoten? Erstaunlich, wie weit er gesprungen ist! Er hat Haken geschlagen? Wer findet heraus, vor wem er geflüchtet ist?

Tierspuren: Die beste Zeit zum Fährtenlesen

Wenn die Erde feucht ist, lassen sich Tierspuren, die sogenannten Trittsiegel, gut erkennen. Zu nass darf die Erde allerdings nicht sein. Im Matsch verfallen und verschwimmen die Umrisse von Tierspuren schnell. Am besten zu sehen sind Tierspuren in frischem Schnee. Kaum zu glauben, wie viele Tiere seit dem Schneefall schon über die Schneedecke gehuscht sind!

Tierspuren von Rothirsch und Wildschwein

Tierspuren: Wild

Was haben der Rothirsch und das Wildschein gemeinsam? Ihre Trittsiegel mit den beiden nebeneinander liegenden länglichen Zehen, den «Schalen», ähneln sich in der Form. Wer genau hinschaut, erkennt dennoch einen Unterschied. Hinter den beiden Schalen sind in den Trittsiegeln des Wildschweins noch zwei kleinere Zehen erkennbar, das «Geäfter». Die Umrisse der Abdrücke von Rothirsch und Wildschein sind besonders scharf? Dann hatten die Tiere ihre Schalen gespreizt, um besser schnell laufen zu können. Möglicherweise waren sie auf der Flucht.

Tierspuren von Fuchs bis Eichhörnchen

Tierspuren: Marder, Fuchs und Dachs

Wenn der Fuchs gemächlich durch den Wald schlendert, setzt er die Vorder und Hinterläufe genau ineinander und ebenso exakt hintereinander. Die Tierspuren gleichen dann einer Perlenschnur. Vielen kleinen Naturforschern dürften die Trittsiegel des Fuchses bekannt vorkommen. Klar, sie ähneln den Tierspuren des Hundes, sind allerdings ein wenig langgestreckter.

Tierspuren: Hase und Eichhörnchen

Schon Kinder können unter den Tierspuren im Wald leicht die Trittsiegel der Hasen finden. Sie setzen ihre längeren Hinterläufe vor die kürzeren Vorderläufe. Eichhörnchen bewegen sich genauso fort. Beim Eichhörchensprung platzieren sie die Hinterfüsse aussen vor die Vorderfüsse. Die Hinterfüsse haben fünf Zehen, die Vorderfüsse dagegen nur vier.

Tierspuren von Vögeln

Tierspuren: Auerhahn, Fasan und Co.

Wenn es frisch geschneit hat, lohnt sich ein Ausflug an einen See. Hier hinterlassen Schwimmvögeln ihre Spuren, die sogenannten «Geläufe». Gut erkennbar sind die Abdrücke der Stockente mit ihren Schwimmhäuten. Fast sehen sie aus wie gemalte Fledermäuse mit ausgebreiteten Flügeln.

Sicher finden sich hier auch andere Vogelspuren. Die Abdrücke der Krähenfüsse im Schnee sind leicht zuzuordnen. Sehen sie nicht wie Strichmännchen mit erhobenen Armen aber ohne Kopf, ohne Beine und ohne Hände aus? Eindrucksvoll auch die Geläufe des Fasans: Er stakst durch den Schnee, als würde er Seesterne in den Schnee drücken, denen eine Zacke fehlt.

Tierspuren erzählen Geschichten

Tierspuren erzählen nicht nur, wer soeben noch hier lang gehuscht ist, sie können noch viel mehr Aufschluss geben. Was denn, dort sind Fuchsspuren? Und dort finden sich auch Fasanspuren! Ob der Fuchs den Fasan fressen wollte? Nein, offensichtlich hatte er wenig Hunger. Nirgendwo sind Federn oder andere Spuren eines Kampfes zu entdecken.

Tierspuren mit nach Hause nehmen

Tierspuren lassen sich mit nach Hause nehmen. Dazu werden sie einfach mit Gips ausgegossen.

Das brauchen Sie

Etwa 500 Gramm weissen und schnell härtenden Gips
1 alten Becher
1 Stock als Rührstab
1 25 Zentimeter langen und 4 Zentimeter breiten Kartonstreifen
1 Büroklammer
Etwas Wasser
1 Tüte für Reste und Müll

So geht es

Legen Sie zuerst den Kartonstreifen zu einem Ring zusammen und befestigen Sie die überlappenden Enden mit der Büroklammer. Nun drücken Sie den Ring um die Spur herum in den Boden. Jetzt lässt sich der Gips mit Wasser anrühren. Giessen Sie den flüssigen Gips in die Spur und warten Sie, bis er hart geworden ist. Vorsichtig den Gips vom Boden lösen. Fertig ist das Negativ der Tierspur!

(Idee: www.tivi.de)

Vorlagen von Tierspuren in der Hosentasche

Eine Tierspur gefunden, aber keine Ahnung, von welchem Tier sie stammt? Sinnvoll ist es, ein paar Informationen in der Hosentasche zu haben. Für frischgebackene Fährtenleser bieten sich Schablone zum Ausdrucken an. Diese finden Sie hier.
 

 

Tierspurenbilder: (c) Heini Hofmann, www.waldwissen.net

 

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