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Ausflugstipps: Die schönsten Gletscher der Schweiz

Das Funkeln des Schnees, die klare Luft und der atemberaubende Ausblick sind einmalig: Wer einen Gletscher hautnah erlebt hat, wird ewig davon träumen. Die Gletscher der Schweiz sind ein Ausflugsziel, das unbedingt auf Ihre Bucket List gehört.

Die schönsten Gletscher der Schweiz

Der Aletschgletscher in den Berner Alpen ist der grösste Gletscher der Alpen. Foto: Simon Dannhauer, iStock, Getty Images Plus

Die Gletscher in der Schweiz sind einmalig. Die Schweizer Alpen sind voll davon und kein Weg führt an ihnen vorbei. Doch leider sind die Gletscher bedroht. Der Klimawandel ist mitten im Gang und wird wahrscheinlich auch vor diesen Giganten keinen Halt machen. Noch sind es nur Prognosen, aber dennoch Vorhersagen, die zum Nachdenken anregen.

Wer die Schönheit der Schweizer Gletscher bisher noch nicht hautnah erlebt hat, sollte unbedingt seinen Rucksack packen und zum nächsten Gletscher wandern. Die Schweiz hat an Gletschern nämlich einiges zu bieten: Der Aletschgletscher beispielsweise überzeugt durch seine herausragenden Eismassen, wobei das Rundherum des Titlis mit mehreren atemberaubenden Attraktionen, wie der 360 Grad-Gondel, beeindruckt.

Schmelzende Schweizer Gletscher

Die meisten Schweizer Gletscher befinden sich in den Walliser und Bündner Alpen sowie im Berner Oberland, und laden zu anspruchsvollen oder leichten Wanderungen ein.

Vor 20'000 Jahren war die Schweiz fast vollständig vergletschert – bei einer globalen Durchschnittstemperatur, die gerade mal fünf Grad unter der heutigen lag. Heute schmelzen uns die Gletscher davon. Der Permafrost löst sich allmählich auf und in den vergangenen 40 Jahren sind die Gletscherflächen um ein Drittel geschrumpft. Und die Gletscherschmelze schreitet rasant voran.

Auch in den hohen Lagen spürt man die Klimaerwärmung und die hohen Temperaturen machen auch vorm Berg keinen Halt. Gerade im vergangenen Sommer 2019 musste der Pizol-Gletscher bereits symbolisch beerdigt werden, weil ihm die Hitzesommer und warmen Wintermonate des letzten Jahre zu schaffen gemacht haben. Andere Gletscher sind aber noch am Leben!

Vom Wallis bis nach Graubünden: Die schönsten Gletscher der Schweiz

Also wenn Sie noch keinen Schweizer Gletscher besichtigt haben, sollten Sie das unbedingt nachholen! Nicht nur für die eigene Erinnerung. Sondern auch als Anreiz, um noch mehr für die Natur zu tun. Wir stellen Ihnen die schönsten Gletscher rund um Aletsch, Titlis und Eiger vor. 

1 Entdecken Sie den grössten Alpengletscher: Der Grosse Aletschgletscher

Mit einer Länge von stolzen 23 Kilometern ist der Aletschgletscher der grösste Gletscher im gesamten Alpenland. Er befindet sich auf der Südabdachung der Berner Alpen und wurde im Jahr 2001 zum UNESCO Welterbe ernannt. Und das nicht nur, weil der Grosse Aletschgletscher mit seinen 11 Milliarden Tonnen Eis einer der grössten ist, sondern weil er zudem vielen seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet und die Region mit Wasser versorgt. 

Wer diesen Giganten erkunden will, tut dies unbedingt mit einer geführten Bergtour, um sich keiner unnötigen Gefahr in dem eisigen Gebiet auszusetzen. Für eine Tour zum grossen Aletschgletscher ist Know How am Berg, eine sehr gute Grundkondition und gutes Equipment erforderlich. Gelegenheiten für eine geführte Gletschertour bieten sich in den Ferienorten Riederalp, Bettmeralp und Fiesch-Eggishorn nahezu täglich.

Funfact zum Aletschgletscher: Würde man die Eismassen des Aletschgletschers abschmelzen, könnte jeder Mensch auf der Erde 4.5 Jahre lang täglich mit einem Liter Wasser versorgt werden.

Mehr Informationen zum Grossen Aletschgletscher und UNESCO Weltnaturerben gibt es hier.

2 Eine Wanderung in schwindelerregender Höhe: Der Triftgletscher

Der Triftgletscher ist ein Talgletscher bei Gadmen im Osten des Kantons Bern. Der Gletscher ist von der Eisschmelze besonders akut betroffen.  Besonders stark setzte dem Gletscher der Hitzesommer 2003 zu. Der See wurde rasch grösser und die Gletscherzunge versank förmlich im Schmelzwassersee. 

Ein Besuch des Triftgletschers lohnt sich wegen der bequemen Fahrt mit der Bergbahn und vor allem wegen des Highlights, das Besucher oben erwartet: Die Triftbrücke ist mit ihrer Länge von 100 Metern und einer Tiefe von 170 Metern ein eindrucksvolles Erlebnis für die ganze Familie.

Wer schwindelfrei ist, lässt den Blick während der Tour unbedingt in die Ferne schweifen; die Aussicht gibt es sonst nur als Bild auf Postkarten. Eine Wanderung zu der Triftbrücke dauert rund eine Stunde. 

Weitere Informationen zum Triftgletscher im Berner Oberland gibt's hier

3 Der Gletscher mit eigenem Restaurant: Der Eigergletscher

Am Westhang des Eigers thront dieser Gletscher der Schweiz. Er erstreckt sich ab einer Höhe von 3700 Meter über Meer und hat nichts an Stolz verloren – und das obwohl schon mehr als 150 Meter Eis der Klimaschmelze zum Opfer gefallen sind.

Wer diesem Giganten einen Besuch abstatten will, verbindet dies am besten mit einer Wanderung in der Jungfrau-Region über die schöne Panoramastrasse, die unterhalb des Eigergletschers am Fuss von Mönch und Jungfrau entlang führt. Hier gibt es übrigens auch ein gemütliches Restaurant für alle, bei denen die Liebe zur Natur durch den Magen geht. 

Mehr Infos zum Eigergletscher und verschiedenen Wanderungen gibt es auf MySwitzerland.

4 Die etwas besondere Bergbahn des Titlis

Der Titlis gehört zu der Gebirgsgruppe der Urner Alpen. Eine Gletschergrotte, die ihre Besucher in ein regelrechtes Eismärchen verzaubert, findet sich auf dem Titlis. Die Eiswände, die ihren Besuchern in einem fast unnatürlich wirkendem Türkis entgegen strahlen, sind teilweise bis zu 5000 Jahre alt.

Wer die 150 Meter durch die Grotte wandert, bekommt Gänsehaut – garantiert. Doch neben der Eisgrotte wartet ein weiteres Highlight auf über 3000 Meter über Meer: 3041 Meter Höhe, 500 Meter Abgrund. 150 Schritte Herzklopfen: Das alles erwartet einen auf dem Titlis Cliff Walk. An der Hängebrücke auf dem Titlis führt kein Weg vorbei. Sie ist nur einen Meter Breit und über 100 Meter lang. Der Blick in die Tiefe ist atemberaubend. 

Mit der Titlis Rotair hat die Tourismusorganisation Titlis Engelberg eine echte Neuheit auf die Beine gestellt: Die weltweit erste Drehseilbahn bringt Gäste von der Zwischenstation Stand hinauf zur Gipfelstation auf 3020 Meter. Während der fünfminütigen Fahrzeit dreht sich die Gondel um 360 Grad. Das bietet die perfekte Aussicht auf steile Felswände, tiefe Gletscherspalten und schneebedeckte Gipfel in der Ferne.

Weitere Infos zum Titlis Gletscher und der höchstgelegenen Hängebrücke Europas gibt es auf der Internetseite von Titlis Engelberg.

5 Der Gletscher in Graubünden: Morteratsch

Der Morteratschgletscher im Oberengadin ist rund sieben Kilometer lang und damit der längste Gletscher im Engadin.

Der Morteratschgletscher ist einer der grössten Opfer des Klimawandels und leidet seit mehreren Jahren stark unter Gletscherschwund: Seit Beginn der systematischen Beobachtungen im Jahr 1878 hat der Gletscher 2,2 Kilometer an Länge verloren, er ist heute noch rund 6,4 Kilometer lang und damit der drittlängste Gletscher der Ostalpen.

Der Gletscher ist einen Besuch wert, nur schon wegen seines speziellen Wanderweges: Auf diesem Erlebnisweg zum Gletscher müssen 16 Rätsel gelöst werden. Dabei erfahren die Besucher alles über den mystischen Berggeist «Sabi», der im Morteratschgletscher wohnt. 

Weitere Informationen zum Morteratschgletscher und zur Ferienregion rundherum gibt es hier.

6 Ein Bild für die Götter auf dem Feegletscher

Freunde des Wintersports lieben diesen Gletscher der Schweiz dafür, dass er es auch im Sommer möglich macht, auf den Brettern die Piste herab zu düsen. Doch das Skigebiet ist längst nicht alles, was dieser schöne, zweigeteilte Gletscher zu bieten hat.

Für alle Natur-Interessierten bietet sich die Erkundung des Gletscherlehrpfads an, der sich durch das gesamte Gebiet erstreckt. Auf diesem Wanderweg finden sich 12 informative Tafeln und einmalige Aussichtspunkte. Und das beste dabei: Der zur Mischabelgruppe der Walliser Alpen gehörende Feegletscher erstreckt sich über eine Länge von 5 Kilometer. Die rund zwei Kilometer lange Wanderstrecke lässt sich einfach begehen und eignet sich als Wanderung für die ganze Familie.

Mehr Informationen über den Feegletscher gibt es hier.

7 Zusatztipp: Der Gletschergarten von Cavaglia

Vor mehreren tausend Jahren war in Cavaglia, in der Region Poschiavo ausser Eis wenig zu sehen. Heute lassen sich in einem Gletschergarten spezielle Naturformationen begutachten, welche der geschmolzene Palü-Gletscher geschaffen hat.

Denn unter dem kilometerdicken Gletschereis haben sich durch den andauernden Druck des prähistorischen Gletscherwassers im Laufe der Jahrtausende rotierende Steine in den Felsen gegraben. Entstanden sind so bis zu 15 Meter tiefe Gletschermühlen. Cavaglia mit der Rhätischen Bahn erreichbar und liegt auf 1703 Meter über Meer. 

Fotos und Infos zum Gletschergarten gibt es hier

Und nun liegt es an Ihnen: Entdecken Sie rund um Wallis, Graubünden oder Bern die Gletscher Aletsch, Titlis oder Eiger und geniessen Sie eine geführte Tour oder die Schönheit des ewigen Eises.