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Wenn das Kind in der Schule nicht mitkommt: So finden Sie Lösungen

Ob fehlende Motivation oder eine Lernschwäche – wenn es schlechte Noten regnet und ein Elterngespräch auf das andere folgt, sind gute und langfristige Lösungen gefragt. Lernberater Michael Berger erklärt, wie Sie die Ursache für Schulschwierigkeiten erkennen und Ihrem Kind die richtige Hilfestellung geben.

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Schulschwierigkeiten kommen häufig vor, doch es gibt es viele Unterstützungsangebote. Bild: PeopleImages, E+

Wenn Ihr Kind Schwierigkeiten hat, in der Schule mitzukommen, kann das ganz verschiedene Gründe haben. Das heisst auch, dass die Lösungsansätze unterschiedlich sind und beispielsweise Nachhilfe nicht immer der richtige Weg ist. Doch wie findet man heraus, warum es mit der Schule einfach nicht gelingen will?

Lernpotenzial: Jedes Kind hat andere Grenzen

Das Lernpotenzial variiert von Kind zu Kind. Bei einigen Kindern gibt es Grenzen, die andere nicht haben. Vielfach wird in diesem Zusammenhang vom IQ gesprochen. Der IQ sagt nichts über den möglichen Schulerfolg aus, kann je nach Wert aber Grenzen setzen. Wenn der Verdacht besteht, dass die Schulschwierigkeiten Ihres Kindes etwas mit dem Lernpotenzial zu tun haben, empfehle ich eine Abklärung beim Schulpsychologischen Dienst. Oftmals herrscht danach Klarheit und die nächsten Schritte zur Problemlösung können gezielt angegangen werden.

Wenn die Motivation fehlt

Schule macht nicht immer Spass. Gerade in den Jugendjahren gibt es viel Spannenderes als Mathematik und Deutsch. Sobald sich die fehlende Motivation negativ auf die Leistung auswirkt, wird sie zum Problem. Meiner Erfahrung nach ist es dann wichtig, ein persönliches Ziel festzulegen: Schon durch kleine Lernerfolge kann man die Motivation stärken und damit in eine positive Richtung lenken.

Lernstörungen erkennen

Grund für Schwierigkeiten in der Schule kann aber auch eine Lernstörung sein. Wenn ich von Lernstörungen spreche, meine ich damit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben oder in der Mathematik, obwohl eine genügende Intelligenz vorhanden ist.

In diesem Bereich erlebe ich oft Widerstand seitens der Eltern, denn plötzlich kommen Fachleute und sprechen von «Störungen». Das will niemand über sein Kind hören. Eine solche Diagnose soll Kindern jedoch keinen Stempel aufdrücken, sondern notwendige Therapiemöglichkeiten und Hilfestellungen eröffnen.

Schulschwierigkeiten? Tipps für Eltern

Wenn solche Schulschwierigkeiten auftreten, kommen schnell Selbstzweifel bei Kind und Eltern auf und die Stimmung zuhause wird angespannter.

Suchen Sie nicht nach Schuld, sondern nach Lösungen und vergessen Sie dabei nicht, dass die Beziehung zu Ihrem Kind über dem Schulerfolg steht.

Hören Sie den Fachleuten zu und machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Die Fachleute stellen Vermutungen auf, die sich auf die Situation in der Schule beziehen. Sie als Eltern haben ein umfassenderes Bild der Situation und Sie tragen die Verantwortung.

Wichtig ist es, sich vor Augen zu halten, dass seitens der Schule Hilfestellungen kommen und sich die Kritik an die Leistung oder das Verhalten (besonders bei ADHS) richtet und nicht gegen das Kind als Person.

Die richtige Unterstützung finden

1 Nachhilfe

Nachhilfe unterstützt Kinder, beim aktuellen Schulstoff mitzukommen. Diese Unterstützung ist sinnvoll, um im Stoff zu bleiben und diesen zu verstehen. Neben vielen privaten Angeboten hat auch die Schule Unterstützungsangebote (Integrative Förderung = IF). Bevor Sie also viel Geld ausgeben, können Sie in der Schule nachfragen, welche Angebote es gibt.

2 Lerncoaching

Das Lerncoaching unterscheidet sich von der Nachhilfe: Mit einem lösungsorientierten Ansatz wird hierbei «Hilfe zur Selbsthilfe» erarbeitet. Das Ziel ist die Optimierung des Lernens, was sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden lässt. Meist beinhaltet ein Lerncoaching fünf Sitzungen,die sich über mehrere Wochen verteilen.

Wichtig: Egal ob Sie sich für eine Nachhilfe oder für ein Lerncoaching entscheiden, nehmen Sie den Anbieter vorgängig genau unter die Lupe. Bringt diese Person die Qualifikationen mit die ich benötige?

Fazit

Schulschwierigkeiten kommen immer wieder vor, deshalb gibt es viele Unterstützungsangebote. Sie sind nicht allein und Hilfe holen ist kein Zeichen von Schwäche! Ob Sie Hilfestellungen beanspruchen wollen und wo Sie diese holen, entscheiden Sie selbst. Fragen Sie sich vorgängig auch immer wieder, welches Ziel Sie verfolgen. Wenn das Ziel klar ist, ergibt sich der Lösungsweg meist relativ unkompliziert und sonst gibt es eine Vielzahl von Fachleuten, die Sie dabei unterstützen können.

Michael Berger gezielt lernen

Michael Berger ist Schulischer Heilpädagoge und Lernberater mit Erfahrung auf allen Schulstufen. Mit seinem Angebot gezielt-lernen.ch wendet er sich an Eltern, Lehrpersonen und Lehrlingsbetriebe und bietet Unterstützung bei Lernschwierigkeiten an.

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