«Mehr Pippi Langstrumpf an unseren Schulen!»

Astrid Lindgren wollte eine pädagogische Debatte über die Fragen auslösen, wie Kinder eigentlich lernen und welches Lebensumfeld für Kinder förderlich ist. In der Schweiz wurden ihre Botschaften bis heute zu wenig verstanden. Ein Plädoyer von Jacqueline Fehr für eine kindgerechte Pädagogik.

Pippi Langstrumpf: Astrid Lindgren stellt damit auch die Frage, welches Umfeld ist für Kinder wichtig?

Die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren hat mit Pippi Langstrumpf die Frage nach einer kindgerechten Pädagogik gestellt. Eine Frage, die heute in der Schweiz dringend Antworten braucht. Foto: iStock, Thinkstock

Alle lieben Astrid Lindgren! In ihren Büchern spielen Kinder die Hauptrolle, die nicht nur am Rockzipfel der Mütter glücklich sind, am liebsten mit anderen Kindern spielen, sich selber zu beschäftigen und helfen wissen und den Erwachsenene auch mal die Stirn bieten. Pippi Langstrumpf, Michel von Lönneberga oder die Kinder aus Bullerbü haben uns in der Kindheit begleitet und sind zum Inhalt vieler Kinderträume geworden. Wer hätte nicht auch gerne in einer Villa Kunterbunt gelebt oder einen Sommer voller Abenteuer auf einer Schäreninsel verbracht.

Astrid Lindgren wollte nicht nur spannende Kinderbücher schreiben. Ihre Absicht war es, eine pädagogische Debatte über die Fragen auszulösen, wie Kinder eigentlich lernen und welches Lebensumfeld für Kinder förderlich ist. In Schweden ist ihr das gelungen. In der Schweiz sind ihre Botschaften bis heute zu wenig verstanden worden.  Und so können wir feststellen. Alle lieben Astrid Lindgren, aber kaum jemand will in der Schweiz die pädagogische Botschaft zur Kenntnis nehmen, die uns die legendäre Kinderautorin in ihren Büchern vermittelt.

Die Diskussionen über unsere Schulen beziehen sich meist auf sogenannte strukturelle Fragen wie Klassengrössen, Anzahl Stunden für den integrierten Unterricht, Löhne oder generell Geld. Nur: In sogenannten Strukturqualität ist die Schweiz Weltmeister: Die Schweiz hat kleinere Klassen, höhere Löhne und mehr Geld für die Schulen als jene Länder, die uns in den Pisa-Untersuchungen überflügeln.

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