HarmoS: Streit um die Schul-Harmonisierung

Um die Schule bebt ein Kulturkampf. HarmoS, das Schulharmonisierungs-Programm unter den Kantonen erhitzt die Gemüter. Einige Kantone haben bereits Ja gesagt, fünf Kantone sind HarmoS nicht beigetreten. Um was geht es nun wirklich?

HarmoS: Streit um die Schulharmonisierung

Kindergarten bleibt Kindergarten - auch mit HarmoS. Foto: iStock, Thinkstock

Der Streit um HarmoS produziert viele Mythen. Fakt ist: 2006 wurde per Volksentscheid mit 86 Prozent Ja-Stimmen der Bildungsartikel in die Bundesverfassung aufgenommen. Er verlangt von den Kantonen die Vereinheitlichung des Schuleintrittsalters und die Dauer der Schulstufen. HarmoS ist die Abkürzung für „interkantonale Vereinbarung über die Vereinheitlichung der Schulstufen“ und eben ein Vorschlag, wie der Verfassungsartikel umgesetzt werden kann. Der Vorschlag stammt von den Erziehungsdirektoren der 26 Kantone.

HarmoS ist bereits in Kraft

Mit dem Beitritt von 10 Kantonen ist HarmoS am 1. August 2009 in Kraft getreten. Schaffhausen, Waadt, Jura, Glarus, Wallis, Neuenburg, St. Gallen, Zürich, Genf und Tessin sind bei HarmoS dabei. Die beigetretenen Kantone haben nun sechs Jahre Zeit für die Umsetzung.

Den Beitritt abgelehnt haben bisher Luzern, Nidwalden, Schwyz, Thurgau und Graubünden. In Bern hatte der Grosse Rat HarmoS zugestimmt, EDU und SVP hatte erfolgreich für ein Referendum gesammelt. Ebenfalls das Referendum ergriffen wurde in Zug und Freiburg.

Übrigens: Der Bund kann HarmoS auf Antrag interessierter Kantone für alle Kantone verbindlich erklären, oder Kantone zur Beteiligung an interkantonalen Verträgen verpflichten. Im Bereich des Schulwesens betrifft dies allerdings ausschliesslich die in der Bundesverfassung in Art. 62, Abs. 4 genannten Bereiche und die kantonalen Hochschulen.

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