Kinderwunsch > Schwanger werdenSchwanger oder nicht? Wer schwanger werden will, will schnellstmöglich wissen, ob es geklappt hat. Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Schwangerschaftstest? Welche Tests gibt es und wie sicher sind sie? Und was ist, wenn der Test negativ ausfällt und die Periode trotzdem auf sich warten lässt? Wir haben die Antworten! Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Ab wann ist ein Schwangerschaftstest möglich? Dies hängt auch von der Art des Tests ab. Foto: laflor, iStock, Getty Images Hat es geklappt? Wer schwanger werden will, möchte am liebsten sofort wissen, was Sache ist. Ein Schwangerschaftstest schafft Klarheit, aber erst ab einem bestimmten Zeitpunkt. Grundsätzlich gibt es zwei Arten, eine Schwangerschaft festzustellen: den Urin- und den Bluttest. Urintests kannst du selber durchführen, denn sie sind in nahezu allen Apotheken, Drogerien und Supermärkten erhältlich. Den Bluttest führt die Frauenärztin oder der Frauenarzt durch. Wann kann eine Schwangerschaft nachgewiesen werden? Schwanger oder nicht schwanger? Wenn du selber testest, liefert ein handelsüblicher Urintest die Antwort. Er wird aussagekräftiger, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist. In der Regel führst du ihn an dem Tag durch, an dem die Periode fällig wäre; manche Tests lassen sich einige Tage früher anwenden.[1] Verlässlich ist das Ergebnis so früh aber noch nicht. Anders ist es beim Test in der gynäkologischen Praxis. Ein empfindlicher beta-hCG-Test im Blut zeigt eine Schwangerschaft schon acht bis neun Tage nach dem Eisprung an, also vor dem Ausbleiben der Menstruation. Er ist deutlich aufwendiger und teurer als ein Heimtest und wird deshalb meist nur nach einer künstlichen Befruchtung eingesetzt.[2] Nachweisbar wird eine Schwangerschaft in dem Moment, in dem sich die zur Blastozyste herangewachsene befruchtete Eizelle in der Schleimhaut der Gebärmutter einnistet. Das geschieht etwa eine Woche nach der Befruchtung.[2] Der Nachweis beruht auf dem schwangerschaftserhaltenden Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) in Blut und Urin. Es wird von den äusseren Keimzellen des winzigen Embryos gebildet, aus denen später der kindliche Anteil der Plazenta entsteht.[1] Was der hCG-Wert aussagt Die Konzentration von hCG wird in Internationalen Einheiten pro Liter angegeben: IU/l, gleichbedeutend mit der ebenfalls gebräuchlichen Schreibweise mIU/ml. Bei Nichtschwangeren ist das Hormon praktisch nicht nachweisbar. Zwei bis sieben Tage nach der Einnistung liegen die Laborwerte zwischen 5 und 50 IU/l.[3] Danach verdoppelt sich der Wert im Blut mindestens alle zwei Tage. Seinen höchsten Stand erreicht er um den 60. bis 70. Schwangerschaftstag, also etwa in der zehnten Schwangerschaftswoche, und fällt danach wieder ab.[2] Die Referenzbereiche der Labors reichen in dieser Phase bis gegen 200'000 IU/l.[3] So testest du selber Ob Frühtest oder normaler Schwangerschaftstest: Die meisten Tests funktionieren nach demselben Prinzip. Das Teststäbchen wird für wenige Sekunden in ein Behältnis mit Urin getaucht oder direkt in den Urinstrahl gehalten. Nach einigen Minuten ist das Ergebnis im Kontrollfenster oder auf dem Teststreifen zu sehen. Je nach Resultat erscheint ein Strich oder erscheinen zwei. Zwei Striche bedeuten ein positives Ergebnis. Erscheint nur einer, hat der Test funktioniert und das Ergebnis ist negativ. Entscheidend ist das Kontrollsymbol: Fehlt es, oder liest du das Fenster ausserhalb der angegebenen Zeitspanne ab, ist das Resultat nicht verwertbar.[1] Lies die Packungsbeilage deshalb vor jedem Gebrauch gut durch, um Anwendungsfehler zu vermeiden. Ab wann funktioniert ein Schwangerschaftsfrühtest Ein Schwangerschaftsfrühtest reagiert auf tiefere hCG-Werte als ein gängiger Test. Ein Test mit einer Nachweisgrenze von 25 IU/l schlägt früher an als einer mit 50 IU/l, und Frühtests liegen nochmals darunter.[2] Mit Glück zeigen sie eine Schwangerschaft bereits vier bis fünf Tage vor der erwarteten Periode an. Falsch negative Ergebnisse sind so früh allerdings häufig, denn die Konzentration des Hormons steigt in diesen Tagen erst an und ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Wie sicher ist das Testergebnis? Spezifität und Empfindlichkeit der Tests liegen in der Regel über 99 Prozent.[1] Richtig und nicht zu früh angewendet, zeigt ein Schwangerschaftstest mit rund 99 Prozent Wahrscheinlichkeit an, ob du schwanger bist.[2] Trotzdem kann ein Urintest zu Hause falsch negativ ausfallen. Auch ein uneindeutiges Bild kommt vor: Manchmal erscheint nur eine schwache Verfärbung im Kontrollfenster, die trotzdem auf eine Schwangerschaft hindeutet. Der Grund dafür ist ein noch tiefer hCG-Wert. Da dieser mit jedem Tag ansteigt, lohnt sich ein zweiter Test nach ein paar Tagen. Vor dem Fälligkeitstag der Periode brauchst du Morgenurin, weil das hCG darin am stärksten konzentriert ist. Ab dem Fälligkeitstag kannst du den Test zu jeder Tageszeit machen.[1] Ein positives Ergebnis ist selten falsch, ganz ausschliessen lässt sich das aber nicht. hCG wird auch als Medikament verabreicht und verfälscht dann das Resultat. Ebenso können eine Eileiterschwangerschaft[4], Zysten oder eine Krebserkrankung ein positives Resultat auslösen.[1] Was zu einem falsch negativen Ergebnis führen kann Wann ein Schwangerschaftstest zuverlässig nachweisen kann, ob eine Frau schwanger ist, hängt von der Empfindlichkeit ab, mit der er auf hCG reagiert. Doch der weibliche Körper hält sich nicht exakt an Durchschnittswerte. Der Eisprung kann sich verfrühen oder verspäten, und auch der hCG-Anstieg ist von Frau zu Frau verschieden. Hier hilft es, den Test nach ein paar Tagen mit Morgenurin zu wiederholen. Ab dem ersten Tag der ausbleibenden Regel kannst du mit einem herkömmlichen Test prüfen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Diese sind zuverlässiger als Frühtests. Fehlerhafte Resultate gibt es dennoch. Diese Faktoren können das Ergebnis eines Frühtests oder eines herkömmlichen Tests verfälschen: Der Test wurde zu früh durchgeführt, sodass die hCG-Konzentration im Urin noch zu tief war. Die Periode ist unregelmässig und der Test wird daher unwissentlich zu früh gemacht. Die Einnahme bestimmter Medikamente beeinflusst das Ergebnis. Der Test wurde zu kalt oder zu heiss gelagert und funktioniert nicht mehr richtig. Der Test wurde falsch angewendet. Schlecht ist es zum Beispiel, vorher viel zu trinken: Das verdünnt den Urin und senkt den hCG-Anteil darin. Die betroffene Frau steht kurz vor den Wechseljahren. Der Test ist positiv: Was jetzt? Ein positives Resultat gehört in die gynäkologische Praxis. Dort wird abgeklärt, ob tatsächlich eine Schwangerschaft vorliegt, etwa mit einem hCG-Nachweis im Blut oder mit einer Ultraschalluntersuchung.[1] Ein Termin ist sinnvoll, sobald du von der Schwangerschaft weisst. Besonders wichtig ist er nach einer Kinderwunschbehandlung, nach einer Operation an Eileitern oder Eierstöcken und nach einer früheren Eileiterschwangerschaft.[4] Denn auch eine Eileiterschwangerschaft lässt den Test positiv ausfallen: Der Körper bildet hCG unabhängig davon, wo sich die Eizelle eingenistet hat. Anfangs deutet alles auf eine normale Schwangerschaft hin. Warnzeichen sind einseitiges Ziehen oder ein Druckgefühl im Unterbauch, Schmierblutungen und Schmerzen, die bis in die Schulter ausstrahlen. Reisst die Wand des Eileiters, treten plötzlich sehr starke Bauchschmerzen auf. Die innere Blutung kann zu Kreislaufversagen und zu einem lebensgefährlichen Schock führen.[4] Das ist ein Notfall: Wähle in diesem Fall sofort die 144. Der Test ist negativ, aber die Regel bleibt trotzdem aus? Eine fehlende oder verzögerte Periode muss nicht zwangsläufig ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Auch Stress und andere psychische Belastungen, eine Krankheit, strapaziöse Reisen mit grosser Zeit- und Klimaumstellung oder exzessiver Sport können dazu führen, dass die Regelblutung ausbleibt. Durch das Absetzen der Pille oder der Dreimonatsspritze kann der Zyklus ebenfalls mächtig durcheinanderkommen. Diese sogenannte Post-Pill-Amenorrhoe dauert jedoch selten länger als drei Monate. Körperliche Ursachen können eine Gelbkörperschwäche, ein verspäteter oder nicht stattfindender Eisprung, eine Schilddrüsenfehlfunktion oder das PCO-Syndrom sein. Seltener stecken Tumoren oder Erkrankungen der Gebärmutter dahinter. Wie ein normaler Zyklus verläuft, hilft dir beim Einordnen. Die Schwelle ist klar: Liegt keine Schwangerschaft vor, keine Pillenpause und keine altersgemässe Umstellung, sollte jede ausbleibende Menstruation von mehr als drei Monaten gynäkologisch abgeklärt werden. Hilfreich ist dann ein Menstruationskalender, in dem du alle Abweichungen vom normalen Zyklusverlauf notierst.[5] Möglich ist auch, dass du den Test schlicht zu früh angewendet hast. Das gilt für Frühtests genauso, denn auch sie können zu früh zum Einsatz kommen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wiederholt den Test nach einigen Tagen oder lässt ihn in der gynäkologischen Praxis überprüfen.[1] Bin ich schwanger? Entdecke die versteckten Zeichen in deinem Alltag, die auf eine mögliche Schwangerschaft hindeuten könnten. Von morgendlicher Übelkeit bis zu emotionalen Achterbahnfahrten: Wir zeigen dir, wie du die Hinweise entschlüsseln kannst! Hier gehts zum Test. Quellen PharmaWiki: Schwangerschaftstest, abgerufen am 24.08.2026. swissmom: Schwangerschaftstest: Ab wann ist er zuverlässig?, abgerufen am 24.08.2026. Viollier AG: Analysenverzeichnis, beta-hCG (pregnancy), Referenzwerte, abgerufen am 24.08.2026. Universitätsspital Zürich: Eileiterschwangerschaft, aktualisiert am 08.12.2025, abgerufen am 24.08.2026. swissmom: Weitere Gründe für das Ausbleiben der Regelblutung, abgerufen am 24.08.2026.