Leistungen der Sozialversicherungen für behinderte Kinder und Entlastung

Behinderte Kinder brauchen Hilfsmittel wie einen Rollstuhl.

Hilfsmittel wie ein Rollstuhl werden in der Regel von der Versicherung bezahlt. Foto: © BildPix.de - Fotolia.com

Kinder mit Behinderung benötigen oftmals medizinische Hilfe. Für die Behandlungskosten können sowohl die Krankenkassen, die Invalidenversicherung (IV) oder die Unfallversicherung aufkommen. Es kommt ganz darauf an, um welche Behinderung es sich handelt. Bei anerkannten Geburtsgebrechen ist die IV, bei Kindern ohne Geburtsgebrechen ist die Krankenkasse oder die IV und bei einem Unfall die Unfallversicherung verantwortlich.

Die IV muss selbst bei der IV-Stelle des Wohnsitzkantons beantragt werden. Ist ein Geburtsgebrechen nicht in der IV aufgelistet, kann sie die Unterstützung verweigern. Die Unfallversicherung kommt in der Regel auf die betroffenen Familien zu. Meist gibt es einen Case Manager, der mit der Familie nach der besten Lösung sucht.

Beatrice Pfister vom Forum «Das andere Kind» bedauert, dass unter dem allgemeinen Spardruck, von dem auch die Invalidenversicherung betroffen ist, den Kindern die Kinderspitexstunden gekürzt würden. Die Leistungen der Kinderspitex wie die ambulante Pflege der behinderten Kinder zu Hause sind aber in vielen Familien dringend notwendig.

Für Kinder mit Behinderung, die dauernd auch im Alltag beim Essen oder Anziehen auf die Hilfe von anderen Personen angewiesen sind, gibt es die Hilflosenentschädigung der IV. Wie viel gezahlt wird, ist abhängig davon, wie hilflos das behinderte Kind ist. Eltern müssen die Entschädigung alle drei Monate mit einem Formular abrechnen. Für behinderte Kinder, die eine sehr aufwendige Betreuung brauchen, gibt es neben der Hilflosenentschädigung noch einen Intensivpflegezuschlag.

Familien mit einem behinderten Kind, die finanzielle Schwierigkeiten haben und für die die Mittel aus IV, Krankenversicherung oder Unfallversicherung nicht ausreichen, gibt es immer die Möglichkeit sich an Stiftungen wie Pro Infirmis und Vereinigung Cerebral zu wenden. Diese können finanziell weiterhelfen oder wissen, an wen Sie sich wenden können. Teilweise werden Fonds zur Verfügung gestellt, die in Notsituationen helfen können. Selbsthilfegruppen in Ihrer Region wissen meistens auch Bescheid, an wen Sie sich in finanziellen Notlagen wenden können.

Hilfsmittel für behinderte Kinder

Die IV, Krankenversicherung und die Unfallversicherung übernehmen teilweise auch die Kosten für Hilfsmittel wie einen Rollstuhl. Sie erhalten dann eine Erstattung, wenn die Hilfsmittel für die «selbstständige und unabhängige Bewältigung des privaten Alltags benötigt werden», heisst es beim Verein Procap.

Hilfsmittel können sein:

  • Rollstühle
  • Elektronische Kommunikationsgeräte
  • Elektrobetten

Müssen in der Wohnung Veränderungen vorgenommen werden wie der Einbau eines Liftes, kann die IV einen Beitrag dazu zahlen. Hilfsmittel, die behinderte Kinder dringend in der Schule benötigen, um dem Unterricht zu folgen, werden teilweise auch übernommen. Informieren Sie sich am besten vorher bei der zuständigen Versicherung.

Entlastung für Familien behinderter Kinder

Eltern, die ständig ein behindertes Kind pflegen, brauchen auch mal eine Auszeit. Wenn Sie beispielsweise den Abend einmal wieder mit Ihrem Partner verbringen möchten, können Sie sich an den Entlastungsdienst in Ihrer Nähe wenden. Dieser wird Ihnen, sofern möglich, einen Betreuer zur Verfügung stellen, der Ihr behindertes Kind stundenweise oder tageweise betreut. Diesen Dienst können Sie übrigens auch mehrmals in Anspruch nehmen. Meist wird versucht, den gleichen Betreuer für Ihr Kind zu wählen. Weitere Informationen zum Entlastungsdienst für Familien mit behinderten Kindern erhalten Sie unter www.entlastungsdienst.ch. Pro Infirmis bietet einen Entlastungsdienst in der ganzen Schweiz an: www.proinfirmis.ch

In der Schweiz gibt es zudem auch einige wenige Entlastungsheime oder Entlastungsfamilien. Ihnen kann Ihr behindertes Kind für kurze Zeit anvertraut werden. Auch das Rote Kreuz kann eventuell weiterhelfen.

Text: Angela Zimmerling

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