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Postnatale Depression: Wenn mit dem Nachwuchs Trauer einzieht

Postnatale Depression: Wenn mit dem Nachwuchs Trauer einzieht

Zwanzig Prozent aller Eltern erkranken nach der Geburt ihres Nachwuchses an einer postnatalen Depression. Diese tritt meistens in den ersten drei Monaten nach der Geburt auf. Typische Symptome sind Gefühlsschwankungen, Traurigkeit und innere Leere. Wenn diese Symptome länger als zwei Wochen anhalten, sollten Betroffene dringend Hilfe suchen. Postnatale Depressionen werden meist mittels einer Psychotherapie behandelt.

Eine Wochenbettdepression kann einen Schatten über das neue Familienglück werfen.
Eine Wochenbettdepression kann einen Schatten über das neue Familienglück werfen. © Getty Images, Hache

Postnatale Depressionen: Das Wichtigste in Kürze

Mit der Geburt eines Babys sollte eine ganz wundervolle Zeit beginnen. Doch manchmal ist genau das Gegenteil der Fall: Viele Eltern erkranken nach der Geburt an einer postnatalen Depression, auch Wochenbettdepression genannt. Wenn eine Depression mit Stimmungsschwankungen und Selbstzweifeln den Alltag dauerhaft prägt, brauchen die Betroffenen dringend Hilfe.

Was ist eine postnatale Depression?

Von einer postnatalen Depression spricht man, wenn ein Elternteil nach der Geburt des Kindes in eine Depression verfällt, welche länger als zwei Wochen dauert. Den Betroffenen selbst ist es nicht möglich, das Tief selbstständig zu überwinden. Es können Mutter und Vater gleichermassen betroffen sein.

Eine postnatale Depression sieht bei jeder betroffenen Person etwas anders aus. Symptome beinhalten unter anderem Gefühlsschwankungen und Antriebslosigkeit. Betroffene weinen meist viel und verspüren eine grosse Traurigkeit. Auch Appetitlosigkeit, Schwindel und Reizbarkeit können Symptome sein. In seltenen Fällen führt die Wochenbettdepression zu einer Psychose.

Können Männer eine postnatale Depression haben?

Nicht nur Frauen können an der postnatalen Depression erkranken. Man vermutet, dass etwa 8 bis 22 Prozent der Männer nach Geburt ihres Kindes an einer postnatalen Depression erkranken. Vielfach wird diese jedoch nicht erkannt. Aber natürlich gilt auch für die betroffenen Väter: Wenn du nach der Geburt deines Nachwuchses depressive Verstimmungen an dir bemerkst, suche dir unbedingt Hilfe.

Mögliche Symptome einer postnatalen Depression

  • Gefühlsschwankungen
  • Antriebslosigkeit
  • Depressive Verstimmungen oder innere Leere
  • Traurigkeit
  • Ängste, Panik
  • Schlafstörungen
  • Schuld- und Schamgefühle
  • Ambivalente Gefühle gegenüber dem Kind

Wann beginnt eine postnatale Depression?

Sie setzt meist ohne Vorwarnung im Laufe des ersten Jahres nach der Geburt ein. Ungefähr bei der Hälfte der Betroffenen zeigt sie sich bereits nach etwa zwei Wochen. Eher selten ist ein Auftreten nach dem dritten Monat.

Wie lange dauert eine postnatale Depression?

Die Dauer einer postnatalen Depression beträgt meisten weniger als drei Monate. Etwa ein Zehntel der Betroffenen leidet über ein Jahr an postnatalen Depressionen. Es ist aber egal, wie lange eine Depression dauert: Betroffenen muss immer geholfen werden.

Baby Blues oder Depression?

Fast alle Frauen erleben einige Tage nach der Geburt den Baby Blues, auch Heultage genannt. Dabei handelt es sich um ein Tief, das sich in Stimmungsschwankungen oder Gefühlsausbrüchen ausdrückt. Im Gegensatz zur postnatalen Depression, verschwindet der Baby Blues nach einigen Tagen von selbst wieder.

Mögliche Ursachen einer Wochenbettdepression

  • Hormonelle Veränderungen nach der Schwangerschaft
  • Körperliche Ursachen wie genetische Veranlagungen, Schlafmangel oder Mangelerscheinungen
  • Traumatische Schwangerschaft oder Geburt
  • Ursachen im Umfeld wie fehlende Unterstützung im sozialen Umfeld, Einsamkeit oder belastende Umstände
  • Vorangegangene psychische Probleme
  • Überforderung mit der neuen Situation

Behandlung: Was tun gegen postnatale Depression?

Es gibt verschiedene Ansätze, mit denen man eine postnatale Depression behandeln kann. Oftmals wird Betroffenen mit einer Psychotherapie geholfen. Falls nötig, wird diese durch eine medikamentöse Behandlung unterstützt. Manchen hilft auch eine Therapie mit Methoden aus der Homöopathie.

Welche Art der Therapie benötigt wird, hängt jedoch von individuellen Faktoren ab. Daher kann die jeweilige Behandlungsmethode oder eine Kombination erst nach der Untersuchung durch eine Fachperson im Einzelfall festgelegt werden. Wichtig ist vor allem, dass man sich bei einer Depression frühzeitig Hilfe holt.

Postnatale Depression Schweiz: Hier findest du Hilfe

Falls du nach der Geburt eine depressive Verstimmung bei dir bemerkst, ist es wichtig, dass du dir Hilfe holst. Bei Postpartale Depression Schweiz findest du Ressourcen wie Selbsthilfegruppen, fachlicher Hilfe und Kontakt zu anderen Betroffenen.